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Storms berühmte Novelle beschäftigt sich mit dem Kampf des Deichgrafen Hauke Haien gegen den Aberglauben und die Fortschrittsfeindlichkeit seiner Landsleute. Der ›Schimmelreiter‹, Storms letztes Werk, bietet ein komplexes Handlungsgeflecht mit doppelter Rahmenhandlung und bildet einen Höhepunkt des Erzählens zwischen Biedermeier und Naturalismus. Der Autor, den das nordische Mythendunkel zeit seines Lebens umtrieb, schuf mit seinem Werk ein Manifest der Aufklärung und Humanität.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Reiter, sein Schimmel und ein Deich ...,
Von
Rezension bezieht sich auf: Der Schimmelreiter: Berlin 1888 (Taschenbuch)
Eingebettet in eine Rahmenhandlung wird die Geschichte des Deichgrafen Hauke Haien erzählt. Schon als Kind ist Hauke fasziniert von den Deichen. Mithilfe seiner mathematischen Kenntnisse stellt er Berechnungen an und sieht Potential zur Verbesserung bei den Bauten. Als junger Mann bekommt er eine Stelle als Knecht beim amtierenden Deichgrafen, der sein Geschick erkennt. Im Dorf gilt Hauke dagegen als Außenseiter. Davon unbeeindruckt verfolgt Hauke sein Ziel weiter. Mit der Zeit entwickelt sich zwischen ihm und Elke, der Tochter des Deichgrafen, eine Freundschaft. Als der alte Deichgraf stirbt, heiraten sie und Hauke wird der neue Deichgraf. Gegen den Willen der Bewohner setzt er sein Vorhaben durch und baut einen neuen Deich. Sein Erzfeind, der einstige Rivale um Elke, schürt währenddessen das Misstrauen unter dem Volk. Doch noch ahnt niemand, dass die nächste Sturmflut zu einer Katastrophe führt ... * Theodor Storms berühmteste Novelle vereint Gruselelemente und Aberglaube, soziale Umbrüche und Revolution, den Kampf eines Einzelnen gegen die Gesellschaft. Nach einem gemächlichen, fast zähen Beginn wird der Leser mehr und mehr von der zerrissenen Gestalt Hauke Haiens gefangen genommen. Das dramatische Ende erschüttert und wirft die Frage nach Schuld und Sühne auf. Die altmodische Sprache irritiert den modernen Leser hin und wieder, aber davon abgesehen gelingt es dem Autoren, ein intensives Bild der damaligen Zeit heraufzubeschwören. Hauke Haien wird zum lebendigen Charakter, den man nie hundertprozentig lieben kann und mit dem man doch von Anfang bis Ende mitfühlt. Seine Gestalt bleibt über das Buch hinaus präsent. Wer aufgrund von Kurzzusammenfassungen und der unheimlichen Elemente eine Gruselgeschichte erwartet, wird sicher enttäuscht werden. Im Vordergrund der Erzählung steht vielmehr das Aufeinanderprallen der alten und der neuen Zeit, aufgezeigt am Visionär Hauke, der für seine Überzeugungen lebt und sich dem Widerstand entgegensetzt. Ein kraftvolles Werk, das bis heute nichts von seiner Faszination verloren hat - rauh und poetisch zugleich, wie die sturmumbrauste holsteinische Landschaft. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
5.0 von 5 Sternen
Tolles Buch,
Rezension bezieht sich auf: Der Schimmelreiter Novelle: Berlin 1888 (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch ist wie ein Kostbarer Schatz.Gebunden in Dunkelblauen Stoff mit Silberner Schrift auf den Buchdeckel.Der Nachdruck des Textes ist Orginalgetreu von 1888 übernommen.Das Buch ist zusätzlich mit Worterklärung für Binnenländische Leser,einem Glossar,Daten zu Leben und Werk Thedor Storms und einem Nachwort versehen sowie einem Lesebändchen. Wörter sind in Original Schreibweise und Ausdruckseise von damals ,was mir persöhnlich sehr gut gefällt (bin kein großer fan unserer Rechtschreibreform,was man an meinen Rechtschreibfehlern manchmal auch sieht =0))Naturgewallten treffen auf Aberglauben ein tolles Buch (wie ich finde). Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
5.0 von 5 Sternen
Storms berühmteste Novelle - eine eindringliche Lektüre,
Von Rolf Dobelli "getAbstract.de" (Luzern, Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 500 REZENSENT) (HALL OF FAME REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Der Schimmelreiter: Berlin 1888 (Taschenbuch)
Mit Hauke Haien, der Hauptfigur seiner Novelle "Der Schimmelreiter", hat Theodor Storm eine literarische Figur geschaffen, die das neue Menschenbild der Gründerzeit, des beginnenden industriellen Zeitalters, verkörpert. Ein Menschenbild, das auch heute noch Gültigkeit beanspruchen kann: Haiens Hang zum Visionären, sein auf die Zukunft gerichtetes Denken, technisches Geschick und ein enormer Arbeitseinsatz verhelfen ihm zum sozialen Aufstieg. Verdienst und Leistungsfähigkeit wiegen mehr als Herkunft und Geburt. Gegen den Widerstand der Dorfbewohner realisiert Haien sein Projekt eines ehrgeizigen, hochmodernen Deichs. Die Dörfler haben die Zeichen der Zeit nicht erkannt und legen Haien mit ihrem Sozialneid und Aberglauben Hindernisse in den Weg. Tatsächlich will Hauke Haien sich mit dem Werk auch selbst Genugtuung verschaffen und den eigenen Ehrgeiz befriedigen. So ist er eine "Kippfigur", in der die Chancen und zugleich auch die Gefahren des industriellen Arbeits- und Gesellschaftsethos angelegt sind. Dass es Storm gelingt, die Komplexität von Haiens Wesen in der Kürze einer Novelle zu entwickeln, macht den "Schimmelreiter" zu einer der künstlerisch höchststehenden Erzählungen der deutschen Literatur.
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