Die zumeist sehr positiven Rezensionen (FAZ, SZ, Züricher, etc.) für die beiden bisher erschienen Romane Leif Randts und die Tatsache, dass der Autor dieses Jahr beim Ingeborg-Bachmann-Preis ganz vorne mit dabei war, lässt ihn geradezu als Liebling der Kritiker erscheinen. Dies wird besonders deutlich, wenn "Die Welt" sich empört, dass Randt dieses Jahr nicht für den Deutschen Buchpreis nominiert ist (ok, nicht Liebling ALLER Kritiker), oder wenn die FAZ das neuste Buch "einen fast epochalen Generationenroman" nennt.
Ich muss leider zugeben, dass mich das erste, ähnlich gefeierte Buch Randts ("Leuchtspielhaus") nicht im erhofften Maße begeistert hat, muss aber zugleich gestehen, dass der Roman weniger an sich selbst, als doch an meinem persönlichen Geschmack gescheitert ist. Also kein Grund, nicht eine zweite Chance zu gewähren.
Und diese hat sich "Schimmernder Dunst über Coby County" mehr als verdient. Es ist ein Roman wie aus einem Guss. Inhalt und Sprache verschränken sich gekonnt und es blitzt immer wieder Humoriges durch, ohne dabei anbiedernd oder gekünstelt zu wirken. Und das Spannendste: Es passiert eigentlich nichts. Das soll nicht bedeuten, dass keine Handlung stattfindet. Die Welt von Coby County ist im Laufe der Romanhandlung gar von großen Katastrophen und anderen scheinbar(!) wichtigen Ereignissen betroffen. Für einen Roman völlig ungewöhnlich ist jedoch: Weder die Lebenswelt noch die Befindlichkeit des Protagonisten scheint von den Ereignissen betroffen oder verändert. Gerade das ist bezeichnend und eine der Hauptaussagen, die ich dem Roman in Bezug auf unsere Zeit entnehme.