Die Forderung nach Gleichberechtigung der Frau war schon immer völlig berechtigt. Sie ist längst erfüllt. Wer nun aber in den letzten Jahren den Eindruck gewonnen haben sollte, dass das Pendel längst in die andere Richtung ausgeschlagen hat (ungerechtfertige Bevorzugung von Frauen) wird in diesem Buch eine Fülle von hervorragenden Beiträgen und Belegen finden, die diese Vermutung leider zu Gewissheit werden lassen. Familienpolitik ist längst zur reinen Frauenförderpolitik geworden. Die Medien pflegen das Klischee Frau = Opfer qua Geschlecht nur zu gerne und tragen so zu einer Stimmung bei, die es für völlig legitim erachtet, Männer zu diskriminieren. Eine Reihe renommierter Autoren (u.a. G. Amendt, A v. Friesen, B. Kelle, M. Ebeling, A. Hoffmann) äußern sich in diesem Band zur aktuellen Situation in der Geschlechterdebatte und ich nehme es vorweg: Nahezu alle Beiträge sind hervorragend sie bestechen durch ihre jeweilige genaue Beschreibung der Situation und durch eine Vielzahl zutreffender Analysen. Kuhla sagt zu Beginn dass das Realitätsverständnis zunehmend der Ideologie Platz machen muss man kennt das aus zahlreichen Diskussionen, z.B. zur Frauenquote. Sachlichkeit, geschweige denn Wissenschaftlichkeit, finden hier keinen Platz mehr. Amendt zeigt beeindruckend auf, welche Vorteile das Dauerabo auf die Opferrolle bringt und wie geschickt, z.B. durch Passivformulierungen, diese Rolle in den Medien gepflegt wird. Es geht auch um die einschlägige Hochschulpolitik mit all ihren absurden Erscheinungsformen (dazu auch Kovacs,. Buchholz und Ulfig; letzter zeigt ganz sachlich und nüchtern die Ungereimtheiten und Ungerechtigkeiten einer Quotenpolitik auf, sein Motto Qualifikation statt Quote). Erörtert wird der feine, aber i.E. so wichtige, Unterschied zwischen Chancengleichheit und Ergebnisgleichheit, ebenso die Auswirkungen einer nahezu gänzlich von Frauen dominierten Genderforschung. Die sprachlichen Wirrungen des Genderismus (vgl. Lassahn) sind Thema, juristische Aspekte (vgl. Hauen) so wie viele andere Auswüchse des Feminismus . Birgit Kelle handelt das Thema gewohnt souverän ab und bringt es auf den Punkt: Die Debatte wird so geführt, wie sie den Frauen nutzt. Dort wo sie hinwollen gerne eine Quote, wo sie kein Interesse haben können die Kerle ruhig bleiben und benennt einfach mal Ursachen z.B. für die Unterrepräsentanz in der Politik (Frauen engagieren sich dort einfach weniger... CSU: Frauenanteil 18%, aber 40%-Vorstandquote - klarer kann man die Unfairness solcher und ähnlicher Regelungen kaum aufzeigen). Sie erwähnt zu Recht auch, dass wenige Frauen sich als das Sprachrohr aller verstehen, daraus ein Alleinvertretungsrecht ableiten und es nicht dulden, dass es auch hier heterogene Meinungen geben darf und muss. Die Medien machen all das mit, kritisches Hinterfragen: Fehlanzeige. Dem Leser öffnen viele Artikel die Augen, hilfreich, wenn man die oft tendenziöse Berichterstattung verfolgt. Ein Buch, das schleunigst auf den Nachttisch nicht nur unserer Familienministerien gehört.