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Schiffstagebuch: Ein Buch von fernen Reisen
 
 
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Schiffstagebuch: Ein Buch von fernen Reisen [Gebundene Ausgabe]

Cees Nooteboom
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 283 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 4 (14. März 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518422278
  • ISBN-13: 978-3518422274
  • Originaltitel: Scheepsjournal
  • Größe und/oder Gewicht: 20,3 x 12,7 x 2,5 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 254.604 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Cees Nooteboom
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Es besteht aus Skizzen, Momentaufnahmen, dieses Schiffstagebuch - ein Führer durch die weite Welt für den anspruchsvollen Bildungsreisenden.«

(Dirk Fuhrig WDR 5 )

»Bei Nooteboom verschwimmen die Genres: Reisebericht, Tagebuch und literarische Skizze gehen direkt ineinander über. Es sind die Nebensätze, auf denen das poetische Gerüst seiner Geschichten ruht. Das Wichtige wächst aus scheinbar Nebensächlichem heraus und kommt unprätentiös, häufig augenzwinkernd daher.«

(Susanne Schaber )

»[Nooteboom] zeigt dem Leser Orte, die er in dieser Art nicht kannte, mit der nötigen Distanz des Beobachters. … Cees Nooteboom ist mit Schiffstagebuch ein Reisebuch der besonderen Art geglückt.«

(Hessischer Rundfunk online )

»Zeit ist in dem Buch elastisch. Nooteboom rudert zwischen den Jahrhunderten, lässt den Entdecker Magellan, den ersten Weltumsegler Joshua Slocum, schottische Schaffarmer oder russische Zechenarbeiter zum Leben erwachen, trinkt dazwischen Whisky, gekühlt von 23 000 Jahre altem Gletschereis, verleibt sich das Erbgut des Planeten ein, schluckt es, staunt und schreibt.«

(Brigitte Kramer Mare )

»Cees Nooteboom verreist mit den Lebens- und Werkgeschichten geliebter Dichter im Kopf und Herzen, verwandelt Literatur in Leben und wieder zurück. In ein neues Buch.«

(Volker Weidermann Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung )

»Immer wieder kommt der Autor auf die „große Maschinerie“, die überlieferte Geschichte, zurück. Souverän verknüpft er Fäden, die durch ganze Menschheitsepochen getrennt sind, findet Parallelen zwischen himmelstürmenden Gebirgen und den gottverlassenen Steinwüsten Lateinamerikas. ... Nooteboom ist kein Weltenbummler, er ist ein Weltenkünder und verheimlicht das Geschaute nicht. Für ihn gilt, was die Indianer Patagoniens schon lange wissen: Die Jungen rennen viel, die Alten kennen den Weg.«

(Erwin Riess Die Presse, Wien )

»In der Souveränität und Weltläufigkeit, mit der Cees Nooteboom Geografie und Tour-Guide, Geschichte und Politik, Abenteuer und Tagebuch, Landschaftsmalerei und Literaturgeschichte miteinander verbindet, zeigt sich eine Meisterschaft, die ihn, trotz eines streckenweise zu hohen Tempos seiner Reportagen, zur unbestrittenen Nummer eins der europäischen Reiseliteratur macht. Helga von Beuningen hat einmal mehr ein Buch von Cees Nooteboom so flüssig übersetzt, dass man nicht merkt, dass das Buch im Original in einer anderen als deutschen Sprache geschrieben wurde. Cees Nootebooms Schiffstagebuch. Ein Buch vom fernen Reisen ist mehr als ein literarischer Ersatz für all jene, die in diesen Tagen der Sommerferien keine Möglichkeit haben, in die ferne weite Welt aufzubrechen.«

(Hajo Steinert Deutschlandfunk )

»Der niederländische Weltenbummler Cees Nooteboom aber ist das Saturnkind unter den grossen Reiseschriftstellern.… Seine Bücher sind Pirschgänge eines belesenen Pilgers, auch in die Ferne der Zeit, so wie sie sich unter der vielfältigen Gegenwart zeigt.«

(Andreas Langenbacher Neue Zürcher Zeitung )

Kurzbeschreibung

In seinem neuen Buch begibt sich Cees Nooteboom – wieder – auf Reisen. Es sind Schiffsreisen, die er unternimmt, und schnell wird der Leser merken: Wer mit dem Schiff reist, reist anders. Die Langsamkeit des Schiffs überträgt sich auf die Wahrnehmung des Reisenden und führt zu einer ganz eigenen Art der Aufzeichnung. Nooteboom, der in den späten fünfziger Jahren als Leichtmatrose auf einer Fahrt in die Karibik anheuerte und seitdem Reiseberichte zu einer angesehenen literarischen Gattung entfaltet hat, nimmt den Leser in seinem neuen Buch mit auf Fahrt in zahlreiche reale, aber natürlich auch literarische und philosophische Gegenden unserer Welt. Es geht von Mauritius und Réunion nach Südafrika, über Kap Horn nach Montevideo und über Argentinien bis nach Bolivien. Andere Reisen führen ihn in die nördlichste und in die südlichste Stadt auf der Erde, nach Indien und nach Australien. Dieses mit zahlreichen Fotos von Simone Sassen ausgestattete "Schiffstagebuch" läßt den Leser die Welt mit den Augen von Cees Nooteboom sehen – seine Reiseberichte zeugen von Erfahrung und Neugier, und sie führen uns an Orte, die wir so nie sehen würden.

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Von kpoac TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
"Die Abwesenheit ist ein großes Haus,
du kannst durch seine Wände treten,
die Bilder aufhängen in der Luft."
(Pablo Neruda)

Cees Nooteboom (1933- ), ein Reisender und dem Anschein nach niemals Ankommender, holt den Leser ab. "Die Welt existiert unaufhörlich", heißt es und bei jeder Landung sieht man aus dem Flugzeug bereits die Lichter. Nach dem Ausstieg, dem Verlassen des Flughafens wird man gewahr, dass alle schon wussten, dass man ankommt. Und auf der Taxifahrt in die Stadt steht der Verkehr still. Es sind diese "Augenblicke, an die man sich auf dem Sterbebett nicht erinnern will" und doch sind sie eben diese täglichen Augenblicke, die uns Lesern und Reisenden im Lande nicht unbekannt sind.

Ganz anders dagegen eine Fahrt durch eine dürre Landschaft zur Küste, dort wo man die Brandung gegen die Felsen hören und sehen kann, immer wieder, regelmäßig in ihrem eigenen Rhythmus. Und dann besteigt man das Schiff und es wird bewusst, dass diese Reise eine Reise in eine andere Zeit ist. Weg von den 28 Stunden um die Welt, wieder zurück zu den 80 Tagen, in den die sanften und steilen Küsten die Veränderungen sind zu dem sich unendlich teilenden Meer an der Spitze des Schiffes. Die Tage und Nächte werden in einem neuen Empfinden erlebt, das Leben an Bord gleicht dem in einem Kloster. Feste Zeiten bestimmen den wiederholenden Tagesablauf. Flucht unmöglich, zurückgeworfen auf sich selbst und man lernt, sich dem sanften Schaukeln der Wellen anzupassen.

Nooteboom wird hier zum Erzähler fiktiver und realer Geschichten. Natürlich ist er zur See gefahren, natürlich hat er seine Erfahrungen der langsamen Reise gemacht und genau darum nimmt er den Leser mit an Orte, die keine sein müssen, an Orte, die der Phantasie entspringen und an Orte, in denen Leben aus den Schriften der jeweiligen Schriftsteller und seiner Erfahrung neu entspringen. Ja, Nooteboom ist brillant in seiner Kenntnis, seiner Erzählkunst, die über die Jahrtausende geht, von Magellan bis zu den Falkland Inseln, um das Kap Hoorn bis zur südlichsten Stadt, die den Blick und die Sehnsucht zum Pol nährt, eigentlich um die Welt. Denn Reisen ist die rätselhafte Ausdehnung der Möglichkeiten in alle Richtungen (Béla Hamvas) und es bedarf einer besonderen Geistesgegenwart, nicht seine Sicherheit zu verlieren. So ist Nooteboom. Ob in Südamerika, in Australiens Broome, in Mexikos politischen Wirren und kargen Landschaften, auf der Süd- oder Nordhalbkugel

Er liebt den "glückselig summenden Kosmos" um sich, er liebt eine "bewahrte Welt aus Fotos" und er liebt seine Sprache, die in den Sätzen und Nebensätzen so sehr den Leser anspricht, wie er es immer konnte. Die Welt wird für den Leser neu erschaffen; aus den Augen, aus dem Blick und aus der Sprache Nootebooms gebiert sich hier etwas grundlegend Neues, eine Naturverbundenheit, eine Differenzierung zwischen Hektik, Schnelligkeit und Oberflächlichkeit gegenüber der Langsamkeit und Tiefe, in ihnen dieses wachsenden Gefühl einer Nähe zur Welt und ihrer Geschichte, einer Bedeutung in den Details und einer gewesenen Geschichte mit den großen Entdeckern und Menschen in ihr.

"Reise ist Bewegung." Man bleibt nicht am Ort, aber man reist u.a. mit dem Schiff in der Schnelligkeit, die Wahrnehmung fern ab der velofizierten Welt (eine Goethe Anleihe) erlaubt. Dann wird Wahrnehmung ernst genommen und in dieser Wiedergabe der ernsten und bewussten Wahrnehmung lässt Nooteboom den Leser teilhaben. Das macht dieses Buch so wertvoll, interessant und lesenswert. Und vielleicht begreift man, was Nooteboom an einer Stelle sagte und ein bekanntes Lied im Refrain ausdrückt: What a wonderful world.
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Von Winfried Stanzick HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Cees Nooteboom ist ein Mensch, der sein Leben lang gerne gereist ist und die dabei gemachten Erfahrungen immer wieder in seine zahlreichen Bücher hat einfließen lassen. Schon als junger Mann unternahm er eine, damals noch ungewöhnliche, Tramptour durch Europa, die er in seinem ersten Buch "Philipp und die anderen" einfließen ließ. Auch die Tatsache, dass er seine sesshaften Zeiten auf zwei Wohnsitze verteilt, sein Haus in Amsterdam und seinen Sommersitz auf Menorca und daran auch im Alter von 77 Jahren noch festhält, zeigt, dass er ein Mensch ist, der das Leben und die Erfahrungen unterschiedlicher Orte sucht und sie für seine Arbeit und Existenz als Schriftsteller regelrecht braucht.

Auch in seinem neuen, unter dem Titel "Schiffstagebuch" veröffentlichten Buch hat sich der Schriftsteller wieder auf Reisen begeben, auf "ferne Reisen", wobei es ihm dabei weniger darauf ankommt, möglichst weit weg zu kommen, sondern sein Fokus ist der ferne Mensch in fremden Gegenden, dem er sich erfahrend und beschreibend annähert.

Dabei lässt er sich inspirieren von jener Erfahrung und Grundhaltung die Bela Hamvas in seinem Buch über "Kierkegaard in Sizilien" so beschrieben hat:
"Das erste Erlebnis einer Reise ist die rätselhafte Ausdehnung der Möglichkeiten nicht nur in die Richtung, in die man reist, sondern in alle Richtungen, und es bedarf besonderer Geistesgegenwart, um in der plötzlich um ein Vielfaches angewachsenen Welt nicht seine Sicherheit zu verlieren."

Dieses Mal war Cees Nooteboom hauptsächlich mit dem Schiff unterwegs, unter anderem auf einer langen Reise über das Kap Hoorn nach Montevideo. Bei anderen Gelegenheiten besucht er die nördlichste und dann die südlichste Stadt der Erde. Das Reisen mit einem Schiff vollzieht sich langsamer, und diese Langsamkeit des Schiffs überträgt sich dann auch auf die Wahrnehmung des Reisenden. Entsprechend bringen sie eine völlig andere Art von Aufzeichnungen hervor.

Seine Leser an dieser verlangsamten Beobachtung der Welt, wie er sie wahrnimmt, teilhaben zu lassen, das ist neben der eigenen Lust des Schreibens das Ziel des "Schifftagebuchs". Die Lektüre dieser Reisebeschreibungen ist ein literarischer Genuss, der einen von einer auf die andere Seite immer wieder überraschenden, manchmal naiven, manchmal gelehrten Erkenntnissen und Überlegungen belohnt.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Der Flaneur der Passagen 24. Januar 2012
Von Gerhard Mersmann TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Der 1933 geborene Niederländer Cees Nooteboom wird häufig als Reiseschriftsteller bezeichnet, was ihn zu Unrecht auf ein Genre reduziert und seine Romane ausblendet. Dennoch ist Nooteboom ohne seine Reisen nicht denkbar, zahlreiche Veröffentlichungen beziehen sich auf diese von ihm lebenslang verfolgte Passion. Die Assoziation, die der Begriff Reisebericht hervorruft, ist allerdings nicht geeignet, Nootebooms literarisch nacherlebte eigene Reisen zu beschreiben. Dort geht es nicht um Impressionen und leicht verdauliche Fakten ohne längere Wirkung, sondern Nooteboom, der schon als junger Mann als Tramp auf der Flucht vor dem Dogma war und bis heute alle Weltmeere bereist hat, liest die sich ihm darbietende Welt mit dem Hunger des sich Bildenden und dem gewaltigen Assoziationspotenzial eines Weltbürgers.

Mit Schiffstagebuch ist eine weitere Sammlung über Nootebooms ungewöhnliche Reisen erschienen. Der Titel bezieht sich auf zwei Unternehmungen, der Rest ist mal mit dem Schiff, mal mit dem Flugzeug, doch zumeist liegen die Ziele am Wasser. In insgesamt sieben Berichten, die zuweilen als Traktate und zuweilen als Reflexionen zu lesen sind, schildert Nooteboom seine Bewegung vom Kap Hoorn nach Montevideo, wird Zeuge der Rituale und der hinter ihr stehenden kalten Ökonomie am Ganges, berichtet über ein niederländisches Kriegsdrama aus Broome, dem tropischen Teil Australiens, durchwatet die blutigen Plätze im Herzen Mexikos, schippert sich wie ein Inselhopper von Mauritius bis in die alten Hochburgen der Buren in Südafrika, steuert die selbst von der Temperatur zutreffenden Requisiten des Kalten Krieges auf Spitzbergen an und erkennt in einer Art post-kolonialem Trauma des Kolonisten auf Bali die spirituelle Dimension der Unterlegenen.

Folgt man den Ausführungen Nootebooms, so ist die historische Dechiffrierung dessen, was sich vor einem auftürmt stets eine gewaltige Leistung des Historikers, der sich mit den Fakten nicht begnügt, sondern sie nur begreift als Mittel, um philosophisch zu deuten. Dabei gelingt es ihm, nicht mit der Attitüde des Welterklärers zu langweilen, sondern er vermittelt sehr wohl die Mühen dieses Prozesses. Das Privileg des Reisens selbst wird durchaus begriffen, der Preis und die freie Entscheidung dazu ohne großes pädagogisches Zeremoniell sachlich benannt.

Cees Nooteboom kann nur in einem Atemzug mit dem Briten Bruce Chatwin oder dem Polen Ryszard Kapuscinski genant werden, die ihrerseits die Tiefe und Dimension besaßen, um die fremden Welten in Bezüge zu setzen, die sie verständlich machen. Nootebooms Exklusivität geht in einem Punkt über die Genannten hinaus, seine Texte sind die Logbücher des philosophischen Flaneurs der Moderne, wie Walter Benjamin ihn als Modell in seinem Werk über die Pariser Passagen entwickelte. Die kritische Reflexion selbst und libertäre Assoziation sind bei ihm die wesentlichen Werkzeuge eines Erkenntnisprozesses, der weit über das hinaus geht, was selbst gute Reiseliteratur zu vermitteln in der Lage ist.
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