Die 33jährige Marlene Bucher schildert in Briefen ihr Leben von ihrer Jugend und Ehe in Berlin bis zu ihrer Gegenwart in Rom 1866.
Das Spannende: Sie schreibt auf Aufforderung eines Freundes, der ihr dazu auch noch genaue Vorschriften macht, wie und was sie zu schreiben hat; "einfach", "chronologisch" und metaphernlos, eben möglichst "weiblich".
Wie sehr eine solche "weibliche" Sprache ein Konstrukt der Männerwelt ist, wie sehr die scheinbare Naivität der Protagonistin nur vorgetäuscht ist - das ist das Thema dieses spannenden, klugen und durch die für Dohm so typische Ironie sehr unterhaltsamen Buches.
Der Band wird ergänzt durch eine Einleitung der beiden Herausgeberinnen, in der mit dem Gerücht, der Roman sei Dohms Autobiografie, gehörig aufgeräumt wird. Ebenso finden sich die zeitgenössischen Rezensionen im Band, u.a. eine von Ricarda Huch.
Ein sorgfältiges Fundstück!