Zwei Dinge sind an diesem Film bemerkenswert: Die schiere Anzahl der mitwirkenden Hollywood-Legenden, tatsächlich liest sich der Cast zu SCHLACHT UM MIDWAY fast wie eine Komplettliste der damals verfügbaren Schauspieler. Na ja, etwas übertrieben, aber mit Henry Fonda, Toshiro Mifune und Charlton Heston sind schon einmal drei Darsteller darin, die auch einzeln, jeder für sich, die Zuschauer damals in die Kinos gezogen hätten. Der Streifen wimmelt darüber hinaus jedoch nur so von kurzen Auftritten bekannter Filmgrößen.
Die zweite relevante Eigenschaft, so finde ich, ist die relativ akkurate historische Verarbeitung der Story. Okay, einmal das heroische Geseiere der amerikanischen und japanischen Kontrahenten sowie die in damaligen Filmen wohl obligatorische, aber eher unwichtige kleine Liebesgeschichte beiseite gelassen, ist der Ablauf der Schlacht um Midway ziemlich genau dargestellt worden. Unterstrichen wird dies noch durch einige originale Aufnahmen der tatsächlichen Operation, in die Story eingestreut, aber dennoch seltsam passend. Hier hat sich Jemand viel Mühe gemacht, die Filmaufnahmen und Modelltricks den wackeligen Wochenschaufilmchen anzugleichen, das Ergebnis sieht passend aus.
Die Ausstattung liefert ein drittes Plus: Wie oft muß man in derartigen Filmen beobachten, wie ein angeblich authentischer Jäger in Wahrheit nur ein verkleidetes Privatflugzeug ist? In SCHLACHT UM MIDWAY gibt es so etwas nicht. Alle eingesetzen Flugzeuge (und das sind zuweilen eine ziemliche Menge!) sind echt, ich vermute, Überlebende des Krieges, die irgendein Enthusiast restauriert hat und die nun im Film eingesetzt wurden. Ich kenne nur noch einen anderen Film, der das noch toppen kann und das ist LUFTSCHLACHT UM ENGLAND, in welchem faszinierend viele originale Spitfires, Me 109 und Me 110 zu sehen sind.
In diesem Zusammenhang noch ein Gedanke am Rande: Die Produzenten des Midway-Films hätten sicher Schiffbruch erlitten, wenn das US-Militär nicht bereit gewesen wäre, ihre teuren Schlachtschiffe, Kreuzer und Flugzeugträger für den Streifen zur Verfügung zu stellen. Man kann über Militärs denken, was man will, aber so etwas ist nicht bezahlbar. Da darf auch die eine oder andere Hurra-Werbung für die Streitkräfte verziehen werden.
Mich hat der Film unterhalten, nur minimal geärgert und vor allem keine Sekunde gelangweilt - und das ist das Wichtigste, finde ich.