Schon die Namen der Protagonisten sind typisch Ruhrpott: Czarnowanz, Kwiatkowski, Gonschorek, Pankowiak, Schimaniak, Simancjek. Nicht zu vergessen Lothar Kasubbke! Und wie die Namen typisch sind, so sind es auch die Orte: Kesselhaus, Katernberger Friedhof, Tankstelle, Frittenbude, Frau Hülsbecks Wohnzimmer. Einer der Texte spielt sogar unter Tage. Zudem bürgen die 24 beteiligten Autorinnen und Autoren für Authentizität: u.a. Volker W. Degener, Karr & Wehner, Herbert Knorr, -ky und Uwe Voehl.
Trotz Lokalbezügen und diverser Regionalismen wird in diesem Buch in reinstem Hochdeutsch fabuliert. Und es wird zu jedermanns Zufriedenheit alles aufgeklärt: Warum man eine Axt im Haus braucht und warum ohne Senf gar nichts geht, erklärt uns Herbert Knorr. Womit der Hähnchentöter im »Tura-Grill« seine Flattermänner bezahlt, verrät uns René Zey. Was es mit der weißen Lilie auf dem anonymen Urnengrab auf sich hat, enthüllt Sonja Ullrich.
Ich will hier nichts vorwegnehmen, außer eines: Dass die Rombin-Tankstelle, von der Ulrich Straeter schreibt, möglicherweise »Goldin Tankbetriebe GmbH« geheißen haben könnte. (Insider werden den Hinweis sicher verstehen ...)
5 Sterne für die perfekte Unterhaltung, den günstigen Verkaufspreis (3 Cent pro Seite) und die abwechslungsreiche Zusammenstellung von Autorenmännekens und Weibleins. Es hat Mordspaß gemacht, sich durch die blutgetränkte Mordlandschaft zwischen Duisburg und Dortmund, Herne und Hagen zu lesen!