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5.0 von 5 Sternen
Das Grauen des Krieges aus ungewöhnlicher Sicht, 10. März 2011
Rezension bezieht sich auf: Schicksalsgefährten (Gebundene Ausgabe)
Über dieses Buch bin eher zufällig gestoßen, als ich las, dass es die Vorlage für Stephen Spielbergs neuen Film werden würde. Neugierig geworden las ich es und ich konnte schnell verstehen, warum Spielberg dieses Juwel verfilmen will. Der Held des Buches ist Joey, ein Pferd, das als Kavalleriepferd im 1. Weltkrieg eingesetzt wird und dabei mehrfach seine Besitzer und damit die Fronten wechselt. Aus dem Blickwinkel des Pferdes erzählt die Geschichte vom Grauen und von der Sinnlosigkeit des Krieges. Joey zieht Ambulanzwagen, transportiert Munition und wird immer wieder in das für ihn unverständliche und bedrohliche Kriegsgeschehen gezogen. Dabei unterscheidet das Pferd Freund und Feind nicht nach der Farbe der Uniformen, sondern danach, welche Menschen ihm mit Güte und Sanftheit und welche ihm mit Brutalität begegnen. Parallel zu Joeys Geschichte wird die von Albert erzählt, dem kleinen Farmjungen, der mit Joey aufgezogen ist und sich auf die Suche nach seinem geliebten Pferd macht. Diese Suche endet im Niemandsland zwischen den Schützengräben, wo Joey eines Tages verletzt liegt und von Albert gefunden wird. Zu Alberts Erstaunen schweigen plötzlich die Waffen und Soldaten aller Armeen beteiligen sich an der Rettung des Pferdes und beweisen damit, dass sie sich trotz des Kriegshorrors ihre Menschlichkeit zumindest gegenüber einem Tier bewahrt haben. Tragisch ist, dass sie trotz dieser gemeinsamen Rettungsaktion kurz danach wieder versuchen werden, sich zu töten. Michael Morpurgo ist ein bekannter englicher Kinderbuchautor und auch War Horse, so der Originaltitel, ist eigentlich ein für Kinder geschriebenes Buch . Die Botschaft des Buches und diee unsentimentale aber dennoch sehr poetische Schreibweise Morpurgos machen daraus einen der bewegendsten Antikriegsromane, die ich kenne. Auf die Verfilmung durch Spielberg bin ich gespannt.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
War Horse, 13. Juli 2010
Rezension bezieht sich auf: Schicksalsgefährten (Gebundene Ausgabe)
Die Absicht des bekannten englischen Kinderbuchautors Michael Morpurgo (und nicht "der Autoren") war es sicherlich nicht, einen "historischen Roman" zu schreiben. Und mit Sicherheit hat er mit "War Horse" (der deutsche Titel "Schicksalsgefährten" ist sehr ungeschickt gewählt) kein "Pferdebuch" verfasst, wie in einer Rezension weiter unten abschätzig behauptet wird. Sein 1982 erschienenes Kinderbuch "War Horse" schildert die ungewöhnliche Freundschaft zwischen dem jungen englischen Farmerssohn Albert Narracott und seinem Pferd Joey vor dem Hintergrund des Ersten Weltkrieges. Die (großen wie kleinen) Leser erleben die Geschehnisse aus der Sicht von Joey, der eben nicht (auch nicht sprachlich!) zwischen Engländern, Franzosen und Deutschen unterscheidet. Joey erfährt während der vier Kriegsjahre auf allen Seiten menschliche Güte und Fürsorge, erlebt aber auch das verstörende und für ihn letztlich unerklärliche Grauen der Feldschlachten in Frankreich, das tausendfache sinnlose Sterben von Mensch und Tier. Gerade die Schilderung der Ereignisse aus der naiven und unpolitischen Perspektive des Tieres zeigt die ganze Absurdität des - jedes! - Krieges. In einer sehr anrührenden Episode erlebt der Leser, wie ein walisischer und ein deutscher Soldat gemeinsam versuchen, den verletzten und zwischen den Stacheldrähten der Schützengräben im Niemandsland gefangenen Joey zu befreien. Der Waliser verabschiedet sich von seinem Feind nach erfolgreicher Rettungsaktion mit folgenden Worten (in der engl. Originalausgabe "War Horse"): "In an hour, maybe, or two (...) we will be trying our best again to kill each other. God only knows why we do it, and I think he has maybe forgotten why (...) Jerry, boyo, I think if they would let you and me have an hour or two out here together, we could sort out this whole wretched mess. There would be no weeping widows and crying children in my valley and no more in yours." Auf die konkreten historisch-politischen Hintergründe des Ersten Weltkrieges wird dabei nicht eingegangen, weil sie letztlich für die pazifistische Botschaft des Buches gar nicht relevant sind.
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Eine spannende Geschichte für junge Pferdefreunde, 29. Januar 2010
Rezension bezieht sich auf: Schicksalsgefährten (Gebundene Ausgabe)
Michael Morpurgo ist eigentlich Kinderbuchautor und als solcher gibt er Kindern einen ersten Einblick in die tragischen Geschehnisse des Ersten Weltkriegs. Das Ganze wird dadurch entschärft, dass die Geschichte aus der Sicht eines Pferdes erzählt wird. Freundschaft und Hoffnung mildern die Trostlosigkeit des Kriegsalltags. Dieses Buch ist nicht als "historischer" Roman anzusehen, sondern eher als ein Roman für Kinder und Pferdefreunde. Spannend und einfühlsam, so würde ich diese Geschichte nennen. Meine Tochter (9 Jahre) und ich waren jedenfalls ganz begeistert.
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