Aus der Amazon.de-Redaktion
Ganz leicht, wie im Schlaf ist es nicht, und knapp 500 Seiten mögen zunächst eher abschrecken, aber wer's einmal angefangen, dann geschafft hat, der hat sich denn auch ein Wissen so rundum angeeignet, dass sich damit trefflich jonglieren lässt: vom Traum bis zum Schnarchen, von der Müdigkeit bis zur inneren Uhr. Versprochen, sie können mitreden!
Das Buch rund um die Stunden des Tages, denen wir uns mehr oder weniger freiwillig, mehr oder weniger problemlos und mehr oder weniger kenntnisreich in schöner Regelmäßigkeit hingeben, erfüllt gleich mehrerlei. Es ist ein Ratgeber, ein Nachschlagewerk, eine Lektüre, die man aber auch, irgendwo einfach reingesprungen, kapitelweise lesen kann.
Und was das Buch über "den merkwürdigen Zustand der Bewusstlosigkeit" besonders auszeichnet: der Autor ist Pionier der Schlafforschung, gründete 1970 an der Stanforder Universität das erste Schlafforschungszentrum. Niemals zuvor, so sagt er, sei die Kluft zwischen dem medizinischen Forschungswissen und der tatsächlichen Anwendung so groß gewesen. Mit anderen Worten: es könnte weitaus mehr Menschen geholfen werden, als es der Fall ist. Das Tückische: Patienten werden auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Immunsystem-Störungen, Leistungsschwäche behandelt, jedoch wird die Schlafstörung, die Auslöser für die Beschwerden ist, sehr häufig nicht erkannt. Für die Patienten oft eine wahre Odyssee auf ihrem Therapieweg.
Der für andere Sachbücher bereits ausgezeichnete Autor nimmt in der angenehmen Ich-Form den Leser begleitend an die Hand, schildert anschaulich und sprachlich populär viele Beispielfälle, lässt nicht allein bei Fremdworten (ausführlicher Anhang) und der Suche nach weiterhelfenden Adressen.
Wer denn aber denkt, es reiche aus, das Buch während der Nacht unters Kopfkissen zu legen, dem sei gesagt: "...im Schlaf zu lernen,... diese Möglichkeit ist definitiv widerlegt worden."--Barbara Wegmann
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Neue Zürcher Zeitung
Schlaflose Gesellschaft. Über «schlechten Schlaf» klagen hierzulande bis zu 50 Prozent der Erwachsenen. Wer freiwillig oder notgedrungen gegen die «innere Uhr» lebt, ist besonders gefährdet: Schlaflosigkeit oder andere Schlafstörungen sind der Preis für den rücksichtslosen Umgang mit dem «Lichtsensor» im Gehirn, der Melatonin ausschüttenden Zirbeldrüse. Das Hormon Melatonin macht müde und ist deshalb längst zum Schlafmittel avanciert, das zum Beispiel auf interkontinentalen Flügen die innere Uhr überlisten soll. Verschiedenste Faktoren können den gesunden Schlaf beeinträchtigen: Krankheiten wie Ein- und Durchschlafstörungen, ruhelose Beine («restless legs»), die Narkolepsie, das Schlafapnoe-Syndrom oder aber bizarre Störungen wie das Schlafwandeln, Zähneknirschen, Bettnässen, die Nachtangst oder Albträume und starke Tagesmüdigkeit. Nach 40 Jahren Schlafforschung legt der Amerikaner William C. Dement, Professor für Schlafmedizin an der Universität Stanford, ein umfassendes Werk über den Schlaf, seine Störungen, sein Ausbleiben und seine Heilkraft vor. Auch der Traum wird nicht etwa nur nach neurowissenschaftlichen Kriterien unter die Lupe genommen. Und siehe da: Der passionierte Schlafforscher kann in der Überzeugung, dass Träume eine Botschaft enthalten, «keine blanke Naivität entdecken». ipr.
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.