Die Romanvorlage "The Shipping News" von E. Annie Proulx gewann 1994 den Pulitzer Prize. Ort der Handlung ist die raue und mystische Landschaft von Neufundland. Schnee, Nebel, Nässe und die Wasser des Atlantik beherrschen die Szenerie. Irgendwo auf einer einsam gelegenen Klippe steht ein verlassenes Haus, der Stammsitz der Quoyles, die vor Generationen ihren Lebensunterhalt als Strandräuber bestritten. Im Laufe der Geschichte fließt diese unrühmliche Vergangenheit immer wieder mit ein.
Kevin Spacey spielt den vielleicht letzten Quoyle, der ganz anders ist als die wilden Vorfahren: wasserscheu, unsicher, sein Leben lang auf der Verliererseite - keine Spur vom Piratenblut. Seine umtriebige Frau Petal (eine wandlungsfähige Cate Blanchett ungewohnt dunkelhaarig und verludert) stirbt bei einem Autounfall. Quoyle zieht mit der gemeinsamen kleinen Tochter nach Neufundland, um dort, in der alten Heimat, einen Neubeginn zu machen. Mühsam verdingt er sich als Redakteur eines Provinzblattes, bis neue Personen wie Wavey (Julianne Moore) auf der Bildfläche erscheinen und die Karten plötzlich neu gemischt werden.
Regisseur Lasse Hallström hat ein ausgezeichnetes Schauspielerensemble zusammengestellt, das den Film alleine schon durch die Präsenz jedes einzelnen Akteurs trägt. Wenn z.B. Agnis (Dame Judi Dench) die Asche ihres Halbbruders mit hoheitsvoller Miene ins Plumpsklo leert, sagt das mehr als hundert Textzeilen. Es gelang Hallström auch, das Flair Neufundlands einzufangen, den Geist der urtümlichen Landschaft in den oft kauzigen Charakteren wiederzuspiegeln. Bei "Schiffsmeldungen" schwingt viel Melancholie mit, ebenso ein gerüttelt Maß an sarkastischem Humor.
Die Specials beinhalten u.a.: "Featurette" (mehr oder weniger ein Making-of), "Behind the Scenes" (unkommentierte Drehszenen) bzw. Interviews mit den Hauptdarstellern.