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Produktinformation
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Es war die unwahrscheinliche Geschichte eines unverlangt eingesandten Manuskriptes, das den Verlag sofort begeisterte, und es wurde eines der erfolgreichsten Debüts: Mit ihrer Geschichte von Sascha, die ihr Schicksal selbst in die Hand nimmt, hat Alina Bronsky die Herzen ihrer Leser erobert. Was macht ihr Debüt so besonders? Da ist zum einen die siebzehnjährige Sascha Naimann, die aus Moskau nach Deutschland gekommen ist und mit ihren zwei jüngeren Geschwistern im Scherbenpark lebt - einem Hochhaus-Ghetto, in dem eigene Gesetze herrschen, die sie mit wilder Entschlossenheit bricht. Da ist zum anderen das katholische Elite-Gymnasium, das Sascha wegen ihrer Hochbegabung und ihrer prekären Lebenssituation angenommen hat, mitsamt den behüteten und ausstaffierten Mitschülerinnen, die keinen Schimmer von Algebra haben, aber ein volles Freizeitprogramm. Und da ist der Ton, in dem Sascha ihre Geschichte erzählt: Selbstbewusst und geradeheraus, beiläufig und trocken kommentiert sie ihre Umgebung, das verzweifelte Streben nach Glück, Freiheit und Wohlstand, das Scheitern ringsum und das eigene Aufbegehren.
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Nur der Anfang ist gut,
Von Andreas Schröter "Andreas Schröter" (Dortmund) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 1000 REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Scherbenpark (Gebundene Ausgabe)
Davon träumen Hobbyautoren: Sie schicken ein unverlangtes Manuskript an einen Verlag, der findet es gut, und wenig später liegt das fertige Buch in allen Buchhandlungen. So ist es Alina Bronsky (30) mit Kiepenheuer & Witsch und ihrer Geschichte "Scherbenpark" gegangen. Die handelt von der 17-jährigen Sascha, die aus Moskau gekommen ist und nun in einem deutschen Russen-Ghetto lebt. Sascha will ihren Stiefvater umbringen, der im Knast sitzt, weil er zuvor die Mutter getötet hat. Ein anderes Problem ist Saschas Liebe zu einem wesentlich älteren Mann, der bei der Zeitung arbeitet."Scherbenpark" fängt richtig gut an: schnodderig, rasant, intelligent und sympathisch. Man liest einfach gerne, wie trocken Sascha, die im Kopf allen anderen Bewohnern ihrer Hochhaus-Siedlung meilenweilt überlegen ist, ihre Umgebung und Mitmenschen kommentiert. Leider verliert sich dieser erste Lese-Eindruck mit fortschreitender Seitenzahl ein wenig: Alina Bronsky kann nicht ganz das Anfangs-Niveau halten. Alles wirkt einen Tick hölzerner, einen Tick weniger glaubwürdig als zu Beginn. Dennoch hat der Verlag gut daran getan, dieses Manuskript zu veröffentlichen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Zersplittertes Leben,
Rezension bezieht sich auf: Scherbenpark (Taschenbuch)
Die siebzehnjährige Russin Sascha lebt mit ihren jüngeren Geschwistern in einem Hochhausghetto. Ihre Mutter ist tot, ihr Stiefvater hat sie und ihren Freund aus Eifersucht erschossen. Sascha träumt davon, den Mörder zu ermorden und ein Buch über ihre Mutter schreiben. "Die Geschichte einer hirnlosen rothaarigen Frau, die noch leben würde, wenn sie auf ihre kluge älteste Tochter gehört hätte."Sascha ist hochbegabt - im Gegensatz zu den anderen Jugendlichen aus dem Ghetto geht sie auf ein katholisches Elitegymnasium - sie ist wurzellos und einsam, denn mit ihren Klassenkameraden verbindet sie genauso wenig wie mit den anderen Russen aus dem Block. Dann lernt sie den Journalisten Volker und seinen Sohn Felix kennen und verliebt sich in beide zugleich. Das macht ihr kompliziertes Leben noch komplizierter, denn Sascha will ja keine Liebe, sondern ist versessen auf Rache. Immer gewalttätiger, immer selbstzerstörerischer werden ihre Ausbrüche - alles scheint auf ein schreckliches Ende hinauszulaufen, aber dann kommt es doch ganz anders. Das ist die Stärke dieses Romans: Dass die Geschichte immer wieder neue, unerwartete Wendungen nimmt. Sascha ist einfach nicht einzuschätzen. Von ihrer Umwelt nicht und vom Leser erst recht nicht. Die Sprache des Romans ist wie Sascha selbst, hart, deutlich, unmissverständlich. Sie packt einen und lässt einen nicht mehr los. Ein tolles Buch. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
11 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
kurzweilige Gegenwartsliteratur,
Von
Rezension bezieht sich auf: Scherbenpark (Taschenbuch)
Manchmal denke ich, ich bin die Einzige in unserem Viertel, die noch vernünftige Träume hat. Ich habe zwei, und für keinen brauche ich mich zu schämen. Ich will Vadim töten. Und ich will ein Buch über meine Mutter schreiben. Ich habe auch schon einen Titel: Die Geschichte einer hirnlosen rothaarigen Frau, die noch leben würde, wenn sie auf ihre kluge älteste Tochter gehört hätte." Vielleicht ist das nur ein Untertitel. Ich habe Zeit, es mir genau zu überlegen, denn ich habe noch nicht angefangen zu schreiben.(Seite 9) Mit diesen Worten beginnt der Debütroman Scherbenpark von Alina Bronsky und zieht den Leser sofort in seinen Bann. Obwohl das Buch keine wirkliche Handlung hat und eigentlich nur eine Aneinanderreihung von Tagen und während dieser Tage erfolgenden Geschehnissen ist, schafft die Autorin es mit ihrer einfachen Sprache, den Leser zu fesseln und ihn neben die Protagonistin Sascha zu stellen. Gerade erst siebzehn Jahre alt, hat sie schon mehr in ihrem Leben mitgemacht, als für dieses Alter tragbar ist. Und trotzdem wirkt sie stark und entschlossen, scheint klare Vorstellungen und Ziele im Leben zu haben - denkt dabei jedoch nicht nur an sich, sondern auch und vor allem an ihre kleinen Geschwister Anton und Alissa. Mit Hilfe ihrer Großtante Maria, für die sie selbst eigentlich eher die Hilfe darstellt, versucht sie, den Alltag wieder aufzunehmen und weiterzumachen. Man lernt Sascha mit jeder einzelnen Seite besser kennen, macht sich ein Bild von ihrem Charakter und ihrem Umfeld, und trotzdem hat man keinen konkreten Eindruck von diesem jungen Menschen, der nicht in die Umgebung, in der er aufwächst, zu passen scheint. Deutlich spürt man ihren Wunsch, aus dem Wohnkomplex auszubrechen und die dort verankerten Erinnerungen hinter sich zu lassen, irgendwo neu anzufangen und das Leben nach den eigenen Vorstellungen zu leben. Man merkt aber auch, dass ihre jüngeren Geschwister ihr alles bedeuten und sie diese niemals im Stich lassen würde, solange sie sich nicht sicher sein kann, dass sie auch in ihrer Abwesenheit die bestmögliche Erziehung erhalten würden. Neben dem Traum, ein Buch für ihre Mutter zu schreiben, beschäftigt sie sich gedanklich viel mit ihrem ersten Wunsch: Dem Mord an Vadim. Warum sie diesen Wunsch überhaupt hegt, wird beim Lesen schnell klar und auch nachvollziehbar. Und obwohl der Wunsch im Verlauf des kompletten Buches in den Hintergrund gestellt wird, ist er doch immer gegenwärtig und auch im Kopf des Lesers. Bronsky schafft es hier, einen nachhaltigen Gedanken im Gehirn zu platzieren, der dort bestehen bleibt und auch nach dem Abschluss des Buches nachhallt. Dass das Buch keine Kapitel besitzt und der Text nur durch vereinzelte Leerzeilen und Absätze aufgegliedert wird, lässt ein Unterbrechen des Leseflusses fast unmöglich werden. Doch auch die sehr einfache und leicht verständliche Sprache und die locker erzählte Geschichte an sich lassen den Leser nicht ans Aufhören denken. Man blättert Seite um Seite um Seite um, verschlingt die Erzählung der Protagonistin, die zu reif für ihr Alter scheint - vor allem im direkten Vergleich zu den anderen gleichaltrigen Charakteren, die immer wieder ihre Erwähnung finden. Ein offenes Ende lässt den Leser mit Hoffnung zurück, dass es vielleicht ein weiteres Buch von und mit Sascha geben wird, in dem die Geschichte weitergesponnen werden und zu einem für die junge Frau guten Ende führen kann. Ich habe ein bisschen Angst, dass jetzt jemand nach mir fragt. Aber das passiert nicht. Ich ziehe die Tür leise hinter mir zu. Der Solitär ist ganz still. Nur in einem der obersten Stockwerke weint ein Kind. Die Bank vor dem Eingang ist leer. Ich werfe mir die Tasche über die Schulter, schiebe den Schirm meiner Kappe in den Nacken und trete hinaus in die Sonne. (Seite 289) -------------------------------------------------------------------------------- Fazit: Scherbenpark ist Gegenwartsliteratur in sehr kurzweiliger Form, die durch Wortwitz, Sprachgefühl und distanzierte Nähe ohne das Gefühl des Ausgeschlossenseins gewinnt. Ein überzeugendes Debüt! -------------------------------------------------------------------------------- Wertung: vier Sterne Handlung: 3,5/5 Charaktere: 4/5 Lesespaß: 4,5/5 Preis/Leistung: 4/5 (Originalrezension für Literatopia.de) Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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