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Schlaf nun selig und süß: Roman
 
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Schlaf nun selig und süß: Roman [Gebundene Ausgabe]

Pierre Péju , Elsbeth Ranke
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 336 Seiten
  • Verlag: Piper (September 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3492049176
  • ISBN-13: 978-3492049177
  • Originaltitel: Le Rire de l'Ogre
  • Größe und/oder Gewicht: 19,4 x 12,4 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 351.328 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Pierre Péju
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Nach dem Krieg versuchen Péjus Helden die Grausamkeiten, von denen sie in ihren Erinnerungen heimgesucht werden, zu vergessen. Ein schwieriges Thema, das mit großartigem Feingefühl erzählt wird." (L Express)

Kurzbeschreibung

Eine Landschaft wie im Märchen: Der Wald umschließt das kleine Dorf, scheint es vor jeder Gefahr zu schützen. Ein Bild des Friedens, das ein düsteres Verbrechen birgt. Welches grausige Geschehen im Krieg brachte einen Vater dazu, Jahre später ausgerechnet hier seine beiden Kinder zu ermorden? Es ist das Jahr 1963, als der junge Franzose Paul während eines Sprachaufenthalts in Deutschland die Wahrheit erfährt, über die jeder so unerschütterlich schweigt. An einem Sommertag von Clara, der schönen, rätselhaften, so ganz anderen Clara, deren Vater den unheilvollen Ort immer wieder mit frischen Rosen ziert. Als Kinder des Friedens entdecken Paul und Clara, dass Gut und Böse auch im Krieg nicht so eindeutig sind, wie es scheint. Und die Liebe, die manchmal so bitter ist wie der Tod.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
sagenhaft 5. März 2008
Format:Gebundene Ausgabe
Ausgangspunkt ist die Begegnung des jungen Franzosen Paul mit der Deutschen Klara während eines Sprachaustauschs im Jahr 1963 in Bayern, in einem Bergdorf, das nach dem Zweiten Weltkrieg wieder zur Tagesordnung übergehen, so leben möchte "wie vorher". Nur Paul und Klara scheinen schwer zu tragen an der Last der Geschichte, an den Grauen, die hinter den Bäumen im Wald lauern und am Lachen des Oger ("Le rire de l'ogre", des kinderfressenden Monsters, so der frz. Titel), das sie heimsucht. Dies verbindet sie - und hindert sie andererseits ein Leben lang an ihrem Glück.

"Schlaf nun selig und süß" ist sehr dicht, konsequent auf mehreren Ebenen lesbar und eine Einladung zu sinnieren und zu philosophieren. Währenddessen verfolgt man auch noch gespannt das Schicksal der Hauptprotagonisten mit. Ich habe das Buch in zwei Tagen gelesen und war danach regelrecht erschlagen. Ja, es ist ziemlich bedrückend, man rätselt eine Weile über die Bedeutung der geschilderten Ereignisse. Aber eben dieses Rätseln ist interessant.

In der Vorgeschichte werden Kriegsverbrechen an jüdischen Frauen und Kindern nicht geschönt.

Peju kommt hier nicht so sehr mit einer Botschaft daher als er den Leser auffordert, Fragen zu stellen, sich Gedanken zu machen und zwar darüber, ob Massenverbrechen sich in eine Landschaft, in das kollektive Gedächtnis von Menschen und in deren Körper einschreiben, ob sich solche Traumata vererben und wie Individuen damit umgehen. Es geht um das Verlangen der Einen zu verdrängen und das Bedürfnis Anderer zu verstehen und aufzudecken. Es geht um historische Zeitläufte, Gräuel, zu denen Menschen fähig sind, und Psychologie.

Historische Genauigkeit mag hier nicht auf die Goldwaage gelegt werden. Peju ist vielleicht nicht der Richtige, über Befindlichkeiten der deutschen Nation nach dem Zweiten Weltkrieg zu urteilen. Deutsche Soldaten und französische Frauen sind etwas stereotyp dargestellt, Paul als eine Art Märtyrer. Die Ereignisse dienen jedoch nur als Folie, um die oben geschilderten Gedankengänge und psychischen Prozesse durchzuspielen.

Ungewöhnlich eingebettet ist das Ganze in Motive der Romantik, mit einem Zauberwald und einer Landschaft, in der das Unheimliche lauert, mit Sagenhelden und Doppelgängern, mit rastlos wandernden Akteuren; Unterbewusstsein und Verdrängen spielen eine große Rolle, unter der Oberfläche Verborgenes, das hervorgeholt werden will oder einfach spürbar und doch nicht greifbar ist - Peju ist ein großer Kenner der Romantik und ihrer Schauermärchen mit zahlreichen literaturwissenschaflichen Veröffentlichungen. Interessant auch hier wieder die Wortspiele und Assoziationsketten: Wald - Bäume - Wirrwarr (aus Gedanken oder Ästen) - Lichtung - Baumstumpf - Block - Risse - Hände. Hände, die töten und Hände, die auf die Welt verhelfen. Auftakt und Schluss des Romans bilden zwei Varianten eines Märchens über den Oger.

Peju verbindet historische Ereignisse des 20. Jahrhunderts, Judenvernichtung im Zweiten Weltkrieg, Widerstandsbewegung in Frankreich, Algerienkrieg, 1968; letzteres ein wiederkehrendes Thema bei ihm, ohne dabei sehr präzis zu werden.

Die Landschaftsbeschreibungen (der Bayerische Wald, der Berg Vercors in den französischen Alpen) sind mehr als nur Landschaftsbeschreibungen, Peju bringt die Persönlichkeit dieser Landschaften eindringlich rüber.

Ich habe den Roman auf Französisch gelesen, kann also zur Übersetzungsleistung von Frau Ranke nichts sagen.

Mir hat er "sagenhaft" gefallen!
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Die Sprache der Übersetzung ist wie in der kleinen Karthäuserin großartig.
Ich habe das Originale noch nicht gelesen, aber das von der kleinen Karthäuserin. Ich fand, der Text dort hätte sogar an Qualität gewonnen (wer die Übesetzerin kennt, bitte weitergeben), die Deutsche Sprache eignet sich unglaublich gut für P.P.s Sätze. Schärfer, genauer, klarer, die Geschichte gewann an Kontrasten (ähnlich Photoshops Schärfefilter wage ich zu vergleichen).

Zum jetzigen Buch: Es wird (mit vielen autobiografischen Elementen) von der gleichen tiefen Verzweiflung wie "Die Wohlgesinnten" von "Jonathan Littell" durchgezogen (das ich wiederum nur auf Französisch gelesen habe), wenn natürlich ganz anders. Aber manche Beweggründe zum Schreiben werden die Autoren "en commun" haben.
Aber sie birgt auch viele witzige Elemente (wie der Running-Gag um Pierre Pugets Name, sein fast Namensvetter, der auch real existiert hat).
Ich spüre auch der Hall einer tiefen Verzweiflung des Autors, angesichts der Geschichte seiner Großeltern -- also auch seiner, wie vermutlich bei jedem, der sich mit der großartigen deutschen Sprache, mit ihrer Kultur auseinandersetzt, im geißelnden Kegellicht der historischen Ereignissne, das alles Andere ins Schwarze und Nichtige kippen läßt.
Ich zog selbst vor fast 30 Jahren nach Deutschland, hatte aber schon 10 Jahre Brieffreunde und Austauschschüler (so wollte es mien Vater, trotz oder gerade wegen seiner Geschichte). Kein Tag ohne Konfrontation -- auch unbewußt -- mit dieser Dichotomie. Großartige Sprache, Kultur, Musik, Menschen, aber doch ... Aber wie ...
So erfasste mich das Buch, raubte mir Schlaf und Atem (heute nacht mit dem Text bis zur letzten Seite ringend), aber der Oger, der Oger lacht immer noch ...

Ein sehr gutes Buch. Mit einer interessant aufgebauten Spannungskurve: Wie beim Computerspiel, Level um Level gerät der Leser immer weiter in immer gefährlichere aber auch reichere Ebenen.
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