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Schlachthof 5 oder der Kinderkreuzzug
 
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Schlachthof 5 oder der Kinderkreuzzug (Taschenbuch)

von Kurt jr. Vonnegut (Autor)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 207 Seiten
  • Verlag: Rowohlt Tb. (Februar 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499115247
  • ISBN-13: 978-3499115240
  • Größe und/oder Gewicht: 18,9 x 11,6 x 1,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (18 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 35.392 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

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Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Schlachthof 5 oder Der Kinderkreuzzug
OT Slaughterhouse-Five, or The Children’s CrusadeOA 1969 DE 1970 Form Roman Epoche Postmoderne
Der Roman Schlachthof 5 oder Der Kinderkreuzzug, mit dem Kurt Vonnegut das traumatische Erlebnis der Bombardierung Dresdens aufarbeitete, gilt heute als einer der bedeutendsten zeitgenössischen US-amerikanischen Romane und als wichtigster Anti-Kriegsroman neben Catch 22 (1961) von Joseph R Heller. Beschrieben wird jedoch nicht die Zerstörung der Stadt, sondern die des Menschen, der »das größte Massaker in der Geschichte Europas« miterlebt hat. Untertitel und Name der Hauptfigur Billy Pilgrim (Pilger) verweisen auf die Kreuzzüge und zeugen von Vonneguts tiefem Pessimismus: Der Mensch ist letztlich unfähig, sein Tun zu begreifen und aus der Geschichte zu lernen.
Entstehung: Im Dezember 1944 war Vonnegut als US-amerikanischer Soldat in den Ardennen in Gefangenschaft geraten und nach Dresden deportiert worden, wo er zusammen mit 150 anderen GIs im Fleischkeller des Schlachthofs eingesperrt wurde. Dort überlebte er den amerikanisch-britischen Bombenangriff, bei dem in der Nacht des 13. Februar 1945 60 000 Menschen starben. Schon unmittelbar nach seiner Rückkehr in die USA wollte er über das erlebte Grauen schreiben, »aber mir fielen damals nicht viele Worte zu Dresden ein – jedenfalls nicht genug für ein Buch«. Erst nachdem er 1967 an den Ort der Schreckens zurückgekehrt war, konnte Schlachthof 5 entstehen.
Aufbau: Der Roman ist collagenartig zusammengesetzt, entfaltet sich scheinbar assoziativ und behandelt sein Thema auf unterschiedlichen Erzähl- und Zeitebenen und aus verschiedenen Perspektiven, bleibt dabei aber von bemerkenswert leichter Lesbarkeit. Im ersten und letzten Kapitel tritt der Autor selbst durch sein Double Yon Yonson auf, den Schöpfer der Romanfigur Billy Pilgrim, die als Soldat den Feuersturm von Dresden erlebt hat. Nach eigener Behauptung wird er später in einer fliegenden Untertasse auf den Planeten Tralfamadore entführt, der wie eine ideale Gegenwelt zu Billys 20. Jahrhundert erscheint, das von Chaos, Gewalt und Isolation gezeichnet ist.
Inhalt: Der Optiker Billy, der »irdischen Seelen Korrekturlinsen verschreibt«, hat sich im Dezember 1944 – Vonneguts Gefangennahme – »von der Zeit losgelöst«, driftet seitdem ohne eigene Kontrolle durch die Episoden seiner Biografie, vor allem der Kriegszeit, und berichtet 1967 (Beginn der Arbeit an Schlachthof 5) öffentlich im Radio von seiner Entführung nach Trafalmadore, wo er nackt im Zoo ausgestellt worden sei. Natürlich glaubt ihm niemand. Je näher der (nicht geschilderte) Feuersturm rückt, desto wirrer prasseln die Bruchstücke seines Lebens auf ihn ein, flüchtet sich Billy immer tiefer in die Hirngespinste seines durch das unverarbeitete Grauen bedingten Wahnsinns. Als er das Unfassbare endlich aussprechen kann, hat man ihn längst für verrückt erklärt.
Wirkung: Aufgrund der Synechie aus ernster und trivialer Literatur sowie der Rückgriffe auf Showeffekte der Popkultur, aber auch wegen seines zuweilen sarkastischen Humors war Vonnegut die Zustimmung der Kritik lange versagt geblieben. Seine Bücher wurden abwertend der Sciencefiction-Literatur zugerechnet. Dies änderte sich schlagartig mit Schlachthof 5. Der Roman machte ihn zum Idol der US-amerikanischen Gegenkultur. Eine Verfilmung folgte 1971 durch George Roy Hill. A. C. K.

Pressestimmen

"Kurt Vonnegut ist George Orwell, Dr. Caligari und Flash Gordon in einer Person." (Time)

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47 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen Schlachthof-Fünf - oder: Die Übersetzung des Grauens, 24. August 1999
Von Ein Kunde
An und für sich ist es schön, einen Klassiker der modernen amerikanischen Literatur in Händen zu halten. Jedoch verschlägt es mir die Sprache, wenn ich zwischen der englischsprachigen Originalfassung und dem Machwerk des deutschen Verlags vergleiche (meines Wissens nach war nicht Rowohlt, sondern ursprünglich Hoffmann und Campe für dieses "Verbrechen" verantwortlich). Die "Green Berets" heißen "Grüne Mützen", aus "blood pudding" (Blutwürste) wird schlicht und einfach "Blutpudding" (was immer das auch sein mag...) - und zu guter Letzt wird das wohlbekannte "blow job" mit (JA!) "Düsenflugzeug" übersetzt. Es handelt sich nur um einige wenige Beispiele. Ich selbst habe beiden Verlagen eine Neuübersetzung angeboten - ohne finanzielle Interessen. Ich habe sie nach monatelanger Arbeit fertiggestellt, aber offensichtlich besteht von keiner Seite Interesse daran, diesem Werk die Beachtung und Wertschätzung zukommen zu lassen, die es verdient hat. Man hat sich nicht einmal die Mühe gemacht, ein paar Seiten zum Vergleich anzufordern. Ohne Worte.
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92 von 99 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Weltliteratur in grauenhafter Übersetzung, 4. Dezember 2005
Dem amerikanischen Original ("Slaughterhouse five") habe ich ohne Zögern 5 Sterne verliehen, denn die hat dieses umwerfend verquere Anti-Kriegsbuch, diese durchgeknallte Science-Fiction-Parodie wahrlich verdient. Ein Meisterwerk!
Aber wehe, wehe, wehe, wenn ich die Übersetzung sehe! – Dazu später.

Zum (hervorragenden) Roman selbst:
"Schlachthof fünf" ist ein komisches Anti-Kriegsbuch, eine Science-Fiction-Parodie, die ausschließlich in der Gegenwart spielt (oder besser: in den Gegenwarten...) – Vonnegut zieht hier alle Register literarischer Klischees durch den Kakao.
Vordergründig geht es um Kriegserlebnisse, die der Erzähler der Rahmenhandlung, Yon Yonson, nicht verarbeiten kann – er erlebte die Bombardierung Dresdens. In dem Roman, den er schließlich schreibt, geht es um die Geschichte von Billy Pilgrim, der ebenfalls als Kriegsgefangener die Bombenangriffe auf Dresden erlebte – und überlebte. Und eigentlich geht es darum, wie man die Welt, die Geschichte der Menschheit sehen soll. Nicht umsonst ist der Protagonist ein Optiker, der in einem nachgerade grotesken Optiker-Milieu lebt mit dem Auftrag, das Sehvermögen der Menschheit zu korrigieren. Man fragt sich nun, auf welcher Norm diese Korrekturen definitionsgemäß beruhen – und ob es diese Norm überhaupt gibt, geben kann. Genau dies stellt nämlich Billy Pilgrims Dasein in Frage.
Doch was hat es mit diesem Pilgrim auf sich? Er erinnert an einen modernen Narren in Christo – schon die abenteuerliche Kostümierung, in der er Krieg und Gefangenschaft erlebt, ist alles andere als soldatisch. So waren Hofnarren früherer Zeiten gekleidet, die als einzige dem König die Wahrheit sagen durften. Aber das 20. Jahrhundert kennt keine Hofnarren mehr, also erklärt man Pilgrim irgendwann für verrückt; ein leichter Nervenzusammenbruch als Auslöser. Die anderen Romanfiguren bleiben Typen, seltsam marionettenhaft, egal wie lebhaft und ergreifend sie geschildert sein mögen. Auf mich wirkte "Schlachthof fünf" daher auch wie die Romanfassung einer modernen commedia dell'arte – komisch, grotesk und grausam zugleich; ein Narrentanz, der eine grauenhafte Geschichte mit den Mitteln der Komik erzählt.
Prägend in Pilgrims Biographie war der Bombenangriff auf Dresden. Aber in seiner Kurzbiographie zu Beginn von Kapitel 2 erfährt man lediglich von seiner Gefangennahme durch die Deutschen und seiner ehrenhaften Entlassung aus der Armee – und von einem Nervenzusammenbruch, mit dem es eigene Bewandtnis hat: Der Name ist Programm; Pilgrim ist tatsächlich eine Art Pilger – aber seine Pilgerfahrt führt ihn nicht durch den Raum, sondern durch die Zeit. Ein Raumschiff aus Tralfamadore hat ihn einmal in eine Zivilisation entführt, die in vier Dimensionen lebt. Chronologische Abläufe sind für sie punktuell darstellbar und wiederholbar – aber nicht zu ändern. Alles ist, wie es ist: "Wenn ein Tralfamadorianer eine Leiche sieht, ist alles, was er denkt, daß der Tote in diesem besonderen Augenblick in einem schlechten Zustand ist". Die Zukunft ist immer gegenwärtig. "So it goes" – "So kann's gehen" (und nicht: "So geht das"!), dieser Satz zieht sich als resignatives Leitmotiv durch den Roman. Billy übernimmt von den Tralfamadorianern deren Wahrnehmung und bewegt sich fortan assoziativ durch die Zeit(en): Die Klotür in seiner Wohnung führt in die Latrinen vom Gefangenenlager 1944, und der Rückweg führt wieder ins Schlafzimmer von 1953... Diese Zeitreisen sind verschränkt mit den Groschenromanen eines erfolglosen Science-Fiction-Autors. Der Leser bleibt bis zuletzt im Ungewissen: Spricht Billy die Wahrheit, oder sind seine Zeitreisen assoziative Bewusstseinsströme, beeinflusst durch die Phantasie eines drittklassigen Schriftstellers? Oder, allgemeiner: Nach welchen Kriterien beurteilt Billy, welche Korrekturgläser zur Wahrnehmung der Wirklichkeit er der Menschheit verpassen will? Gibt es diese Kriterien überhaupt?

"Schlachthof fünf" ist ein außergewöhnlich geistreiches Buch, ein faszinierendes Gedankenexperiment, ein bestürzend authentischer Bericht über die Auswirkungen des Krieges auf den Menschen, der zeigt, wie nahe Komik und Grauen beieinander liegen können.
"Schlachthof fünf" ist aber auch ein trauriges Paradebeispiel dafür, wie eine hingeschluderte Übersetzung Weltliteratur entstellen kann – und zwar auf allen Ebenen. Man merkt ständig, dass Kurt Wagenseil im Akkord "übersetzte", um seinen Schnitt zu machen, denn gerade große Verlage, die sich's doch eigentlich leisten könnten, zahlen ihren Übersetzern einen Hungerlohn. Und entsprechend grausig sind die Ergebnisse; ein Oberstufen-Schüler bekäme für derlei Elaborate gerade noch ein "ausreichend".
Dabei sind das Schlimme noch nicht einmal zahlreiche komisch anmutende Vokabelfehler: "Blutpudding", "Streichholzbüchlein", "Pintsauger" usw. usw. – hier erkennt man wenigstens noch den Originaltext auf Anhieb. Auch dass der Übersetzer nicht wusste, dass das "Purrple Heart" eine hohe militärische Auszeichnung ist, kann man noch verzeihen, und auch, dass die "Green Barets" zwischendurch zu "Grünen Mützen" degradiert werden. Und auch, dass die gute alte Highschool, die 12klassige Gesamtschule in den USA, mehrmals zur Hochschule aufgewertet wird, kann man gerade noch (aber wirklich nur gerade noch) durchgehen lassen. Schlimmer wird's schon, wenn zahlreiche Stilblüten fröhliche Urständ feiern: "Billy [...] wußte, daß die Stadt in etwa dreißig weiteren Tagen in Schutt und Asche gelegt würde." (Da waren die englischen Bomber aber gründlich...) Oder: "Und dann schaltete sie den Gang ihres Wagens an und überfuhr die Mittellinie"... – Davon gibt's noch jede Menge: lebende Felsen, Aufenthaltsräume für Schweine...
Wenn hingegen eine zentrale Phrase des Romans, "so it goes", statt mit "so kann's gehen" o.ä. mit einem sinnentstellenden "so geht das" übersetzt wird, wird die Lage kritisch. Noch kritischer wird‘s, wenn die verschiedenen Sprachebenen des Originals samt und sonders durch eine einzige Stilebene wiedergegeben werden – die vorliegende Übersetzung kennt keinen Unterschied zwischen Landserjargon und einer Versammlung des Lions-Club.
Völlig inakzeptabel ist schließlich eben dieses mitleiderregend daherstolpernde Einheits"deutsch" der Übersetzung selbst. Kann der Übersetzer denn kein Deutsch? War der Lektor bei der Durchsicht stark alkoholisiert? – Schon der (sprachlich) völlig harmlose englische Satz "Billy is spastic in time" wird mit folgendem Drahtverhau wiedergegeben: "Billy ist spastisch in bezug auf die Zeit". Kein Einzelfall...
Wie gesagt, an dem Desaster ist nicht allein der Übersetzer schuld, sondern vor allem eine gewisse Verlagspolitik. Und schuld sind auch Leser, die derlei Unverschämtheiten klaglos hinnehmen und auch schlechteste Übersetzungen kaufen ("Hauptsache billig", heißt wohl das Motto). Hat etwa jede Nation die Übersetzer, die sie verdient?

Hoffen wir auf eine Neuübersetzung eines angemessen bezahlten Übersetzers!

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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Der komischste Anti-Kriegs-Roman!, 19. Februar 2004
Von junior-soprano "Powderfinger" (Hannover) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REVIEWER)   
Kurt Vonnegut verarbeitet in diesem Roman seine Erlebnisse als Kriegsgefangener US-Amerikaner in Deutschland, im Zweiten Weltkrieg. Erschienen ist das Jahr 1969, also zu einer Zeit, in der sich die USA in einem gewaltigen Umbruch befand und Vietnam bombardiert wurde. Der locker-flockige Hippie-Stil, mit dem Vonnegut dieses Buch geschrieben hat, macht es zu einem einzigartigen Kunstwerk. Das eigentlich abgegraste Thema Zweiter Weltkrieg wird hier aus einer erfrischenden, ungewöhnlichen Perspektive betrachtet. „Schlachthaus 5" ist im doppelten Sinne komisch - es ist unterhaltsam und unkonventionell. Besonders lesenswert ist es, weil Vonnegut den Luftangriff auf Dresden selbst miterlebt hat. Vonnegut beschreibt das sehr ernsthafte Thema, nicht wie es ein Journalist tun würde. Es geht nicht so sehr um Fakten und Belehrung, wie Krieg wirklich ist. Und Vonnegut geht es auch nicht darum eine Moralpredigt zu halten. Weder Deutsche noch Amerikaner werden in diesem Roman pauschal als schlechte Menschen abgestempelt.
„Schlachthaus 5" ermahnt eindringlich dazu, Krieg nicht im Nachhinein zu verklären, so wie es etwa die zahlreichen, unterhaltsamen Kriegsfilme tun, in denen es in erster Linie darum geht actiongeladene Unterhaltung abzuliefern.
Vonnegut gelingt es, mit seiner Erzähltechnik, die Wirkung seiner dramatischen Erlebnisse aus dem bombardierten Dresden zu verstärken, indem er eine witzige Story um einen exzentrischen Science-Fiction Autoren mit der Geschichte der ernsten Kriegswirklichkeit verknüpft, lösen sich beim Leser Lacher mit Bedauern ab. Mit viel Humor erzählt Vonnegut die Geschichte vom erfolglosen, Science-Fiction-Vielschreiber, der mit seinen phantastischen Weltraummärchen, die rauhe Wirklichkeit der GI's erträglicher macht. Großartig ist die Stelle des Romans, in der die Hauptfigur den Groschenheft-Autoren persönlich trifft.

Der reale Krieg ist nicht unterhaltsam und mit Anti-Kriegs-Büchern allein, wird man weitere Kriege nicht verhindern können. Das ist die Hauptaussage von „Schlachthaus 5". Das Böse wird es immer geben. Um so wichtiger ist es, daß wir uns dem, durch unser eigenes Handeln entgegenstellen.
Peace!

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