Bei allem Respekt vor der Praxisorientierung des Buches, sollte man die Sache mit der Schlagfertigkeit nicht zu wörtlich nehmen. Wer allzu schlagfertig kontert, der muss mit einem Echo rechnen. Im Arbeitsalltag kommt es nicht besonders gut an, wenn man mit seiner Schlagfertigkeit seinen Vorgesetzten verärgert. Das Buch von Dieter J. Zittlau gibt zahlreiche Anregungen, um auf konkrete Situationen schlagfertig zu reagieren. Nehmen wir als Beispiel den Umgang mit einem schwierigen Vorgesetzten, der da sagt: "Ihre Arbeitsweise ist ausgesprochen uneffektiv". Nach Zittlau gäbe es folgende Kontermöglichkeiten:
- Erweitern:
Gut, dass Sie mich darauf hinweisen, ich wollte mit Ihnen ebenfalls darüber reden.
- Relativieren:
"Aber im Verhältnis zu letztem Monat habe ich mich doch schon verbessert, oder?"
- Verniedlichen:
Ich sehe meinen Fehler ein, aber er könnte leicht behoben werden.
- Übertreiben:
Vermutlich mache ich alles falsch. Das deprimiert mich jetzt.
Fazit: Die beste Schlagfertigkeit nützt nichts, wenn man dabei anderen zu arg auf die Füße tritt. Allerdings soll es auch Fälle geben, in denen einem die Sprachlosigkeit des Gegenübers entgegenkommt, wie aus Familienkreisen berichtet wird. Sprachlosigkeit muss nicht zwangsläufig etwas Negatives bedeuten. Es schenkt dem Gesprächspartner die Chance, über seine Worte nachzudenken und damit zu einem besseren Verständnis zu gelangen.
Wer seine Schlagfertigkeit mit Fingerspitzengefühl anbringt, kann sowohl im beruflichen wie im privaten Umfeld großen Nutzen aus diesem Buch ziehen.