Vorweg schon mal für alle Kenner: Hier wird nicht das Trimmen, also die rassegerechte Pflege gezeigt, sondern das Scheren!! Die Autorin gibt zwar an, dass es falsch ist, stützt sich aber daran, dass es weniger aufwendig sei und vor allem, dass der dargestellte Hund kein Trimmfell habe. Das ist zwar richtig, aber dennoch stellt ein solcher Hund nicht den Rassestandart dar und ist somit für ein solches Buch ungeeignet, was doch für die breite Masse, also für Trimmhunde ausgelegt sein sollte.
Zur Info an sich ist das Buch jedoch gut und deshalb schon einen Tipp wert, denn die einzelnen „Scherschritte" sind gut bebildert und auch für Anfänger nachvollziehbar, um seinen Hund entsprechend herzurichten. Einen Abzug gibt es jedoch bei den etwas zu kurz geschnittenen Vorderläufen, aber auch bei den nicht richtig beschriebenen Übergängen von der Seitenpartie in den Behang, der mir sofort auffiel und der für Laien nur schwer durchführbar ist.
Das Problem an der ganzen Hundefriseurreihe sehe ich jedoch im Verständnis der Unterscheidung von Familien zu Ausstellungshunden, den die Autorin durchführt. Denn sie beschreibt auf der einen Seite den Ausstellungshund, der also länger im Haar bleiben darf und den Familienhund, der nach ihrer Aussage aufgrund von Matschspaziergängen kürzer geschnitten werden muss. Ich habe einen Scottie (wird fast identisch getrimmt wie ein Westie), der ist Ausstellungshund, lebt aber auf dem Land und rennt täglich in den Matsch. Kein Problem: Mit Wasser abgeduscht, abgerubbelt und von selbst trocknen lassen. Aufwand: Ca. 7 Minuten. Wem das zu aufwendig ist, der sollte sich die Rasse nicht anschaffen!!! Außerdem wird im Buch auch gesagt, dass ein ungeschnittener Hund auch gleich verfilzt und ungepflegt ist. Schwachsinnig!! Ein ungetrimmter Westie ist zwar pflegeaufwändiger, sieht aber dennoch gut aus, wenn er täglich gebürstet wird und ist weder verfilzt noch ungepflegt!!!