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Schlafes Bruder [Taschenbuch]

Robert Schneider
4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (128 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

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Robert Schneider siedelt seinen Roman über das verkannte musikalische Genie Johannes Elias Alder in dem rauhen, vorarlbergischen Bergdorf Eschberg an, dessen Einwohner nur über alltägliche Dinge sprechen, sich ansonsten in Andeutungen ergehen und im Zweifelsfall lieber schweigen als reden. Elias, der von Geburt an anders ist als die Bauern, wird von diesen Menschen gemieden und von seiner eigenen Mutter abgelehnt.

So wie die drei Feuer, die das Dorf nach und nach auslöschen, so löscht die Enttäuschung über drei wichtige Menschen (Mutter, Vater und die unerwiderte Liebe zu Elsbeth) schließlich das Leben des zweiundzwanzigjährigen Elias aus.

Dieser Roman, der vordergründig sehr nüchtern, ja fast wie eine Chronik erzählt ist, bezieht seine Atmosphäre aus winzigen Details –- der Hut des Vaters als einziger Trost für den kleinen Jungen, die sparsame, aber umso deutlicher entsetzte Reaktion des jugendlichen Elias, als er sieht wie sein Vater einen Menschen umbringt.

Das Buch hat mich von Anfang bis zum Ende in seinen Bann gezogen. Ich habe es nicht –- wie Elias Canetti schrieb –- mit Freude gelesen, sondern mit einer großen Beklemmung und gleichzeitiger Begeisterung für den einzigartigen Stil Schneiders. Die Geschichte des Musikers Johannes Elias Alder wird mich sicher immer begleiten. --Cornelia Rediger -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

"Ein Genie ohne Erweckung, ein Künstler ohne Berufung - das ist das Thema dieser fast spektakulär gut erzählten Geschichte."
(FAZ)
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Rezension

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Schlafes Bruder
OA 1992 Form Roman Epoche Gegenwart
Der mit zahlreichen Preisen bedachte und in rund 25 Sprachen übersetzte Roman-Bestseller Schlafes Bruder von Robert Schneider erzählt die Geschichte eines hochbegabten jungen Mannes in hinterwäldlerischem Milieu.
Inhalt: In Eschberg, einem rheintalischen Dorf, in dem die Zeit stehen geblieben scheint, wird mit Johann Elias Alder am Johannistag (24.6.) 1803 ein Junge in die Dorfgemeinschaft geboren, der offenbar bei einem Seitensprung der Mutter gezeugt wurde. Im Alter von fünf Jahren durchlebt Elias innerhalb einer einzigen Nacht seine gesamte Pubertät: seine zunächst gläserne Stimme wandelt sich zu einer Bassstimme, die Augen beginnen gelb zu leuchten, doch vor allen Dingen entwickelt sich in dieser Nacht sein übernatürlich feines Gehör. So hört er nun zum ersten Mal den Herzschlag des Fötus, der zu seiner späteren Geliebten, der Cousine Elsbeth heranwachsen wird. Aufgrund seiner körperlichen Missbildung wird Elias von seinen Eltern zwei Jahre lang in seine Kammer gesperrt, sodass niemand ihn zu sehen bekommt. Lediglich sein gleichaltriger Cousin Peter schleicht sich heimlich zu ihm und schließt Freundschaft. Er erkennt als einziger im Dorf Elias’ Genialität, die er allerdings zu verbergen trachtet. Bald darauf wird Elsbeth, Peters jüngere Schwester geboren. Elias bringt sich nachts heimlich das Orgelspielen bei, weil der Organist, der Elias Talent fürchtet, sich weigert, ihn zu unterrichten. Aus Hass auf seinen Vater legt Peter Weihnachten 1815 ein Feuer im eigenen Stall. Elias, der intuitiv spürt, dass Elsbeth in Gefahr ist, rettet sie aus den Flammen.
Zu einem jungen Erwachsenen herangereift, darf Elias, inzwischen Dorflehrer geworden, während des Gottesdienstes die Orgel spielen, weil der Organist erkrankt und sich später umbringt. Die Bauern des Dorfs sind angerührt von seinem Spiel, erkennen aber nicht Elias’ Genialität. Zugleich versucht Elias seiner Liebe Elsbeth nahezukommen. Doch Elsbeth erwidert Elias Liebe nicht; sie wird von einem anderen Mann schwanger. Elias erhält seine ursprüngliche Augenfarbe zurück und scheint von der Sehnsucht nach Elsbeth erlöst zu sein.
Eines Tages kommt der Domorganist Goller nach Eschberg, der die musikalische Genialität Elias’ erkennt und ihn zu einem Orgel-Wettbewerb in die Domstadt Feldberg einlädt. Dort fällt ihm die Aufgabe zu, über den Choral Kömm o Tod, du Schlafes Bruder zu improvisieren, die er bravourös meistert. Er gewinnt den Wettbewerb. Auf der Rückreise ins Heimatdorf entschließt sich Elias nicht mehr zu schlafen, denn er erinnert sich an die Worte eines Wanderpredigers, dass, wer schlafe, nicht liebe. Mit Peters Hilfe, der Elias auf eigenen Wunsch an einen Baum fesselt, stirbt er nach mehreren Tagen entkräftet durch Schlafentzug.
Aufbau: Um einen Höhe- und Wendepunkt in der Mitte des Buchs rankt sich die tragische Geschichte Elias Alders und seines Gegenspielers Peter. Diese wird von einem allwissenden Erzähler wiedergegeben, der mit archaischer, sehr altertümlich wirkender Sprache die Geschichte des Dorfes Eschberg und Elias Alders rückblickend erzählt. Häufig kommentiert und erklärt er das Geschehene, hält die Geschichte zwischen tragischer Ernsthaftigkeit und ironischer Distanz.
Darüber hinaus spielt der Roman mit deutlichen autobiografischen Zügen auf zahlreiche literarische und musikalische Werke an, so z. B. auf die Bachkantate Ich will den Kreuzstab gerne tragen, dessen Schluss-Choral Komm, o Tod, du Schlafes Bruder dem Roman seinen Titel gab, die Blechtrommel von Günter R Grass, Das Parfüm von Patrick R Süskind sowie auf Dichter wie Jeremias R Gotthelf und Gottfried R Keller. Durch diese Bezüge entsteht eine Vielzahl von Bedeutungsebenen und Interpretationsmöglichkeiten. Sie machen Schlafes Bruder zu einem typischen Werk der mit literarischen Traditionen spielenden Postmoderne.
Wirkung: Nachdem im Jahr 1990 22 Verlage das Manuskript abgelehnt hatten, bekundete der Reclam Verlag in Leipzig sein Interesse und brachte das Buch 1992 mit einer Startauflage von 4000 Exemplaren heraus. Erstaunlich positive Rezensionen in den großen Tageszeitungen machten den Roman zu einem literarischen Geheimtipp, der durch die Frankfurter Buchmesse und eine Besprechung in der Fernsehsendung »Das literarische Quartett« zur Sensation wurde. Ende 1992 waren bereits 40 000 Exemplare verkauft, 1995, inklusive der Taschenbuchausgabe, über 700 000 Exemplare. Ebenfalls 1995 kam die Verfilmung des Buchs von Joseph Vilsmeier ins Kino, die jedoch die Dichte und Vielschichtigkeit des Romans nicht annähernd erreicht. Inzwischen gibt es auch eine Theaterfassung, eine Oper und ein Hörspiel nach dem Roman, der in über 25 Sprachen übersetzt wurde. St. N.

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Robert Schneider, geboren 1961, lebt in Meschach, einem Bergdorf in Vorarlberg. Für seinen Debütroman "Schlafes Bruder" (1992) erhielt er zahlreiche in- und ausländische Preise, das Buch wurde in 24 Sprachen übersetzt. 1998 erschien, ebenfalls mit großem Erfolg, im Blessing Verlag sein zweiter Roman "Die Luftgängerin".

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Wer liebt, schläft nicht

Das ist die Geschichte des Musikers Johannes Elias Alder, der zweiundzwanzigjährig sein Leben zu Tode brachte, nachdem er beschlossen hatte, nicht mehr zu schlafen.

Denn er war in unsägliche und darum unglückliche Liebe zu seiner Cousine Elsbeth entbrannt und seit jener Zeit nicht länger willens, auch nur einen Augenblick lang zu ruhen, bis daß er das Geheimnis der Unmöglichkeit seines Liebens zugrunde geforscht hätte. Tapfer hielt er bis zu seinem unglaublichen Ende bei sich, daß die Zeit des Schlafs Verschwendung und folglich Sünde sei, ihm dereinst im Fegefeuer aufgerechnet werde, denn im Schlaf sei man tot, jedenfalls, lebe man nicht wirklich. Nicht von ungefähr vergliche ein altes Wort Schlaf und Tod mit Brüdern. Wie, dachte er, könne ein Mann reinen Herzens behaupten, er liebe sein Weib ein Leben lang, tue dies aber nur des Tags und dann vielleicht nur über die Dauer eines Gedankens? Das könne nicht von Wahrheit zeugen, denn wer schlafe, liebe nicht.

So dachte Johannes Elias Alder, und sein spektakulärer Tod war der letzte Tribut dieser Liebe. Die Welt dieses Menschen und den Lauf seines elenden Lebens wollen wir beschreiben. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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