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Schlafes Bruder: Roman
 
 
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Schlafes Bruder: Roman [Gebundene Ausgabe]

Robert Schneider
4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (114 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 202 Seiten
  • Verlag: Reclam Leipzig; Auflage: 8., Aufl. (1995)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3379007439
  • ISBN-13: 978-3379007436
  • Größe und/oder Gewicht: 22,1 x 12,6 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (114 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 508.160 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Robert Schneider siedelt seinen Roman über das verkannte musikalische Genie Johannes Elias Alder in dem rauhen, vorarlbergischen Bergdorf Eschberg an, dessen Einwohner nur über alltägliche Dinge sprechen, sich ansonsten in Andeutungen ergehen und im Zweifelsfall lieber schweigen als reden. Elias, der von Geburt an anders ist als die Bauern, wird von diesen Menschen gemieden und von seiner eigenen Mutter abgelehnt.

So wie die drei Feuer, die das Dorf nach und nach auslöschen, so löscht die Enttäuschung über drei wichtige Menschen (Mutter, Vater und die unerwiderte Liebe zu Elsbeth) schließlich das Leben des zweiundzwanzigjährigen Elias aus.

Dieser Roman, der vordergründig sehr nüchtern, ja fast wie eine Chronik erzählt ist, bezieht seine Atmosphäre aus winzigen Details –- der Hut des Vaters als einziger Trost für den kleinen Jungen, die sparsame, aber umso deutlicher entsetzte Reaktion des jugendlichen Elias, als er sieht wie sein Vater einen Menschen umbringt.

Das Buch hat mich von Anfang bis zum Ende in seinen Bann gezogen. Ich habe es nicht –- wie Elias Canetti schrieb –- mit Freude gelesen, sondern mit einer großen Beklemmung und gleichzeitiger Begeisterung für den einzigartigen Stil Schneiders. Die Geschichte des Musikers Johannes Elias Alder wird mich sicher immer begleiten. --Cornelia Rediger -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Amazon.de-Hörbuchrezension

Robert Schneider siedelt seinen Roman über das verkannte musikalische Genie Johannes Elias Alder in dem rauhen, vorarlbergischen Bergdorf Eschberg an, dessen Einwohner nur über alltägliche Dinge sprechen, sich ansonsten in Andeutungen ergehen und im Zweifelsfall lieber schweigen als reden. Elias, der von Geburt an anders ist als die Bauern, wird von diesen Menschen gemieden und von seiner eigenen Mutter abgelehnt.

So wie die drei Feuer, die das Dorf nach und nach auslöschen, so löscht die Enttäuschung über drei wichtige Menschen (Mutter, Vater und die unerwiderte Liebe zu Elsbeth) schließlich das Leben des zweiundzwanzigjährigen Elias aus.

Dieser Roman, der vordergründig sehr nüchtern, ja fast wie eine Chronik erzählt ist, bezieht seine Atmosphäre aus winzigen Details –- der Hut des Vaters als einziger Trost für den kleinen Jungen, die sparsame, aber umso deutlicher entsetzte Reaktion des jugendlichen Elias, als er sieht wie sein Vater einen Menschen umbringt.

Das Buch hat mich von Anfang bis zum Ende in seinen Bann gezogen. Ich habe es nicht –- wie Elias Canetti schrieb –- mit Freude gelesen, sondern mit einer großen Beklemmung und gleichzeitiger Begeisterung für den einzigartigen Stil Schneiders. Die Geschichte des Musikers Johannes Elias Alder wird mich sicher immer begleiten. --Cornelia Rediger -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.


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25 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen "Wer liebt, schläft nicht!" - Zwischen Sehnen und Sinnlehre, 27. Dezember 2005
Rezension bezieht sich auf: Schlafes Bruder (Taschenbuch)
Eine grandiose Sprache beherrscht der 1961 geborene Robert Schneider, wie es scheint, schlafwandlerisch und mit handwerklerischem Geschick, aber was er auf diesem goldenen Boden erschafft, ist nichts Geringeres als "ein unvergessliches Buch" (Gérard Meudal, Libération) und "Staunen und Freude" (Elias Canetti). Denn über die gründliche stilistische Fertigkeit hinauswachsend treibt Schneider skurrile Ideen und fiktive Lebensentwürfe durch seine Zeilen, die sich um all die kleinen und großen Menschengefühle und Leidenschaften ranken und - den inneren Aufruhr krönend - um eine tödlich passionierte Liebe, auf deren sinnentleerter Kehrseite die jedoch weitaus tödlichere Leidenschaftslosigkeit steht.

Was schließlich in den Tod, "Schlafes Bruder" nämlich, mündet - ist es das Leid der Sehnsucht oder ist es das Leid der Sinnleere? -, darüber darf der mit neuem Sehnen angefüllte Leser nach Schließen des Buches nun selbst ausgiebig sinnieren. Wachgerüttelt ist er allemal, und im kalten Rauch des unvergesslichen Schwelbrandes, den das literarische Feuerwerk hinterlässt, schweben die gefährlichen Fragen nach dem Großen im menschlichen Dasein, die man doch so gerne - der Ruhe zuliebe - überhören mag. "Wer liebt, schläft nicht!", erinnert uns der Protagonist Elias Alder mit penetranter Dissonanz an etwas, das in uns gefälligst wachzubleiben hat, wollen wir nicht schon Jahrzehnte vor unserem Tod gestorben sein! Das Leben könnte so schön sein - wäre da nicht die aus jeder süßen Ruhe herausreißende Übermenschstimme eines Elias, der sich am Ende seines romanhaften Lebens - oder ist es vielleicht doch eine historische Dokumentation, wie uns Schneider immer wieder stilistisch suggerieren mag?! - freilich selbst zu Tode erweckt hat.

Denn "wer liebt, schläft nicht!" und folglich muss sterben, wer wirklich leidenschaftlich leben will. Mit diesem tonnengewichtigen Steinschlag lässt uns Schneider allein, und jeder nichtsahnende Leser muss sich nun überlegen, wieviel Schlaf er fortan in sein Leben einlassen möchte...

Das Große, mit dem der Roman uns wachrüttelt, wurde angesiedelt in einem kleinen "gottverlassenen Flecken des Landes, in einem inzüchtig abgelegenen, Bergdörfchen, und in der von uns Heutigen ebenso verlassenen Zeit um 1800. Gänzlich unbedeutend scheint der Rahmen für uns Heutige zu sein, und aus dieser vollkommenen Unaktualität webt Schneider gelassen Bedeutung um Bedeutung, die den Roman erbarmungslos jetztzeitig macht und "wie eine Droge wirken" (Martin Doerry, Der Spiegel) lässt. Dazu die wilden, gänzlich unakademischen musikalischen Ausbrüche des Elias Alder! Diese übermenschlichen Klangtsunamis schließlich führen unsere Geschichte in eine jenseitige Welt hinein, und man erahnt die allgegenwärtige Transzendenz, die den einfachen, bodenständigen Worten Schneiders innewohnt. Und das verzweifelte Kreischen des bloß materiell exsístenten Menschen nach jenem Mehr, das ihm auf Erden stets verloren zu gehen droht, hört der Leser klirrend leise aus seinem eigenen Mark und Bein erschrillen.

***

Ein seltenes literarisches Kleinod, das allerdings nicht die richtige Lektüre ist, wenn man gerne beim Lesen ein wenig entspannen möchte! Wer sich aber von einem fulminanten Kunstwerk an- und aufregen lassen, aufrütteln lassen möchte, wer Lebensfragen nach Sehnsucht und Sinnlehre in einer hervorragend zugeschnittenen Geschichte lesen will, der kann auf Schneiders zeitlosen Roman zugreifen und wird ihn im Leben nicht mehr vergessen!

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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Grausam schön - eine erstaunliches Werk!, 23. Dezember 2007
Rezension bezieht sich auf: Schlafes Bruder (Taschenbuch)
Unglaublich daß das Buch Robert Schneiders zuvor von so vielen Verlagen abgelehnt wurde! Kurz nach Erscheinungsdatum gekauft wurde dieser Band inzwischen von mir und Bekannten schon so häufig gelesen, daß der Einband bereits abgegriffen ist. Schneiders Schreibstil ist keineswegs ein Abklatsch alter Literatur - vielmehr hat dieser Autor durch seine eigenen Einflüsse eine völlig eigene revolutionäre Sprache geschaffen, der ich mich, einmal angefangen zu lesen, nicht mehr entziehen konnte. Der Dreck, die Armut und die Härte des Lebens in dem kleinen österreichischen Bergdorf wird von Robert Schneider so gut in Worte gefasst, daß man denkt das Übel und das Elend regelrecht zu schmecken. In dieser Kulisse spinnt sich ein Drama der Liebe zusammen, das sich weitab von Romantik und Poesie bewegt. Eifersucht schlägt in blinden Hass und blanke gewissenlose Gewalt um und spitzt sich zu, zu einer derart tiefen Besessenheit, wie sie zuvor noch nie auf Papier gebracht wurde.
Und es sind genau diese Abgründe, die dieses Buch so unglaublich faszinierend machen.
Nachdem das Buch im Vorfeld schon in den Himmel gelobt wurde, hab ich es vorerst mit eher kritischer Erwartung in die Hand genommen - aber ich kann es nur bestätigen: Hier wurde literarische Geschichte geschrieben. Unbedingt lesen!
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36 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Eines der beeindruckendsten Bücher, die ich je gelesen habe, 29. Dezember 2002
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Schlafes Bruder (Taschenbuch)
Anfänglich habe ich nur unwillig zu diesem Buch gegriffen, da ich es für den Deutsch-Unterricht lesen musste, aber schon nach der ersten Seite war ich von diesem Buch zutiefst gefesselt. Schon nach kurzer Eingewöhnung, ist es ein wahres Vergügen Robert Schneiders doch etwas ungewöhnlichem Erzählstil zu folgen, der es meisterhaft versteht, die triste und harte Realität der Bauern vergangener Zeiten mit dem Märchenhaften und Wunderbaren zu verbinden. Inmitten der unsäglichen Trostlosigkeit des Vorarlberger Bergbauern-Daseins im 19. Jahrhundert, lässt er Elias Alder, gleich einem Wunder, erstehen. Ein Mensch mit einer nahezu unglaublichen musikalischen Begabung und der Fähigkeit wahrhaft und mit aller Leidenschaft zu lieben. Leidenschaften an denen er letztendlich zerbrechen wird.

Ich habe auch einige der anderen Kritiken gelesen, und muss sagen, dass sie dem Buch teilweise unrecht tun. Meist geschrieben von Schülern, die in einem liebevollen und fürsorglichen Elternhaus aufwachsen, und darum nicht nachvollziehen können was bittere Armut, Ausweglosigkeit und ungebildeter Fanatismus mit Menschen anrichten kann, und diesem Buch Irrealismus vorwerfen. Aus Erzählungen meiner Mutter, über ihre eigene Mutter, Großmutter und Urgroßmutter, die aus dem bäuerlichen Milieu stammten, weiß ich jedoch, dass diese Beschreibung der bäuerlichen Lebensweise vergangener Zeiten, näher an der Realität ist, als wir uns das heute glüchklicherweise vorstellen können.

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