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54 von 60 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Wo er recht hat, hat er recht!, 16. Oktober 2001
Von Ein Kunde
Ein ausgezeichnetes Buch vom Großmeister des politischen Sachbuchs. Er beschreibt anschaulich das ethnische und religiöse "Durcheinander" (ist nicht abwertend gemeint!!)in den Ländern zwischen Pamir und Kaukasus. Natürlich schreibt er wertend und ist auch sehr von sich eingenommen, aber warum ihm akademische Orientalisten vorwerfen, er beschwöre Feindbilder, kann ich nicht nachvollziehen. Obwohl PSL keine Schönfärberei betreibt und deutlich formuliert - also auch für den Normalbürger verständlich schreibt -, sind seine Darstellungen meines Erachtens sehr ausgewogen. Hier wird eindrucksvoll geschildert, daß es DEN Islam nicht gibt, sondern daß in der islamischen Welt höchst unterschiedliche Strömungen anzutreffen sind. Und daß man sich nicht von einer mißverstandenen "political correctness" verbieten lassen kann, auf potentielle Konfliktherde hinzuweisen, haben ja die jüngsten Ereignisse eindrucksvoll gezeigt. Scholl-Latour hat damit wieder einmal mehr Realitätssinn bewiesen als seine Kritiker aus den Reihen der akademischen Orientalisten und Weltverbesserungsutopisten.
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25 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Altmeister des Sachbuches, 22. April 2000
Von Ein Kunde
Peter Scholl-Latour, der Altmeister des Sachbuches, wagt auch diesmal einen Blick in die Zukunft. Seine Analysen der politischen und vor allem auch religiösen Lage in Zentralasien kommen nicht vom Schreibtisch eines Gelehrten, seine Einschätzung der Lage beruht auf Gesprächen und Beobachtungen von Menschen dieser für den Eurpäer fremden Weltgegend. So bereiste er den Nordkaukasus, den Iran, die ehemaligen Sowjetrepubliken Zentralasiens bis an die in die chinesiche Grenzregion Xinjiang. Auch wagt der Abenteurer sich nach Afghanistan, das von den fanatischen 'Taliban' (Koranschüler) kontrolliert wird. Aber wie in all seinen anderen Büchern auch, schaut er in die Geschichte-Karten helfen dem Leser. Ein sehr lesenswertes Buch!
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Ein spannender Politschmöker, 1. Juli 2006
Auch dieser Scholl Latour ist die altbekannte Mischung aus Reiseschriftstellerei und politischer Analyse. Diesmal berichtet der Autor vom Südrand der ehemaligen Sowjetunion, etwa dem Gebiet zwischen Kaukasus und Pamir. Wie sind die Machtverhältnisse und das allgemeine Bewusstsein in den neuentstandenen Republiken, dieser Frage versucht der Autor in Gesprächen mit Augenzeugen und Akteuren auf den Grund zu gehen. Kleine Ereignisse bieten dabei Anlass zu umfassenden geschichtlichen und religionsgeschichtlichen Reflexionen, auch zu Vergleichen mit anderen Schauplätzen. Dabei vernachlässigt Scholl Latour die genauere Analyse der wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen wie immer in sträflicher Weise. In Tadschikistan und Usbekistan, wo ich schon seit über 10 Jahren arbeite, verdienen Lehrer und Ärzte etwa 30 Dollar im Monat. Die Alltagsprobleme sind so drängend, dass Politik, Religion und Kultur keine Rolle spielen. An die Stelle der Religion sind Rituale getreten, von denen keiner genau weiss woher sie kommen und die die Monotonie des Alltags noch erhöhen. Vor diesem Hintergrund scheint mir auch die Theorie einer wachsenden Reislamisierung, zumindestens in Zentralasien, zweifelhaft. Die Sowjets, so meine Beobachtung, haben den Islam so massiv unterdrückt, dass er im Alltag faktisch keine Rolle mehr spielt. In diesem Kontext muss man auch fragen, ob die "Islamisten" Tadschikistans wirklich einen islamischen Staat wollten, wie Scholl Latour behauptet, oder ob es ihnen nur darum ging Pfründe und Einfluss fuer sich und den eigenen Klan zu sichern, etwa ein einträgliches Ministerium. Dafür spricht jedenfalls, dass seit der Verteilung von Macht und Geld Ruhe in Tadschikistan herrscht.
Der Verlierer der Region, so Scholl Latours plausible und zutreffende Analyse ist Russland. Es unterliegt dem demographische Druck der sich schnell vermehrenden Chinesen und turko/iranischen Voelker, verliert gegen Amerika im Wettlauf um geostrategische Vorteile und Rohstoffe und wird aufgerieben von den Befreiungskriegen im Kaukasus. Hin und wieder lockert Scholl Latour seinen Bericht mit Karl May Einlagen auf, etwa wenn er beschreibt, wie er im Kugelhagel Goethe zitiert. Im ganzen ist das Buch jedem zu empfehlen, der sich ein Bild von dieser etwas abgelegenen und vernachlässigten Weltregion machen will und der auf spannende Art unterhalten werden will.
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