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Schlafkrankheit [Blu-ray]

Pierre Bokma , Jenny Schily , Ulrich Köhler    Freigegeben ab 6 Jahren   Blu-ray
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Darsteller: Pierre Bokma, Jenny Schily, Jean-Christophe Foll, Hippolyte Girardot
  • Regisseur(e): Ulrich Köhler
  • Format: Dolby, PAL
  • Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Französisch (Dolby Digital 5.1)
  • Untertitel: Deutsch
  • Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
  • Anzahl Disks: 1
  • FSK: Freigegeben ab 6 Jahren
  • Studio: Lighthouse Home Entertainment
  • Erscheinungstermin: 27. Januar 2012
  • Produktionsjahr: 2011
  • Spieldauer: 91 Minuten
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • ASIN: B005HP1HEQ
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 75.858 in Filme & TV (Siehe Top 100 in Filme & TV)

Rezensionen

Kurzbeschreibung

Seit fast 20 Jahren leben Ebbo und Vera Velten in verschiedenen afrikanischen Ländern. Ebbo leitet ein Schlafkrankheitsprojekt. Seine Arbeit füllt ihn aus. Vera hingegen fühlt sich zunehmend verloren in der internationalen Community von Yaoundé. Sie leidet unter der Trennung von ihrer Tochter Helen, 14, die in Deutschland ein Internat besucht. Ebbo muss sein Leben in Afrika aufgeben oder er verliert die Frau, die er liebt. Aber mit jedem Tag wächst seine Angst vor der Rückkehr in ein Land, das ihm fremd geworden ist. Jahre später. Alex Nzila, ein junger französischer Mediziner mit kongolesischen Wurzeln, reist nach Kamerun. Er soll ein Entwicklungshilfeprojekt evaluieren. Schon lange hat er den Kontinent nicht mehr betreten. Doch statt auf neue Perspektiven trifft er auf einen destruktiven, verlorenen Menschen: wie ein Phantom entzieht sich Ebbo seinem Gutachter.

VideoMarkt

Ebbo leitet in Afrika ein Projekt zur Bekämpfung der Schlafkrankheit. Seine Frau Vera, die hier seit 20 Jahren mit ihm lebt, fühlt sich auf dem "Schwarzen Kontinent" aber nicht mehr wohl - vor allem seitdem Tochter Helen in Deutschland ein Internat besucht. Ebbo mag aber nicht in das Land heimkehren, das ihm fremd geworden ist, und trennt sich schweren Herzens von der geliebten Vera. Drei Jahre später reist ein französischer Mediziner nach Kamerun. Dort trifft er auf Ebbo - und lernt in ihm einen verlorenen Menschen kennen.

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Kundenrezensionen

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4.5 von 5 Sternen
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Orientierungslos... 22. Januar 2012
Von Martin Ostermann TOP 500 REZENSENT
Format:DVD
... sind nicht nur fast alle Figuren in diesem Film, sondern die überwiegende Zeit bleibt es auch der Betrachter. Das liegt zum einen an der Kargheit und Sprunghaftigkeit der Erzählung: Der Kern der Handlung dreht sich um ein Entwicklungshilfe-Projekt zur Bekämpfung der Schlafkrankheit im zentralafrikanischen Kamerun bzw. darum, dass dieses Projekt zwar immer noch mit viel Geld der WHO gefördert wird, es aber kaum noch Kranke gibt. In der ersten Hälfte des Films ist der Leiter des Projekts, der deutsche Arzt Ebbo Velten, im Zentrum des Interesses. Zu Beginn ist der Zuschauer mit ihm, seiner Frau und seiner Tochter gemeinsam unterwegs und erfährt, dass Ebbo nun nach fünf Jahren nach Deutschland zurückkehren will/soll. Es folgen Begegnungen mit anderen Europäern (einem Franzosen, der Geschäftsideen verfolgt, und einem bulgarischen Arzt, der Ebbos Nachfolger werden soll) und mit einheimischen Angestellten und Regierungsvertretern. Noch bevor der Betrachter sieht, ob Ebbo nun seiner bereits abgereisten Frau und Tochter folgt, wird die Leinwand schwarz, ein Sprung um drei Jahre wird angezeigt und wir begleiten nun Alex Nzila, einen französischen Arzt mit schwarzafrikanischen Wurzeln, der in Paris bei der WHO arbeitet und nach Kamerun geschickt wird. Dort angekommen funktioniert eigentlich nichts: keine Abholung vom Flughafen, kein Antreffen der Verantwortlichen. Nun erfährt der Betrachter erst, dass Alex das Projekt zur Schlafkrankheit evaluieren soll und sich daher mit Ebbo treffen will. Dass dieses Treffen stattfindet, verrät bereits das Kinoplakat bzw. das DVD-Cover, aber auch diese Begegnung verläuft so ganz anders wie schon der vorangegangene Teil des Films.

"Schlafkrankheit" ist der dritte Spielfilm des Regisseurs und Drehbuchautors Ulrich Köhler (Bungalow und Montag kommen die Fenster), der bereits in seinen vorangegangenen Geschichten von Menschen auf der Suche nach ihrem Platz im Leben, von ihren Wünschen, Träumen und zuletzt ihrer Identität angesichts der Widerstände des Alltags erzählt. Die titelgebende Schlafkrankheit dient neben der inhaltlichen Ebene auch als Metapher für den Verlust der Orientierung und des Bewusstseins. Wie im Roman von Joseph Conrad (Herz der Finsternis: Roman, der erkennbar den Hintergrund der Filmerzählung bildet, begeben sich die Hauptfiguren (und mit ihnen die Betrachter) immer tiefer in den afrikanischen Dschungel hinein und entfernen sich von der Zivilisation, der Gemeinschaft und den Sicherheiten bis sie verloren scheinen und auch ein Mythos, wie die Metamorphose eines Menschen zu einem Tier, als mögliche Wirklichkeit erscheint.

Der Film "Schlafkrankheit", für den Ulrich Köhler auf der Berlinale 2011 den silbernen Bären für die beste Regie erhielt, macht es dem Betrachter nicht leicht auf dieser Reise auf der Suche nach Gesichertem, Orientierung und Identität zu folgen, denn neben dem plötzlichen Wechsel der Hauptfigur, werden viele Szenen nur angerissen bzw. Handlungsfäden bleiben unvollendet, es gibt keine Rückblenden und nur wenig Erklärendes. Stilistisch ist der Film der "Berliner Schule" zuzurechnen, die mit minimalem Aufwand (spartanische Erzählhaltung, keine Effekte, kaum Musik) versucht, den Betrachter intellektuell zum Weiterspinnen des Gezeigten anzuregen. Dieses etwas verkopfte Vorgehen verlangt zwar Aufmerksamkeit und Mitarbeit des Zuschauers (der also nicht einfach 'nur genießen' kann), entschädigt aber mit faszinierender Bildsprache und inspirierenden Fragen. Bereits der Vorspann, der sich erst nur aus wenigen Worten 'Licht, Ton, Schnitt, Film' dann zu einer einzigen Tafel mit allen Namen zusammensetzt, um schließlich den Titel daraus zu bilden, verrät viel über die Kunstform Film, die hier angestrebt wird.
Anspruchsvoll und empfehlenswert!

Die Extras der DVD enthalten u.a. ein längeres Interview mit dem Regisseur, welches einiges über seine Arbeits- und Vorgehensweise vermittelt. Zudem hat der Film auch einen biographischen Bezug: geboren 1969 in Marburg, verbrachte Köhler in seiner Kindheit mehrere Jahre in Zaire, dem heutigen Kongo, wo seine Eltern als Entwicklungshelfer arbeiteten.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Beindruckender Film 7. Februar 2013
Von Moeletsi
Format:DVD
Am 6. Februar 2013 wurde der Film endlich auch bei ARTE gezeigt. Wie üblich bei Filmen die sich kritisch mit Entwicklungshilfe auseinandersetzen wurde er in Konkurrenz zu einem Fußball-Länderspiel gezeigt, so dass nur wenige den Film gesehen haben dürften.Ich empfehle die DVD zu bestellen.

Hohen Wiedererkennungswert für Kamerun-Kenner haben schon die ersten Bilder, die hintereinander zahlreiche Tieflader mit Tropenholz zeigen. Die Lkws rasen jeden Abend gegen 22 Uhr durch die Hauptstadt Jaunde zum Hafen Duala.Die Fahrer haben eine große Verantwortung und verdienen aber nur etwa 300 Euro pro Monat. Die Ambiente am Flughafen und im Krankenhaus ist sehr realistisch. Die Konferenz im Ministerium über die Finanzierung einer nicht existierenden Epidemie ist ebenfalls wirklichkeitsnah. Wunderbar die Alltagsszenen.Das alles hat jeder erlebt, der in Kamerun gearbeitet hat. Auch "verbuschte Europäer" hier gespielt von dem Niederländer Pierre Bokma sind mir begegnet. Nichts ist übertrieben.Der Film ist ein Lehrstück über die Entwicklungshilfe.Nur das Ende war mir zu esoterisch, deshalb nur 4 Sterne.

Am Rande: die Schlafkrankheit wurde in Kamerun bereits in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts von dem französischen Militärarzt Dr. Eugène Jannot ausgerottet. Inzwischen gibt es wieder einige wenige Fälle.

Unbedingt ansehen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Droge Afrika 20. April 2012
Format:DVD
In der Familie Velten herrscht Aufbruchstimmung. Der Arzt Ebbo Velten will mit seiner Frau Vera die Zelte in Afrika abbrechen und nach Deutschland zurückkehren. Alles scheint geregelt und Vera nimmt einen früheren Flieger.

Hier kommt es zu einem Schnitt. Mehrere Jahre später bereist Alex Nzila im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation WHO den schwarzen Kontinent. Er soll überprüfen, ob von der WHO finanzierte Projekte weiterhin gefördert werden sollen oder nicht. Zu seinen Ansprechpartnern gehört auch Ebbo Velten, der nach wie vor in Afrika tätig ist.

Die Geschichte hat etwas von Joseph Conrads 'Herz der Finsternis'. Auch hier scheint ein Europäer in Don Quijote-Manier gegen Windmühlen anzukämpfen. Filigrane Dialoge und schlüssige Handlungen feilen an den Profilen der Protagonisten und bringen sonderbare Typen zutage. Die Szenenbilder bieten dem Auge zahlreiche Eyecatcher und tragen viel zur Atmosphäre bei. Keine leichte Kost, aber sehenswert.
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