Als ich die CD im Regal sehen stand, dachte ich erst, es würde sich hier um einen Versuch handeln, den Namen eines bekannten deutschen Acts kommerziell auszuschlachten. Dem ist aber nicht so! "Playlist" ist eine sehr liebevoll zusammengestellte Compilation, und etwas Vergleichbares habe ich bisher noch nie gesehen!
Man kann die einzelnen Titel durchaus als eine kleine Zeitreise durch die elektronisch geprägte Musik betrachten (von Tangerine Dream bis Trentemoller). Es handelt sich hier aber nicht um eine bloße Aneinanderreihung von großen Hits (die sind mit "Fade To Grey" natürlich auch repräsentiert...), wie man sie zu hunderten in jedem größeren CD- Geschäft findet. Nein, man findet hier auch Stücke, die einem ohne Kenntnis des so viel besseren Originals oft als mehr oder weniger gelungene Coverversionen im Kopf rumgeistern (das verträumte "The Sun Rising" von The Beloved, "Magic Fly" von Space" oder The Who''s "Behind Blue Eyes") oder von denen man nie wusste, von wem sie eigentlich sind (das geniale, cembalolastige "Golden Brown" von The Stranglers ). Beim "Theme from Harry's Game" lohnt sich genaueres Hinhören- die Vocals stammen von Maire Brennan, die dem Chicane- Stück "Saltwater" ihre Stimme geliehen hat und ein kurzes Motiv der Vocals taucht in "Saltwater" auch auf."PURE ist das Magazin für Sammler und Suchende: Menschen, die keine formatierten Radiosender mehr ertragen[...]" steht im Booklet- wenn man sich die CD anhört, nimmt man das den Leuten von PURE, für die Christopher von Deylen a.k.a. Schiller seine Playlist zusammengestellt hat, ohne Zweifel ab! Man sollte natürlich mit eher elektronisch geprägter Musik mit Gesang etwas anfangen können oder zumindest dafür offen sein.