Marneros widmet sich in diesem Buch einem in den Medien weit verbreiteten Thema: der Tötung von Kindern durch ihre Eltern. Wie in "Blinde Gewalt" oder "Sexualmörder" erzählt der Autor auch hier die Geschichten der Täter (die er v.a. aus seiner Tätigkeit als forensischer Gutachter kennt) und der Taten, die schockierender nicht sein können. Auch in diesem Buch gelingt es dem Autor an vielen Stellen, Mitgefühl für die Täter zu zeigen, ohne dabei Mitgefühl für die Opfer und das Grauen über die Taten zu verstecken.
Das Buch ist sehr übersichtlich aufgebaut. Es unterscheidet die "Tötung aus Liebe" (erweiterter Suizid), aus "Verzweiflung", aus "Verdrängung und Verheimlichung" (die negierte Schwangerschaft), aus "Rache", "mangelnder Liebe" (durch Vernachlässigung), aus "Überforderung", aus "Verwirrung bei Intelligenzminderung" sowie "unter dem Einfluss von Wahn und Halluzinationen". Zu jedem Aspekt wird mindestens ein Fallbeispiel geschildert.
Schnell wird klar, dass nicht alle Täter gefühlskalte Monster sind. Dass viele ihre Taten später sogar bereuen. Manche nur schwer mit der Schuld leben können.
Marneros gelingt auch mit diesem Buch wieder ein zwar schockierendes, aber ebenso lesenswertes Buch, das sowohl Laien als auch Fachleute nicht ungerührt lassen wird. Einen Stern Abzug gibt es für den m.E. furchtbaren Titel.