Diese Biographie gehört schon zur Reihe der neuen rororo-Monographien und beinhaltet deswegen viele buntgedruckte Bilder, Schautafeln, bunt unterlegte Zitate, Nachdrucke von Ölgemälden von Zeitgenossen, von Schillers Handschrift und bunte Skizzen von Weimar, Jena und anderen deutschen Städten.
Geschrieben ist die Biographie allerdings, trotz bemühter Kapiteleinteilung in Leben, Werk, Weimar etc. ein wenig uneinheitlich. Drei Autorinnen stehen auf dem Einband, und so liest sich das Buch auch: drei Stile, die selbstbewusst erzählen wollen, die aber sehr unterschiedliche Schwerpunkte legen, was man in den Kapiteln, da sie den Autorinnen nicht namentlich zugeordnet sind, als ein wenig störend empfinden kann. Da wünscht man sich im einen Kapitel mehr Wertlegung auf die persönlichen Beziehungen und vermisst diese Vertiefung, ein anderes Mal würde man gerne mehr über den literarischen Inhalt eines Werkes hören, statt einer germanistischen Bewertung, ein drittes Mal fehlt gerade diese Bewertung ein wenig und die Beschreibung bleibt zu vage.
Dennoch erhält man durch das Lesen der Biographie einen netten Überblick über Schillers Werk. Meines Erachtens ist die Biographie, für meinen Geschmack, insgesamt ein wenig zu detailreich die Werke betreffend und ein wenig zu dünn, was das Leben und seine persönlichen Beziehungen betrifft, aber das mag der eine positiv, der andere negativ bewerten.
Noch eine Sache ist mir als ein wenig negativ aufgefallen: Schillers Leben wird, da die Kapitel von unterschiedlichen Autorinnen verfasst zu sein scheinen, nicht chronologisch erzählt, oder nur sehr grob. Das Buch springt hin und her, und auch, wenn man sich im Kopf eine Zeitkarte vorf Augen legt und versucht, die Ereignisse und Werke einzuordnen, gelingt das nur unter größerem Aufwand, als wenn einfach Werk und Leben parallel erzählt worden wären.
Eine Übersicht, ein detaillierter Werk- und ein knapper biographischer Einstieg, wer genau das sucht, der wird mit diesem Buch manchen Gedanken hilfreich finden und sich an der Zusammenstellung erfreuen. Auch für Schiller-Bewandertere aber birgt es sicherlich manche neue Information, als Einstiegs- oder kleines Übersichtswerk also lesenswert.