Ulrike Krawczyk ist 1953 in Cannstatt geboren. Sie legte am Abendgymnasium ihr Abitur ab und studierte anschließend Germanistik und Linguistik. Während des Studiums hielt sie sich mehrere Monate in Frankreich auf. Als Tochter einer der bekanntesten Märchenforscherinnen Deutschlands, Sigrid Früh, widmete sich Krawczyk in ihrem Studium vor allem dem Märchen. Mittlerweile ist sie Herausgeberin mehrerer Märchensammlungen, einige davon brachte sie in Zusammenarbeit mit ihrer Mutter heraus. Seit Anfang der 90er Jahre erzählt Ulrike Krawczyk in Kindergärten, Schulen und Bibliotheken, bei Märchenwochen und Kulturtagen, bei Frauengruppen und Seniorenveranstaltungen vor Jung und Alt.
Streichen sie sich auch den "Schmutz aus den Ohren einer Eselin" (S.38) auf die Stirn wenn sie nicht schlafen können? Stehen sie immer mit dem "rechten Fuße zuerst" (S.38) auf? Sind sie auch das ganze Jahr hindurch müde, weil sie am Neujahrstag geschlafen haben? Oder wussten sie schon, dass wenn man "den kleinen Finger der linken Hand eines totgeborenen Kindes mitternachts auf einem Kreuzweg, gegen Norden sitzend, verzehrt, [man] - durch seinen Hauch tiefsten Schlaf hervorrufen [kann]" (S.40)? Diese und andere Weißheiten zum Thema Schlaf und Traum kann man in Ulrike Krawczyks Buch "Schlaf und Traum" nachlesen. Sie erzählt in einer Dreiteilung von Bräuchen und Aberglauben, die mit dem Schlaf, dem Alptraum und dem Traum verbunden und überliefert worden sind. Ausgeschmückt werden diese Brauchbeschreibungen mit zwanzig wunderschönen kleinen Märchen und Sagen, in denen der Schlaf, der Traum, der Alptraum und die Traumdeutung im Mittelpunkt stehen.
"Die Traumbuche", "Der goldene Dragoner", "Die Boten des Todes", "Die Erweckung der schönen Dörte", "Der Mann der nicht schlafen konnte", "Vom weißen und vom roten Kaiser" sind nur einige der Märchen die Krawczyk zusammengefasst hat und die dem Leser zum Träumen bringen und eine fremd gewordene und doch vertraute kindliche Stimmung in einem hervorrufen. Dieses Buch ist hervorragend geeignet, um einen dunklen, kalten Winterabend in Gesellschaft oder allein zu verbringen und die wunderbaren Märchen zu lesen und nachzuträumen.