„Frei nach Motiven aus dem Leben von Friedrich Schiller" heisst es im Vorspann dieses 90-minütigen Filmes.
Dies lässt erstmal nicht Gutes erahnen, man kennt ja diese Spielfilme, wo einem rund um eine Figur berühmten Namens unglaubwürdige Klischeebilder und Kitsch serviert wird.
Hier jedoch ist es anders. Ganz so, wie sich Schiller selber der Geschichte „als Magazin" bedient hat, das ihm Stoff zur Darstellung seiner Ideen liefert, so wird uns hier eine „Idee" vom jungen Menschen Schiller näher gebracht, indem sich die Drehbuchschreiber der Motive aus Schillers Leben bedienen und diese zu einem überzeugenden Gesamtbild zusammen setzen. Es entspricht tatsächlich nicht alles exakt den biographischen Gegebenheiten - die berühmte „Ode an die Freude", um nur ein Beispiel zu nennen, entstand in anderen Zusammenhang als uns hier im Film gezeigt wird - aber das Bild, die Vorstellung des jungen Schiller als ungestümer, getriebener, unruhiger Mensch, der sich seiner Grösse bewusst ist, seinem bereits geschwächten Körper ein Maximum an Leistung abzwingt und der seinen Platz in der Gesellschaft nicht finden kann, wird durch das geschickte Drehbuch, durch die Regie und vor allem durch Schweighöfers grandiose Darstellung glaubhaft vermittelt. So könnte der junge Schiller gewesen sein, so glaubt man ihn auch aus seinen frühen Werken und Zeitzeugnissen erkennen zu können. Dazu kommt, dass das Zeitkolorith (Kleidung, Einrichtungen, hygienische Verhältnisse etc) durchaus historisch genau gezeichnet werden und sämtliche Darsteller glaubwürdig wirken.
Insgesamt: ein glaubhaftes Bild des jungen Stürmer und Dränger Schiller.