Der Ich-Erzähler dieser originellen, amüsanten, aber auch nachdenklichen Geschichte ist Schicksal, alias Sergio. Ja, richtig, das Schicksal agiert hier, wie auch viele weitere abstrakte Begriffe, seit vielen Jahrtausenden als personifiziertes, unsterbliches Wesen besser gesagt als typischer Mann . Seine Freunde sind neben Karma, Völlerei und Faulheit ihr Name ist Programm ). Auch Tod, Teddy genannt, ist einer seiner Weggefährten und Bestimmung spielt eine wichtige Rolle in seinem Dasein. Sie alle wandeln auf der Erde um ihre "Jobs" zu erledigen und haben allzu menschliche Schwächen, Ängste und Bedürfnisse. Damit sie unter den Menschen nicht auffallen, tragen sie einen sogenannten maßgeschneiderten Menschenanzug. Bei Bedarf können sie sich aber auch unsichtbar machen und sie können in Sekundenschnelle über die ganze Erdkugel reisen, sprich teleportieren, was ihre diversen , zu erfüllenden Aufgaben bei der enorm anwachsenden Bevölkerungszahl erheblich vereinfacht. Ihrer aller Chef ist Jerry, besser bekannt als Gott, der darüber wacht, dass seine Regeln und Vorschriften auch eingehalten werden.
Schicksal jedoch ist unzufrieden, überarbeitet und frustriert in seinem Job. Er weist den Menschen auf seinem Pfad das sind mehr als 80% der Bevölkerung; der Rest wandelt auf dem Pfad von Bestimmung zwar ihr zugedachtes Schicksal zu, doch immer mehr Menschen weichen von ihrem Weg ab. Sie lassen sich von vielen Dingen beeinflussen und ablenken und wählen leider häufig die schlechtere Alternative für sich. Sergios Antrag auf einen Jobwechsel wird aber von Jerry rigoros abgelehnt.
Dennoch kann Schicksal einfach nicht anders und fängt an, sich wohlgemeint in das Leben seiner Menschen einzumischen, obwohl dies auf keinen Fall erlaubt ist. Das hat unbeabsichtigte, weitreichende Folgen und Konsequenzen. Auch dem alles beobachtenden Jerry entgeht dies natürlich nicht und schließlich wird Schicksal vom Dienst suspendiert und seiner besonderen Fähigkeiten beraubt. Sogar seine Unsterblichkeit steht auf dem Spiel.
Das ist jedoch nicht sein einziges Problem. Zu allem Überfluss hat er sich auch noch in Sara, eine normale Sterbliche, verliebt. Er geht eine Beziehung mit ihr ein und offenbart ihr sogar seine wahre Natur. Das geht nun wirklich nicht und ist strengstens verboten, zumal Jerry eben dieser Sara eine ganz besondere Rolle zugedacht hat. Und so nimmt das Schicksal von Schicksal seinen Lauf.
Dieser Roman mit seiner ungewöhnlichen Idee beginnt sehr witzig und Lacher sind vorprogrammiert. Die Vorstellung von lebendigen Figuren wie Schicksal, Glück, Ehrlichkeit, Wahrheit , Tratsch etc. ist einfach zu köstlich. Zudem ist die Darstellung dieser außergewöhnlichen , sehr menschlichen Charaktere höchst bildhaft und erheiternd gelungen : ein Tod , der Angst vor Keimen hat und den Anblick von Leichen nicht erträgt, ein alkoholabhängiges Karma, die sexbesessene Bestimmung usw.
Allerdings nutzt sich der Witz im Laufe der Geschichte ein wenig ab, da er immer nach demselben Schema verläuft. Dies stört aber bei der Lektüre nicht wesentlich, da der Inhalt mit fortschreitender Handlung auch durchaus etwas nachdenklicher wird und zum Schluss hin beinahe so etwas wie Traurigkeit aufkommen lässt.
Neben der Frage nach dem Sinn und Zweck des Lebens nimmt der Autor in ironischer und sarkastischer Art und Weise unsere heutige Gesellschaft - besonders auch die der Amerikaner - unter die Lupe. Eine Gesellschaft, die vielen fragwürdigen Zwängen, wie z.B. Konsumzwang, Erfolgszwang oder Geltungszwang unterliegt und dabei zu vergessen scheint, was wirklich wichtig ist und glücklich macht.
Dieser Roman ist meines Erachtens durchaus lesenswert, lustig aber nicht albern und mit hintergründigen , tiefer gehenden Ansätzen zum Nachdenken durchzogen