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Schimpfen in Österreich
 
 
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Schimpfen in Österreich [Gebundene Ausgabe]

Georg Pichler


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Aus der Amazon.at-Redaktion

In Österreich gilt das Schimpfen irgendwie als Kunstform. Zu diesem Schluss muss einfach kommen, wer das Büchlein von Georg Pichler Schimpfen in Österreich durchgeblättert -- und sich wahrscheinlich bald darin festgelesen hat. Die saftigen Gemeinheiten, die Pichler hier versammelt, stammen von österreichischen Autorinnen und Autoren und sind in sieben Kapitel und zahlreiche Stichwörter geordnet. Die Traditionslinie ist durchgängig und reicht von Abraham a Santa Clara bis Peter Handke.

Natürlich haben nicht alle gleich viel beigetragen. So hätte man eigentlich erwartet, dass Karl Kraus den Spitzenplatz einnimmt. Doch führt Thomas Bernhard, der "Schimpfvirtuose", die Anzahl der Einträge an, gefolgt von Peter Handke und Gerhard Roth. Frauen sind augenscheinlich beim Schimpfen etwas zurückhaltender, wenn man von Elfriede Jelinek absieht. So scheinen Ingeborg Bachmann oder Hilde Spiel nur mit je einem Eintrag auf. Und einige Autoren, die durchaus griffige Beiträge hätten leisten können, sind hier gar nicht vertreten, wie beispielsweise Albert Drach oder Werner Schwab.

Aufregen können sich die Autoren eigentlich über alles, über Politik, die Menschen, über die Ehe, besonders aber über Kollegen -- und natürlich immer wieder über Österreich. Manche Tiraden sind eher allgemein gehalten, andere werden dezidiert persönlich und untergriffig. So äußert sich Karl Kraus über Egon Friedell: "Als Komiker kann ich ihn nicht einmal ernst nehmen, sondern nur als Alkoholiker." Auch H.C. Artmann ist mit seiner Dichterkollegin Bachmann schnell fertig: "Die Bachmann is a arrogante Gurkn." Bildstark wird Peter Handke, der über Reich-Ranicki sagt, "dass ihm der Geifer noch immer von den Fangzähnen tropft". Man bemüht auch drastische Vergleiche. So stellt Günter Brus fest: "Die Freiheitliche Partei Österreichs versteht von Kunst so viel wie ein Querschnittsgelähmter vom Stabhochsprung."

Ein kleines Buch, das für kurzweilige Unterhaltung sorgt. Man weiß jedoch, dass man hier gewissermaßen nur die Spitze des Eisbergs vor sich hat. --Tobias Hierl


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