"Schlacht um Helsreach" hat mich sehr begeistert. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, denn es war wirklich gut geschrieben, die Spannung, auch wenn sie wie bei jedem Buch etwas Anlauf brauchte, brach keine Sekunde ab und der Erzählstil, auch der viel erwähnte Wechsel zwischen Ich und Dritter Person, überzeugte mich ebenso.
Sehr interessant finde ich an diesem Buch, dass es die Kämpfe äußerst intensiv vermittelt, ohne dabei wie andere Spacemarine-Romane auf jeden noch so kleinlichen Hieb einzugehen. Gleichermaßen kommt die Atmosphäre des belagerten Helsreach wirklich gut rüber. Die Verzweiflung der einfachen Bevölkerung ist förmlich greifbar.
Ebenso hat mir gut gefallen, dass im mittlerweile dritten Krieg um den Planeten Armageddon (auf dem die Geschichte stattfindet), nicht nur die Black Templars, sondern auch viele andere Orden der Spacemarines zu tun haben. So haben beispielsweise auch die Salamanders einen Auftritt, die sich in der Philosphie und dem Verhalten sehr von den Black Templars unterscheiden. Die unvermeidbaren Differenzen zwischen den beiden Orden sind dabei ein Thema des Buches, das mir überzeugender vermittelt wurde, als es beispielsweise Graham McNeill in Buch "Die Krieger von Ultramar" vermochte.
Einer der wichtigsten Faktoren des Buches war der Einsatz der Titanen, die mir im Gegensatz zu meinen Vorrednern, sehr gut und detailliert beschrieben vorkamen. Das mag aber eventuell daran liegen, dass ich mit dieser Sparte des W40k-Universums nicht so gut vertraut bin. Nichtsdestotrotz gehören für mich die Szenen um den Imperator-Titanen "Sturmbringer" mit zu den eindrucksvollsten der Geschichte.
Ebenso im Widerspruch zu meinem Vorredner muss ich sagen, dass mir die Zwiegespaltenheit des Hauptprotagonisten Grimaldus sehr sympathisch war. Soweit das bei einem übermenschlichen Spacemarine möglich ist, konnte ich mich mit ihm sehr gut identifizieren und fand sämtlicher seiner Handlungen, Reaktionen und Aussagen im Verlaufe der Belagerung sehr gut und nachvollziehbar. Für den Autoren spricht ebenfalls, dass er nicht nur seinem Helden einen glaubwürdigen Charakter verlieh. Jeder von Grimaldus' Mitstreitern und auch die einfachsten Bewohner Helsreachs hatte Tiefgang und Hintergrund.
So viel zum Lob. Wie gesagt ist dieses Buch eines der besten Spacemarine-Bücher, die ich bis jetzt gelesen habe und ich habe fast alle deutschsprachigen Bänder gelesen. Allerdings gibt es auch Minuspunkte. So macht der Übersetzer, Christian Jentzsch, zwar mittlerweile keine peinlichen Übersetzungsfehler mehr (zumindest sind sie mir nicht aufgefallen), allerdings passieren ihm nicht allzu selten Buchstabendreher oder sonstige Flüchtigkeitsfehler ("Haltet stand und schließt!"). Einmal vergaß er soweit ich mich erinnere sogar ein Wort im Satz.
Über das Ende lässt sich sicherlich streiten. Mich hat es nicht vollends befriedigt, trotzdem war es überaus gut in Szene gesetzt und bildete einen gelungenen Abschluss. Schade finde ich, dass nicht klar ist, wie es nun weitergeht. Was ich an Büchern, bei denen eine Fortsetzung nicht zu erwarten ist, normalerweise zu schätzen weiß, ist ein Epilog, der keine Fragen mehr offen lässt.
Aus oben genannten Gründen ergibt sich für mich eine sehr gute Wertung, minus die Gründe in den beiden letzten Absätzen. Vier Sterne von mir und eine klare Empfehlung an alle Warhammer-Fans und solche, die es werden wollen! An letzte nur der kleine Hinweis: Wer kein kleines Einmaleins des W40k-Universums beherrscht, dem wird hier manches nicht sofort verständlich erscheinen.