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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Rheingold 1960,
Von
Rezension bezieht sich auf: Schiffer im Strom - Die komplette Serie [2 DVDs] (DVD)
Diese seit März 2010 erhältliche DVD-Box (2 Discs) verdient eine ausführliche Rezension, denn es handelt sich hier um eine in mehrfacher Hinsicht bemerkenswerte Produktion - auch und gerade aus heutiger Sicht.
Bild und Ton sind ordentlich, wurden aber offensichtlich keiner digitalen Nachbearbeitung unterzogen. Dennoch gibt es hier wenig zu bemängeln: für eine TV-Produktion dieser Zeit muß man eigentlich immer Abstriche machen. Das farbige Cover suggeriert einen bunten Film, aber natürlich wurde damals für das Fernsehen ausschließlich in Schwarzweiß produziert, so auch in diesem Falle. Das hätte man jedoch deutlich auf der Hülle anmerken sollen. Das Booklet besteht aus einem Einlegeblatt und bietet leider nur wenige Informationen zu den Hintergründen dieser aufwendigen WDR-Produktion aus dem Jahr 1960/61, des zweiten großen TV-Mehrteilers nach "Soweit die Füße tragen" (demnächst auch als blu-ray erhältlich) und den ersten Durbrigde-Krimis. Die Laufzeit wird zumeist mit 3:30 angegeben, tatsächlich aber ergibt die Addition: 1:27 + 1:24 + 1:43 = 4:34, also gut viereinhalb Stunden pralles Alltagsleben in und bei Andernach am Rhein. Der Mehrteiler wurde nach seiner Erstausstrahlung am 16. April 1961 offenbar niemals im Fernsehen wiederholt - eine kaum nachzuvollziehende Tatsache, aber nicht wirklich überraschend. Selbst heute weiß kein Außenstehender genau, wer in den öffentlich-rechtlichen Funkhäusern das Programm gestaltet und nach welchen Aspekten das vor sich ging und geht. Damals wie heute scheint es keinerlei Kriterien zu geben, außer: Gutdünken, gepaart mit Dilettantismus und organisatorischen Zwängen. Der der TV-Produktion zugrundeliegende gleichnamige Roman von Erik Reger (1893-1954) erschien 1933 und beschreibt ursprünglich die heute gern vergoldeten 20er Jahre mit ihren Phasen großer Arbeitslosigkeit und wirtschaftlicher Depression. Politische Gegebenheiten und Entwicklungen werden - vielleicht bewußt - gar nicht reflektiert. Für die Inszenierung verpflanzten die Drehbuchautoren Gutheim (1904-1987) und Semmelroth (1914-1992) die Geschichte in ihre eigene Gegenwart, damals also um etwa 35 Jahre in die Zukunft. Damit wird der Dreiteiler für uns heute automatisch zu einer unverkniffenen Zeitdokumentation des Jahres 1960. Mittlerweile liegt diese Jahreszahl auch schon wieder ein halbes Jahrhundert zurück. Regers Roman wurde 1961, nach der TV-Sendung, neu aufgelegt und dürfte sich seinerzeit zahlreicher neuer Leser erfreut haben. Dank des allgemeinen Interesses an der vorliegenden DVD kann man diesen Nachdruck bei Amazon-Marketplace derzeit für schlappe 45 Euro erstehen. Blühende Geschäfte. Worum geht es denn nun aber in diesem Mehrteiler? Vorwiegend um Konflikte, Beziehungen und Weltanschauungen, die man heute - erst recht als junger Hüpfer - nicht mehr ohne weiteres und im Vorbeigehen nachvollziehen kann. Das Zeitalter der dauernden digitalen Kommunikation war noch lange nicht angebrochen. Es ist dies ein Film der leisen Töne, der subtilen Andeutungen, der geruhsamen Erzählweise (optisch und dialogtechnisch), der "Terminator" Schwarzenegger ist noch Lichtjahre entfernt. So heißt es denn auch im Vorspann des ersten Teiles: "Dieser Film erzählt die einfache Geschichte einfacher Menschen. Nicht die Sensation des Lebens, sondern der Alltag ist sein Inhalt." Einer meiner Vorredner ist reichlich genervt: " ... diese Serie ist sowas von langweilig, dass ich Baldrian als Aufputschmittel deklarieren möchte. Langatmige Dialoge, lange Szeneneinstellungen und immer wieder die Aussage: >>So sind wir Rheinländer nunmal!<< ...". Da wird einmal mehr anschaulich, wie sich die Zeiten und Unterhaltungsmedien in den vergangenen 50 Jahren verändert haben. Und ich bin ehrlich: Beim ersten Anschauen der Rheinschiffer habe ich ähnliches empfunden! Aber dann habe ich mir mehr Zeit, Muße und Ruhe verordnet, um den gesamten Film ein zweites Mal freiwillig ertragen wollen. Ja - und dann ging's plötzlich. Dann wurde mir klar, worin der Wert dieser Produktion liegt. Im Prinzip sind es mehrere Handlungs- und Themenfelder, die parallel laufen, sich ab und an berühren und überkreuzen, am Ende dann aber sogar miteinander zu einem Happy-End verschmelzen. Da steht an vorderster Heimatfront der Binnenschiffer Bernhard Hennemann, seine weiblichen Geschwister und seine stets besorgte Mutter - eine durch und durch rheinische Urfamilie der unteren sozialen Mittelschicht. Bernhards Vater blieb im Krieg, und als ältester Sohn mußte er sich um vieles kümmern. Das hat ihn hart und streng gemacht. Die anderen Facetten rheinischer Lebensart werden verkörpert von dem Mittfünfziger Dr. Mondon, jüngst geschieden und frischverheiratet, aber dennoch stets auf Mädchenpirsch. Sein Onkel, der angesehene Arzt Dr. Vogelsang, hat ein Alter erreicht, wo er kein Weiberheld mehr sein kann oder mag, aber sehr viel Verständnis für die unstete Lebensweise seines Neffen aufzubringen bemüht ist und dessen Opfer um Verständnis bittet, ja sogar um weitgehende Toleranz und Anpassung. Der nichtintellektuelle, zupackende Jungdynamiker Karl Sommerkorn ist dank des glücklichen Händchens seines Vaters zu schnellem Wohlstand gelangt und fährt ein Käfer-Cabriolet. Selbstsicher und großspurig beharrt er auf seinen rheinischen Tugenden und Weinkenntnissen. Dieser nach unten offenen Idylle stellen sich vier unterschiedliche Charaktere, die nicht aus dem Rheinland stammen, sondern aus Holstein (Marie, Küchengehilfin auf Bernhards Kahn), Pommern (Erwin Zell, Kapitän des Schleppers "Justitia 3"), Westfalen (zweite Ehefrau von Dr. Mondon) und Ostpreußen (Pankalla, angeheuerter Schiffer auf Bernhards Kahn). Bemerkenswert sind die originalen Dialekte dieser Darsteller, die dem Rheinländischen akustisch trotzen, andererseits aber ansonsten bemüht sind, sich den ortsüblichen Gepflogenheiten weitgehend anzupassen, ja unterzuordnen. Die Arroganz des geborenen Rheinländers hat in diesem Film sehr lange keinerlei Verständnis für andere Weltanschauungen, Lebensarten und nichtkatholische Religionen: "Wer net vom Rhein is, is nur en halwer Mensch" (Erik Reger, Romanzitat). Pankalla fährt immerhin schon lange Zeit auf Bernhards Schiff und hat inzwischen gelernt, mit dessen Marotten klarzukommen (nicht umgekehrt). Die anderen Fremden stehen erst am Anfang und haben ihre Schwierigkeiten. Am Ende werden viele sie meistern, aber nur unter schmerzlichen Opfern ihrerseits. Der Dreiteiler ist eine gediegene Mischung aus TV-Heimatfilm, einigen Liebesgeschichten und Dokumentation der Kultur und Lebensart des Rheinländers. Man sieht ungestellte Attraktionen in zeitgenössischem Gewand: Jubelfeier der Andernacher Feuerwehr, Mosel-Weinfest, katholische Priestermesse, Wallfahrten, Feuerwerke, Rheindampfer-Romantik, Trinksprüche und Schunkel-Gesänge. Aber die eigentlichen Inhalte und Aussagen des Filmes erschließen sich uns heute nur mit einigen Mühen. Es lohnt sich! Rollen und Darsteller: Bernhard Hennemann______Harald Dornseiff Marie Petersen__________Beate Hausdörfer Mutter Hennemann________Doris Kiesow (1902-1973) Vinzenz Hennemann_______Wilhelm Lohner (1926-2007) Karl Sommerkorn_________Thomas Braut (1930-1979) Katharina Hennemann_____Dagmar Laurens (*1940) Erwin Zell______________Til Kiwe (1915-1995) Sanna(Susanne Hennemann)Ann Schneider Dr. Mondon______________Erwin Linder (1903-1968) Frau Mondon_____________Hanni Fockele-Grollmes Dr. Vogelsang___________Willy Moll Anton Pankalla__________Siegfried Wald Peter Hennemann_________Peter Schmitz Walter Hennemann________Ulrich Blumentritt Lisbeth Hennemann_______Elsa Faure (1902-1981) Jakob Sommerkorn________Karl Raaf Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Tolle, tolle Verfilmung,
Von
Rezension bezieht sich auf: Schiffer im Strom - Die komplette Serie [2 DVDs] (DVD)
Leider keine Extras, aber ansonsten ein wunderbarer Mehrteiler, die Mini-Serie ist ja auch was älter. Nach "So weit die Füße tragen" eine weitere ganz großartige WDR-Produktion. Wir haben uns tierisch drüber gefreut und werden uns die Serie an einem schönen Sonntagnachmittag vornehmen! Kann ich bedenkenlos weiterempfehlen, eine ganz tolle Serie.
Ein toller Stoff von Erik Reger und eine wunderbare Umsetzung. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
3 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Neues aus dem Rheinland,
Von TV "Serienfan" (Buochs, Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Schiffer im Strom - Die komplette Serie [2 DVDs] (DVD)
"Die Schiffer im Strom"!!!! Ist es eine Serie ähnlich wie "MS Franziska"? Mitnichten. Nicht das sie in S/W ist, aber diese Serie ist sowas von langweilig, dass ich Baldrian als Aufputschmittel deklarieren möchte. Langatmige Dialoge, lange Szeneneinstellungen und immer wieder die Aussage: "So sind wir Rheinländer nunmal!" Den 1. Teil habe ich mir angesehen und durchgehalten bis zum Schluß, aber nach 10 Minuten des 2. Teil habe ich abgebrochen und mir gesagt, dass ich was besseres tun kann, als weiterzuschauen. Kein Wunder, dass die Serie nie wieder im Fernsehen ausgestrahlt worden ist. Ich kann nur allen raten: Finger weg von der Serie!
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