Nach "Schrei nicht so laut" (dtv 20956 - "Flesh and Blood", 2004) und "Schau nicht zurück" (dtv 21012 - "Ash and Bone", 2005) liegt mit "Schlaf nicht zu lange" (dtv 21064 - "Darkness and Light", 2006) der dritte Roman von John Harvey mit Frank Elder, einem pensionierten Detective, der sich nach Cornwall zurückgezogen hat, vor. Diesmal wird Frank Elder von einer Freundin seiner Ex-Frau Joanne, Jennie Preston, ersucht, ihre verschwundene Schwester Claire Meecham zu suchen. Ungern, aber doch, da er dort seine Tochter Katherine zu sehen hofft, macht er sich auf nach Nottingham. Es gelingt ihm einiges über Claire herauszufinden, was insbesondere ihre Schwester überrascht, doch sie selbst bleibt verschwunden. Bis sie 14 Tage später tot - wie aufgebahrt - in ihrem eigenen Haus auftaucht. Die Art und Weise ihrer "Aufbahrung" erinnert Elder an seinen allerersten und nie gelösten Fall. Den Mordfall übernimmt Maureen Prior, eine ehem. Kollegin Elders. Er wird ersucht, der Polizei Nottingham als Berater bei den Ermittlungen beizustehen - da er Claire Meecham gesucht hatte und aufgrund der Ähnlichkeit mit seinem ersten Fall, da der damalige Mörder möglicherweise erneut zugeschlagen hat. Und damit ist Frank Elder wieder in seinem Element - dem Cold Case. Schritt um Schritt vergleicht er die beiden Fälle und stellt fest, daß einige, die damals befragt wurden, erneut nicht als Täter ausgeschlossen werden können. Auf 428 spannenden Seiten gelingt es Maureen Prior und ihm die beiden Fälle zu lösen - worauf ihm gleich das Angebot gemacht wird, bei der landesweit operierenden National Crime Squad bei ungelösten Fälle, die über die "normalen" Grenzen hinausgehen, als Berater tätig zu werden. D.h. es ist noch mit einen Romanen zu rechnen, wo Cold Cases aufgeklärt werden.