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Schicksal
 
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Schicksal [Gebundene Ausgabe]

Tim Parks
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (10 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 281 Seiten
  • Verlag: Kunstmann; Auflage: 3., Aufl. (2001)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3888972574
  • ISBN-13: 978-3888972577
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 13,6 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (10 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 538.942 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Hanns Zischler
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Produktbeschreibungen

Perlentaucher.de

Buchnotiz zu: Die Tageszeitung, 22.03.2001
Gäbe es einen "Preis für das virtuoseste erste Kapitel", Frauke Meyer-Gosau würde ihn sofort Tim Parks Roman "Schicksal" zusprechen: eine fulminante Einführung in diese Familiengeschichte, die dem Leser in einem zugleich assoziativ sprunghaften wie temporeichen Erzählstrom aus der Perspektive des Gatten und Vaters berichtet werde. Mehr und mehr Informationen tauchen auf und fügen sich schließlich "schicksalhaft" zusammen, erzählt Meyer-Gosau. Die Familie bzw. Ehe werde als ein Gefängnis charakterisiert, aus dem es kein Entkommen gebe: Man braucht einander, wie man ist, und macht sich gegenseitig zu dem, was man braucht, analysiert die Rezensentin das ausweglose System, das den Sohn schizophren werden lässt. Meyer-Gosau rechnet es dem Autor hoch an, dass er der Versuchung eines Hoffnungsschimmers - ein Wunsch, der auch im Leser immer wieder aufkeime - nicht nachgegeben hat. Abschließend meint sie, dass doch das ganze Buch einen Preis verdient hätte und ebenso die Übersetzerin Ulrike Becker, der ein "vibrierend ironisches Deutsch" gelungen sei.

© Perlentaucher Medien GmbH

Buchnotiz zu: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.03.2001
"Schicksal", Tim Parks sechsten Roman, der ins Deutsche übertragen wurde, hält Elke Schmitter auch für seinen besten. Nicht nur, dass Ulrike Becker die inneren Monologe des Protagonisten "brillant" übersetzt hat. Sowohl der Plot als auch der Stil des Autors stoßen bei der Rezensentin auf größte Begeisterung. Dabei ist die Geschichte selbst schnell erzählt: Der Journalist Christopher Burton, ein verkopfter Intellektueller, und seine temperamentvolle italienische Frau verlieren ihren Sohn durch Selbstmord. Und damit beginnt das Drama im Kopf des Journalisten. Er ist kurz vor dem Durchdrehen, kommt mit seinem Bewusstsein dem steten Gedankenfluss nicht hinterher, referiert Schmitter. Und Parks vermag es, seine "Bewusstseinsprosa" so zu gestalten, dass der Leser im gleichen Tempo wie der Erzähler durch den Kopf des Protagonisten eilt und zwischen Körperwahrnehmung, Gewissensqual, Selbstprüfung und Objektwahrnehmung hin- und herpendelt, berichtet die Rezensentin. Da kommt man ganz schön ins Schlingern, erfährt aber eine hohe Identifikation mit der Bewusstseinssuche des Protagonisten, berichtet Schmitter von ihrer literarischen Berg- und Talfahrt.

© Perlentaucher Medien GmbH

Kurzbeschreibung

Christopher Burton erhält an der Rezeption seines Hotels einen Anruf, der ihn über den Selbstmord seines Sohnes informiert. Aber warum ist bei dieser schrecklichen Nachricht Christopher Burtons erster Gedanke, jetzt nach fast dreißig Jahren Ehe seine Frau zu verlassen? Schicksal - ein fesselnder Roman über Ehe und Identität, über die spezielle Dynamik, wie einer sich auf Kosten des anderen entwickelt und ein Dritter auf der Strecke bleibt.


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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
25 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Das Buch von Tim Parks lässt den Leser von Anfang an nicht los.

Der Romanheld Chris Burton erzählt sein Leben und das seiner Familie.

Er ist dreißig Jahre mit Mara, seiner Frau, verheiratet.Tim Parks baut um die Figur des kranken Sohnes Marco die ganze amiliengeschichte auf und hält sie auch dadurch zusammen: die Mutter, die sich in krankhafter Weise an den heißersehnten Sohn klammert und der Vater, der dem nichts entgegensetzt;die Lagerbildung in der Familie; die verzweifelten Versuche von Marco, sich der Umklammerung durch die Mutter zu entziehen.Vielleicht ein bißchen übertrieben, daß auch noch Paola, die Adoptivtochter, fast wie ein häßliches,fernes Stiefkind erscheint. Vanoli, der den Sohn behandelnde Psychiater, erscheint als ein gütiger und weiser Mann : er weiß um die Verschiebung von Konflikten in Familien. An irgendeiner Stelle sagt Vanoli, daß sich in unserer Zeit immer jemand emotional verantwortlich und schuldig fühle für die Probleme der anderen.Das scheint mir eine kluge Erkenntnis zu sein!

In einem unentwegten inneren Monolog denkt Chris über das Versäumte und nicht mehr Aufzuholende nach. Selbst bis in den Traum hinein reichen die Betrachtungen und Vergleiche über das, was das Leben so schwierig macht. Ein bleibender Eindruck dieses Buches ist, daß der Icherzähler die ganze Zeit seine Empfindungen, Gedanken ,Ängste und Lebensperspektiven reflektiert. Das betrifft nicht nur sein Familienleben, sondern auch seine beruflichen Entwicklungen. Der Neid des Protagionisten, seine Mißgunst, sein Argwohn und die Phantasien im Hinblick auf einen Freund und Kollegen sind großartig beobachtet. Es ist ein beklemmendes Lebensbekenntnis.

Die Sätze sind lang und verschachtelt,und die Gedanken springen zuweilen unmerklich von einem Ereignis zum anderen, was zunächst ein wenig störend wirkt.Es ist aber ein besonderes Stilmittel, mit dem der Leser ganz nahe beim Erzähler ist und seinen Gedanken folgt. Die psychologischen Feinheiten der Beobachtung sind subtil und dominieren die Erzählung nicht.

Die Thesen des Buches liegen auf der Hand: es gibt einen Widerspruch im Menschen zwischen Schein und Sein, die das Berufs-und Privatleben beeinflusssen,und eine Ambivalenz zwischen Nähe und Distanz , die das Leben zwischen Partnern prägen . Die Identität eines jeden besteht u.a. aus der Fähigkeit, diese Ambivalenzen angemessen zu berücksichtigen.

So wie das Geschehen aus der Sicht der Hauptfigur beschrieben wird, mag der Leser das Buch aus seiner Sicht lesen: jeder wird das hineinsehen und herauslesen, was der jeweiligen eigenen Lebenserfahrung entspricht.

Ein sehr empfehlenswertes Buch!

Claudine Borries

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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Sondereinband
Das Schicksal rollt. Der Ich-Erzähler geht in seinem Leben weiter voran und dabei erinnert er sich, zieht Schlüsse, überdenkt seine Vergangenheit, kommt zu neuen Erkenntnissen, die wiederum sein jetziges Leben beeinflussen. Pointiert gelesen!
Während der Protagonist seine Gegenwart erlebt, bringt er deutlich zum Ausdruck, was ihm ge-, was ihm mißfällt, was er erfährt, was er erkennt, und auch, was ihn verletzt, was ihn beängstigt, was ihm Freude macht. Und das beschreibt er geistreich, pointenreich, amüsant.
Ein sogenanntes Vorwärts- und Rückwärts-Rollen der Geschichte, ungeheuer fließend, das stellte für mich ein tolles Hörvergnügen dar, wobei ich allerdings sagen muß, daß ich oft den Leser unterbrechen mußte, um das Gesagte zu verarbeiten. Denn für mich ist das eigentlich Meisterhafte am "Schicksal" von Tim Parks, daß er erzählt, wie man (vielleicht) einem Fremden seine Geschichte erzählt, während man in seinem Leben weitergeht: Das, was gerade passiert, wird mit dem dazugehörenden aus der Vergangenheit verbunden, Brücken zu anverwandten Erlebnissen oder Erkenntnissen werden geschlagen und umgesetzt. So kann man die Geschichte dieser Familie (Mann und Frau in Italien/England, geisteskranker Sohn, adoptierte Tochter) verstehen. Und am Ende steht ein Neuanfang...
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Anziehung und Abstoßung 5. März 2006
Von marielan TOP 1000 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch
Christopher Burtons erster Gedanke, nachdem er vom Selbstmord seines Sohnes erfahren hat, ist, dass er seine Frau nach 30 Ehejahren endlich verlassen kann.

Jedes Geschehen, jede Übereinkunft zwischen zwei Menschen hat nicht nur zwei Seiten, sondern mindestens zwei mal zwei, und mit jedem weiteren Menschen, der in das Geschehen und die Bindungen verstrickt ist, potenziert sich die Zahl.

Der englische Journalist Chris möchte zuallererst Karriere machen; seine italienische Frau ermöglicht ihm dies, und er kann die Welt bereisen, ohne sich Gedanken um sein Zuhause und seine Familie zu machen. Der abwesende Vater wird so gut ersetzt, dass er als Person überhaupt nicht mehr nötig ist. Chris wehrt sich nicht gegen die Lösung: Sie ist für ihn die bequemste. Aber ein zufriedenes Leben führt keiner der beiden; jeder hat seine Affären, seine Fluchtpunkte, seine Methode, den anderen zu verletzen. Gegen diese klammernden und gleichzeitig distanzierten Eltern setzen die Kinder ihre eigenen Lebensstrategien: Die Adoptivtochter Paola bricht den Kontakt zur Familie ab, der Sohn Marco wird schizophren.

Erst die Krankheit des Sohnes bringt die Eltern zu gemeinsamem Handeln: In den ersten Monaten fahren sie Hunderte von Kilometern pro Woche, um den Sohn zu besuchen, später verlassen sie auf Anraten des Arztes sogar zusammen Italien, um in England den größtmöglichen Abstand zwischen Marco und sich selbst zu legen. Aber selbst Marcos Selbstmord fördert zunächst die bekannten Rollenmuster: Chris arbeitet weiterhin hartnäckig an der Idee seines Buches über Nationalcharakter, die Inkompatibilität der Sprachen und die Vorhersehbarkeit menschlichen Verhaltens, also Themen, die in seiner Biographie begründet, aber darin auch z.T. vor der Niederschrift schon widerlegt sind. Die Ehefrau schließt Chris von Abschied und Trauer aus, auch die Beerdigung des Sohnes scheint ihr alleiniger Besitz.

Es gibt wenige Bücher, in denen das Thema der Verstrickung zweier Menschen in ihrer Beziehung so geradlinig und schnörkellos behandelt wird. Parks seziert ohne zu zerfleischen, er setzt auf Gedanken und Sprache, hinter denen der Leser die Gefühle und ihre Macht erkennt. Ein Buch, das erschüttert, denn das "Schicksal" des Titels ist nicht eine Gewalt, die von außen einbricht, sondern hausgemachtes Unheil. Und letztlich - und das ist das eigentlich Tragische - resultiert dieses Schicksal aus anfänglich großer Liebe und Uneigennutz.
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GEDANKENSTROM
ES IST UNGLAUBLICH INTIM, DEM STÄNDIGEN GEDANKENSTROM DES PROTAGONISTEN BEIZUWOHNEN. TIM PARKS SCHREIBT BRUTAL EHRLICH UND DETAILLIERT WIE ES IM GEISTE ZUGEHEN KANN. Lesen Sie weiter...
Vor 12 Monaten von Mark Twain veröffentlicht
Donnerwetter !
Als erstes wird man vom ungewöhnlichen Stil des Autors überrollt. Gewöhnungsbedürftig. Bleibt man bei der Stange, wird es interessant. Lesen Sie weiter...
Vor 16 Monaten von Julia Wagner veröffentlicht
ZWÖLFTONMUSIK in Buchform????
Nur schwer kann ich mir über diese Geschichte ein Urteil bilden. Ist es die unkonventionelle Art des "Monologs", die einem diese Geschichte nicht so richtig nahe... Lesen Sie weiter...
Vor 23 Monaten von audiobookfan H. veröffentlicht
Zu spät
Wenn ein Sohn Selbstmord begeht, suchen die Eltern die Schuld erst bei den anderen, zuletzt bei sich. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 9. September 2007 von Polar
Die kalte Schulter
Der Titel deutet bereits darauf hin: Bei diesem Buch entscheidet wahrscheinlich das Schicksal darüber, welchem Leser es sich öffnen mag: Schon der erste Satz über... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 7. Mai 2007 von M. Roth
interessant geschrieben und ungewöhlich erzählt!!!!!!!!!!
In diesem Buch geht es um Christopher Burton, er hat lange mit seiner Frau in Italien gelebt und ist mit seiner Frau nun doch nach England gegangen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 26. Mai 2003 von Richard Bolitho
Eine gelungene innereuropäische Beziehungssatire
Tim Parks behandelt auch in seinem neuesten Werk seine Lieblingsthematik 'Europa', wie er auch seinen bisher bekanntesten Roman taufte. Lesen Sie weiter...
Am 22. April 2001 veröffentlicht
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