Je länger ich mich mit Sachbüchern beschaeftige, desto eindeutiger: Man nehme drei oder vier Tipps und dann viele viele Buchstaben (hier: Anekdoten) und fülle damit die Seiten. Der Autor mag ein begnadeter Schiesstrainer sein, ein begnadeter Autor ist er leider nicht. Er schwelgt in Redundanzen, gibt dem Thema wenig Struktur und investiert auch nicht in professionelles Material (zeigt selbstgemachte Bilder seiner Gattin, wie sie das Gewehr falsch anschlägt).
Recht hat er in seiner Kritik der klassischen Ausbildung: Dass sich die ganze Jagschützen-Ausbilder-Sippe noch nie daran gemacht hat, ihr Wissen systematisch an den Jungjäger zu bringen und stattdessen ("zu hoch, zu tief") lieber stundenlang die Ergebnisse eines ungeordneten Lernprozesses analysiert. Weil sie selber vielleicht besser schiessen können - aber nicht wissen weshalb. Der Autor ist leider in der schriftlichen Vermittlung von Wissen nur ein wenig besser und wem diese Tipps dieses Geld wert sind, der soll die Neuauflage (noch ein paarmal mehr die deutschen Gewehrhersteller gelobt) kaufen.
Googeln im englischsprachigen Raum hat mir im Nachhinein mehr gebracht. Wenn man sich auf dem Markt der Publikationen umsieht, waere es an der Zeit, dass dieses Thema mal von einem Autor angegangen wird, der so einen Stoff aufarbeiten kann - und zwar nicht aus eigenen Lebensweisheiten und Erfahrungen gespeist, sondern didaktisch solide und umfassend recherchiert. Es wäre an der Zeit.