Die Diagnose Schizophrenie wird genauso häufig gestellt, wie Diabetes. Wohl Jedem von uns fallen ganz spontan 2 oder noch mehr Personen ein, die zuckerkrank sind, aber die Wenigsten sind sich bewußt auch Menschen zu kennen, bei denen Schizophrenie diagnostiziert wurde, denn die wenigsten Betroffenen reden nämlich über ihre Krankheit, da es bei uns teilweise immer noch als Schande angesehen wird, psychisch krank zu sein. Niemand wird gern als „Irrer" oder „Verrückter" abgestempelt, da diese Worte als Schimpfworte benutzt werden, obwohl sie eigentlich die Krankheit treffend bezeichnen, denn der Realitätssinn des Kranken ist im wahrsten Sinn des Wortes „ver - rückt" und damit nicht am richtigen Platze, und er „irrt" sich wirklich in seiner Sicht der Realität.
Christian Scharfetter hat sich mit der Erforschung dieser Krankheit befaßt. Er hat jahrzehntelange praktische Erfahrung bei der Behandlung der Krankheit gesammelt und hat sich auch durch einen riesigen Berg Literatur zu diesem Thema gearbeitet. Er zeigt in seinem Buch die ganze Bandbreite der fachlichen Meinungen zu dieser Krankheit auf, die von der mechanistischen Auffassung, daß im Gehirn lediglich ein paar Chemikalien fehlen (Hirnstoffwechselstörung) bis zu der ketzerisch klingenden Auffassung, daß die Schizophrenen die eigentlich gesunden Menschen seien, während die „Normalen" die in Wahrheit geistig Kranken seien, reichen.
Wenn die zweite Meinung auch mehr Widerspruch hervorrufen wird, als die erste, sollte man einmal die Propheten und Religionsgründer nicht vergessen, die sich mit Gott oder Engeln unterhalten haben, die nach materialistischer Auffassung ja gar nicht existent sind.
Ist es nicht sehr vermessen, von einigen Materialisten, diese Propheten als psychisch Kranke hinzustellen, die lediglich Halluzinationen hatten, da ihnen ein paar Chemikalien im Gehirn gefehlt haben?
Christian Scharfetters Buch richtet sich wohl in erster Linie an Ärzte und Psychologen, da er viele Fachbegriffe verwendet, die der normale Leser erst nachschlagen muß.
Es ist aber nicht nur für diesen Leserkreis äußerst empfehlenswert. Auch als Angehöriger von Menschen, bei denen Schizophrenie diagnostiziert wurde oder gar als Betroffener selber, kann man aus diesem Buch viele wichtige Informationen über diese Krankheit, über Behandlungsmethoden und Heilungschancen, sowie über den Umgang mit der Krankheit und den Kranken bekommen, auch wenn man nicht jeden Fachbegriff versteht.
Natürlich wäre es übertrieben, wenn man erwarten würde, nach der Lektüre dieses Buches, die Gedankensprünge eines Schizophrenen nachvollziehen zu können, aber man lernt, wie man mit schizophrenen Menschen umgehen muß, was alles als Angehöriger eines Erkrankten auf Einen zukommen könnte und wie man ihnen als Therapeut oder Angehöriger bei der Bewältigung ihres Lebensweges helfen kann.
Auch für die Erkrankten selbst, kann dieses Buch eine wichtige Hilfe sein, wenn sie bereit sind, die Verantwortung für ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und über ihre Krankheit nachzudenken, sich weiterzuentwickeln und die Widersprüche und Situationen, die zur Ausbildung des Krankheitsbildes führten, entweder zu beseitigen, oder wenn das nicht möglich ist, ihnen konsequent aus dem Weg zu gehen.
Christian Scharfetters Buch ist nicht billig, aber vielleicht das beste Buch, das es zum Thema Schizophrenie gibt.
Da ich aus eigener Erfahrung weiß, daß Schizophrenie auch Menschen ereilen kann, die einen spirituellen
Weg gehen, bzw. auf ihm steckenbleiben, kann ich dem davon betroffenen Personenkreis, ihren Angehörigen und allen Nervenärzten und Psychologen nur wärmstens das Buch: „Der spirituelle Weg und seine Gefahren" empfehlen, desssen Autor ebenfalls Christian Scharfetter ist.