Nach dem lyrisch etwas langweiligen, beattechnisch etwas faden und von den Features her extrem enttäuschenden "Sparring" wurde von Olli Banjo nun wieder ein Album von der Größe von "Erste Hilfe" erwartet, sprich: ein Meilenstein des Deutsch-Raps. Und Olli enttäuscht niemanden. Der gewohnte Mix aus Hardcore-Lyrics, ironisch-frivolen Stories und deepen Versen zusammen mit den abwechslungsreichen Beats und seinem einzigartig-genialen Flow ergeben neben "One", "Die John Bello Story" und "Zukunftsmusik" eines der absoluten Highlights des Deutsch-Rap-Jahres 2005. Die Skits sind wirklich lustig, z.B. wird in "Pimp My Rap" die bekannte MTV-Sendung aufs Korn genommen (samt Moderator Xzibit) oder im "Polizist"-Skit erscheint der Beamte in an eine an eine der unbeliebtesten Personen aller Zeiten erinnernden Form... Zu den Liedern ist ganz einfach zu sagen, dass sie zum Großteil genial sind und zum Besten gehören, was dieses Jahr erschienen ist. Egal ob Olli in "Wie der Mann Da", "Nagelbombe" oder dem rockigen "Wie ein Schuss" seine Fähigkeiten im Battle-Rap beweist, ob er in "Pistole" humorvoll mit dem derzeitigen Gangsta-Rap aus Deutschland abrechnet (Aber wieso ist auf der Bonus-CD dann ein sido-Feature auf "10 Minuten"?), ob er in "AIDS" und dem dazugehörigen Skit auf den Virus in ironischer aber doch ernster Weise aufmerksam macht, ob er im wunderschön-hoffnungsvollen "Ich wünsch mir" mit Xavier Naidoo seine Wünsche erläutert oder im ebenfalls schönen "Special" Magersüchtige ermutigt, Olli überzeugt zu jeder Sekunde. Es ist letzendlich die Vielseitigkeit (neben dem genialen und einzigartigen Flow, der für mich mindestens in die Top-5 aus Deutschland gehört, neben Savas, Curse, Samy und Azad), die Banjo auszeichnet und dieses Album zu einem sehr guten Werk macht. Herr Otubanjo liefert mit "Schizogenie" ein "Erste Hilfe" in (fast) nichts nachstehendes Album, das in jede Sammlung gehört.