...einer eher flachen Buchreihe
Wie es schon anmutet, gehört diese vorliegende Konzept eindeutig in die Krimiuntersparte (Mystery-)"Frauenkrimi". Allein das Cover, bewahrt schon das männliche Heterogeschlecht vor Fehlkäufen. Insgesamt gesehen, eine seichte Angelegenheit für Frauen, die erstmals in die kriminalistische Sparte greifen.
Die Pepper Martin - Reihe ist in den USA noch nicht abgeschlossen, weshalb der dt. Markt natürlich hinterherhinkt. Doch von den drei hierzulande erschienen Bänden, mutet der zweite am gelungensten. Zum Teil liegt es an der Hauptprotagonistin, aber auch an den noch lückenhaften Geschichten. Auch das Grundkonzept ist nicht wirklich neu: Lebende kommuniziert mit Toten/ Geistern (mit unerledigten Anliegen) und verhilft zu einem erfolgreichen & friedlichen Übergang.
Nur durch einen Unfall ärgert sich Frl. Martin mit dieser Gabe rum.
Die Diktion ist wirklich passabel und humoristisch. Was mir aber besonders ins Auge fiel, ist der zahlreiche Gebrauch von Fremdwörtern, sowie viele "veraltete" synonyme Begriffe. Damit dürfte es nicht jeden Leser ansprechen.
Womit ich auch gleich Peppers' Charakter anzweifeln muß. Da "SIE" mehr oder minder ,unbedarft' und dauerbrünstig ist; so glänzt sie nicht mit Intellekt -einfältig u. begriffsstutzig paßt viel eher. Überraschenderweise schöpft sie in ihren geistigen Monologen aus den Vollen, weshalb der Charakter nicht überzeugen kann. Die Figur ist ein einziger Widerspruch. So stammte sie zwar aus gutem Hause und bringt somit theor. eine gewisse Bildung mit, zeigt schnell, an welcher Stelle diese rückt. Daher sind diese Gedankenergüsse mehr als zweifelhaft und sprechen nicht für diesen Charakter. Die meiste Zeit hören wir hier die Autorin.
Die Höhepunkte bestechen durch Pepper und ihr ,Klientel'. Wie in allen Romanen, geben die Interaktionen zwischen der Übersinnlichen und den Toten die besten Momente. Jedenfalls kann der vorliegende Roman durch temporeiche Story u. Personen überzeugen.
Buchinhalt: Kaum ist Pepper Gus los, sitzt in ihrem Büro schon der nächste Geist.
Eine dralle und aberwitzige Blondine: Didi Bowman. Didi liegt der unwilligen Pepper in den Ohren, die sich standhaft erwehrt. Gleichzeitig herrscht große Aufregung in Cleveland und an Frl. Martins Arbeitsplatz. Die berühmte Schriftstellerin Merilee Bowman hat sich angekündigt. Leider ziehen mit dem Publicity-Himmel, und damit belagerten "Garden-View-Friedhof", dunkle Wolken über Pepper auf: Sie verliert über den Sommer ihren Anstellung als Fremdenführerin.
Wie sich schnell herausstellt, ist die bekannte Merilee auch die Schwester von Didi. Durch einige Zusammenstöße und persönlicher Überzeugung, willigt Pepper der toten Blondine ein zu helfen. Denn Didi behauptet, sie sei die eigentliche Verfasserin des Dauerburner -Romans, der auch einen Kinofilm nachzog. Auf Grund einer Neuverfilmung kehrte Merilee nun in ihre Heimatstadt zurück.
Nebenbei lernt Pepper Didis Nachkomme kennen. Und als sei es nicht genug, gibt es schon den ersten Toten. Trish, Merilees' Assistentin, wird erstickt im Korsett aufgefunden. Damit beginnt Peppers größtes Problem. Ella, ihre Chefin und Vorsitzende des "Merille Bowman Fanclubs", hat der Autorin Frl. Martins Dienste zugesichert. Somit nimmt Pepper widerwillig, aber bedürftig, die Stelle als rechte Hand an. Bald schon merkt sie, auf welch gefährlichen Pfaden sie wandert.
Tja, Pepper wäre nicht Pepper, wenn sie trotz Mode-Notfällen, Mordanschlägen und ungewollten Geistern, nicht weiter 'im Dreck spielen' würde. Auch die männlichen Love-Interrest geben ihr Stelldichein. Diese Aktionen fallen -Gottseidank!- sehr spärlich aus. Das Hauptaugenmerk ist Didi, die quirlige und freizügige Blondine. Gerade ihr Mitwirken stärkt die Gesamtstory.
Zu Lebzeiten führte Didi ein recht sprunghaftes, und für damalige Verhältnisse, lasterhaftes Leben. Das Ergebnis war ein uneheliches Kind. Im ganzen Roman tauchen immer wieder neue Verdächtige ins Auge, die von Didis Ableben profitiert haben könnten. Und auch weitere -im Gegensatz zum ersten Band- Ektoplasmagestalten wabern rum, auch wenn diese im Hintergrund bleiben.
Dennoch, trotz Seitengassen ist der Storyausgang zu offensichtlich. Auch fehlen (teilweise) Erklärungen zu Motiven, die eben mal einfach ausgelassen werden. Am Ende kann man nur raten, wieso dieser und jener "DAS" getan hat (oder -siehe dritter Band- wie). Auch Peppers Schlußfolgerung kommen derart spät, wo der Leser bereits (zu Anfang des Buches) den Durchblick hat. Kann ein Mensch tatsächlich mit solch ausufernden Scheuklappen durchs Leben laufen?
Als zeitgenössischer Frauenkrimi nett. Doch sollte man sich mit der netten und unsagbar langsamen Heldin, die sich auch noch mit Mode auskennt, arrangieren. Hierfür dreieinhalb Sternchen.