Aus der Amazon.de-Redaktion
Die amerikanische Originalausgabe von Peter Druckers Autobiografie ist schon 1979 erschienen. Nun liegt zum ersten Mal eine vollständige deutsche Übersetzung vor. Eine seltsame Form von Autobiografie ist es, die der Begründer der modernen Managementtheorie da abgeliefert hat: Schlüsselmenschen müsste man sie eigentlich nennen. Jedem Kapitel liegt das Porträt eines Menschen zugrunde, der für Drucker in irgendeiner Form wichtig war. Nur am Rande, verwoben mit der Geschichte dieser Menschen, erfährt man etwas über Druckers eigene Erlebnisse und seinen Werdegang.
Man lernt Unbekannte wie seine frühen Lehrerinnen oder das ungleiche Paar Hemme und Genia kennen, und man trifft Prominente wie Sigmund Freud, Marshall McLuhan, den Zeitschriftenmogul Henry Luce und Mister General Motors, Alfred Sloan. Dazwischen: Wissenschaftler, Vordenker, Nazi-Verbrecher, Journalisten, die Kurtisane einer Privatbank und eine Schar von faszinierenden Exzentrikern.
Genauso verwoben mit diesen Personen und Peter Druckers eigenem Leben sind die weltgeschichtlichen Ereignisse der Jahre 1920 bis 1950. So bekommt man einen Eindruck vom Wien der Vorkriegszeit, in dem Drucker aufwuchs, vom Deutschland der Weimarer Republik -- hier arbeitete Drucker als Journalist, hier promovierte er -- und von der düsteren, chaotischen Zeit, in der die Nazis an die Macht kamen. Die Klammer des Buches sind seine Eindrücke als junger Mann in einer alten Welt und seine Begegnungen nach dem Aufbruch in die neue Welt. Nicht alles war eitel Sonnenschein in dieser neuen Welt: Drucker erlebte die Great Depression in den 30er-Jahren mit und war beeindruckt davon, wie sie zwar einen neuen Zusammenhalt zwischen den Amerikanern schuf, aber auch ein rückwärtsgewandtes Stammesdenken (antisemitisch, antikatholisch, letztlich gegen alles Fremde gerichtet) hervorbrachte.
Peter Druckers Plan geht auf, die wenig Ich-bezogene Autobiografie funktioniert: Seine Persönlichkeit wird über die Menschen und die Orte, die er beschreibt, und über das Wenige, das er ohne Umschweife über sich erzählt, greifbar. Zudem ist sein Buch ein Lesevergnügen, hervorragend geschrieben und unterhaltsam durch die vielen gut beobachteten Porträts. --Sylvia Englert
Pressestimmen
Autobiographie auf Umwegen "Brillant geschrieben und sehr sympathisch."
zum Artikel auf www.changex.de
MittelstandDirekt: Lesen Sie die Buchbesprechung auf www.mittelstanddirekt.de
04.09.2001 / Financial Times Deutschland: Ansichten eines Außenseiters "Drucker versteht es herauszuarbeiten, wie in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts die Fundamente gelegt wurden für wichtige sozioökonomische Gegenwartsphänomne."
01.10.2001 / Bilanz: Der gelernte Aussenseiter "Die grossen alten Männer sind häufig interessanter und anregender als manche auf die Pauke schlagenden jungen. Peter F. Drucker, Jahrgang 1909, ist ein solcher alter Mann."
22.04.2002 / Frankfurter Allgemeine Zeitung: Legenden "Der Frankfurter Campus Verlag schließt eine Marktlücke, indem er Druckers überaus lesenswerte Memoiren einer deutschsprachigen Leserschaft zugänglich macht."