Da ich mich schon seit längerem für unsere Romantiker begeistere, gibt es hier satte 5 Punkte. Horus hat das graphische Erzählen hier zwar nicht gerade neu erfunden und textlastig ist es auch, aber die reine Komposition seiner Erzählung geht über ein rein illustrierendes Nacherzählen von markanten Stationen in Schillers Leben weit hinaus. Man merkt, dass er lange am Handlungsaufbau gefeilt haben muss, um dem Thema auch wirklich gerecht zu werden, und es ist ihm ohne Abstriche gelungen. Die Zeichnungen erinnern im übrigen stark an Jill Thompsons Arbeiten für Sandman, und auch das Sujet über Schriftstellerei und Inspiration erinnert an Neil Gaimans bahnbrechendes Comic. Tja, Herr Horus Odenthal kann das auch. Seine beste Arbeit, wie ich finde.