Als ich dieses Buch laß bekam ich einen Eindruck von der emotionalen Anspannung des Autors während er dieses Buch geschrieben hat. Er schreibt: "Die Anthrax-Briefe von Herbst 2001....Schon eine Hand voll Opfer reichte aus, um Amerika in Angst und Schrecken zu versetzen, ein Anschlag mit ein paar Tausend Opfern hätte wohl unweigerlich zum Zusammenbruch des öffentlichen Lebens geführt." (S.197) Leider völlig übertrieben und schwammig. Das sind Analysen, die jedes Kind herausplärren kann.
Außerdem fügt der Autor angestrengt Fakten aneinander ohne den wahren Gehalt zu prüfen. Auf den Seiten 198/199 beschreibt beschreibt er den Fall von Australischen Forschern, die 2001 ein Virus hergestellt hatten, das alle Versuchstiere tötete. Beeindruckend. Theveßen gibt an im Journal of Virology sei "eine detaillierte Beschreibung ihrer leider unglaublich einfachen Methode" veröffentlicht worden. Mit der "Jeder NAchwuchswissenschaflter nun in der Lage ist eine Katastrophe anzurichten, vorausgesetzt er hat Zugriff auf einen menschlichen Pockenvirus." In Wahrheit wird in dieser gängigen wissenschaftlichen Abhandlung dargelegt was verändert wurde und sogar wie man die Viren titriert, aber das reicht bei weitem nicht um Viren zu züchten und einzusetzen. Angaben zur Aufbewahrung, Lebensdauer, eingesetzte Geräte, genaue Ablaufprotokolle und vor allem das Know-How wie man das spezielle Virus manipuliert werden nicht beschrieben.
Wenn alles so einfach wäre, dann müsste ich als Student in einem Buch über menschliche Genetik nur ein zerstörerisches Gen herauspicken (wie im Buch von Theveßen beschrieben), mir Zugang zu einem Labor verschaffen, mit unbemerkt beschafften Grundstoffen und Mitteln den Virus herstellen. Das ganze mal eben irgendwo aussetzen und schon bräche die Gesellschaft zusammen.
Das ist Hanebüchener Unsinn. Es bräuchte schon einiges mehr, allein illegale oder krimelle Kontakte zur Beschaffung der Pockenviren. Andernfalls müsste man in einem der Labore arbeiten, in denen mit Viren experimentiert wird. Da stünde man höchstwahrscheinlich automtisch unter Beobachtung.
Zusammengefasst, der Autor widmet sich angestrengt dem Thema Terrorismus ohne dabei die Aussagen seiner Quellen zu hinterfragen.
Trotz allem ist es gut geschrieben und enthält eine Menge Zusammenhänge und Quellen zur weiteren Recherche.