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Scheinheilige Geschäfte: Die Finanzen des Vatikans
 
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Scheinheilige Geschäfte: Die Finanzen des Vatikans [Gebundene Ausgabe]

Curzio Maltese
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Scheinheilige Geschäfte: Die Finanzen des Vatikans + Vatikan AG: Ein Geheimarchiv enthüllt die Wahrheit über die Finanz- und Politskandale der Kirche + Schleichende Übernahme: Das Opus Dei unter Papst Benedikt XVI
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 160 Seiten
  • Verlag: Kunstmann, Antje, Verlag (4. März 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3888975581
  • ISBN-13: 978-3888975585
  • Originaltitel: La Questua
  • Größe und/oder Gewicht: 21,4 x 14,2 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 91.274 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Curzio Maltese
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Malteses Buch wirft ein Schlaglicht auf ein intransparentes, ganz und gar anomales Finanzsystem und gibt der Frage nach dem Verhältnis von Religion und Politik, Kirche und Staat eine ganz neue Aktualität.« (Liberazione)

Kurzbeschreibung

Nach dem Skandal um die Mafia-Verstrickungen der Vatikanbank in den 1980er Jahren galten die Finan­zen des kleinsten Staates der Welt als zerrüttet. Heute sind dessen Kassen wohl gefüllt: dank Spendenrekorden, einer umfassenden Steuerbefreiung und lukrativen Nebeneinkünften. Topmanager kümmern sich um die Geschäfte. Um die Transparenz ist es weniger gut bestellt: Was der Kirche an Geldern zufließt und wofür sie sie ausgibt, ist ein streng gehütetes Geheimnis. Curzio Maltese blickt hinter diese Mauer des Schweigens. Gestützt auf Kirchendokumente, fördert seine Recherche Verblüffendes zutage. Entgegen aller Annahmen kommt nur ein Fünftel der Einkünfte aus der Kirchensteuer wohltätigen Zwecken zugute. Die Kirche ist Italiens größter Immobilienbesitzer und Tourismusmanager und zahlt keinen Cent Steuern, wenn sie Hotels betreibt oder einträgliche (Pilger)Reisen organisiert. Der Vatikan, für internationale Anleger ein Steuerparadies, kostet den italienischen Steuerzahler mehr als Staatsverwaltung und Parla­ment zusammengenommen. Doch Kritiker dieses gänzlich undemokratischen Sys­tems bekommen schnell den langen Arm der Kurie zu spüren: In Italien läuft nichts mehr ohne Plazet des Vatikans, der sich immer ungehemmter in die Politik des laizistischen Staates einmischt. Wer wissen will, wie undurchsichtige Finanzsysteme funktionieren und was der Vatikan tatsächlich mit dem Geld seiner Gläubigen macht, kommt an diesem Buch nicht vorbei. »Malteses Buch wirft ein Schlaglicht auf ein intransparentes, ganz und gar anomales Finanzsystem und gibt der Frage nach dem Verhältnis von Religion und Politik, Kirche und Staat eine ganz neue Aktualität.« Liberazione.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
18 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Mario Pf. HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Der katholischen Kirche mag es zwar an Nachwuchs für das Priesteramt fehlen, doch finanziell scheinen ihr Kirchenaustritte wenig zu schaden, hat sie sich doch eine umfangreiche Finanzierung durch den Staat Italien verschafft, die auf einem breiten politischen Konsens fußt. Der italienische Journalist und bekennende Laizist Curzio Malteste hat mit "Scheinheilige Geschäfte" einen Tabubruch gewagt und diese Verquickung von Kirche und Politik aufgegriffen, die zwar etwas vor allem für Italien spezifisches ist, aber dennoch ein faszinierendes Bild vom "Unternehmen Kirche" vermittelt.

Der Vatikan ist zwar ein eigenständiger Staat, doch die Art wie er Einfluss auf die italienische Innenpolitik erscheint unerhört. Der Klerus ist in den Medien etwa genauso oft vertreten wie die Politiker und gegen den Willen des Vatikans kann sich keine Regierung im Amt halten, wie der Fall Romano Prodis belegt. Steuerbefreiungen, Direktzuschüsse, die großzügige Übernahme von Kosten und politische Willfährigkeit werden unter dem scheinheiligen Deckmantel der Wohltätigkeit verborgen, wobei man gerne übersieht, dass die Kirche die den Menschen dienen will, nur knapp ein Fünftel der Einnahmen durch die Kirchensteuer in wohltätige Projekte investiert. Viel mehr ist die Kirche milliardenschwerer Immobilienbesitzer, Großinvestor und durch die Vatikanbank immer wieder auch in dubiose Geschäfte verstrickt, während sie für all das keinen Cent Steuern zu entrichten braucht.

Es gehört zur gängigen Praxis, dass die Kirche eigene Hotels für Pilger unterhält, mit Nonnen, Mönchen und Priestern als billigen Arbeitskräften und damit enorm vom gestiegenen Interesse an Pilgerreisen profitiert, während der Rest von Italiens Tourismusbranche eher auf dem Niveau der 80er-Jahre zurückgeblieben ist und Konkurrenz vom benachbarten Balkan fürchten muss. Dazu kommen eigene Privatschulen und Universitäten, die entgegen der Rechtslage vom Steuerzahler wie staatliche Institutionen mitfinanziert werden. Versucht jemand diese finanzielle Sonderstellung des Vatikans zu beschneiden, sieht er sich bald harscher Kritik seitens der Kurie und ihrer willigen Diener ausgesetzt. Die Lage wie Maltese sie beschreibt ist bestürzend und erinnert mehr an islamische Länder, denen man solches Verhalten sofort zur Last legen würde. Doch genau das macht auch deutlich, dass es einen eklatanten Unterschied zwischen der römisch-katholischer Religion und ihrer Institution gibt, der sich nicht zuletzt darin äußert dass letztere entgegen ihres Ideals kein Problem darin sieht zu nehmen und sich Vorteile, wie Reichtümer zu verschaffen, die in keiner Relation mehr zu ihrem "mildtätigen Werk" stehen.

Es ist kein Wunder, wenn durchaus gläubige Katholiken, wie sie Maltese aufzählt die Sonderstellung der Kirche eben aufgrund ihrer Religiosität angreifen und dabei mit Repressalien konfrontiert werden, die in Form gesellschaftlicher Ausgrenzung und Rufmords zumindest nicht mehr den Strafmaßnahmen der Inquisition entsprechen. Als Institution sollte sich die katholische Kirche in nichts von anderen Glaubensgemeinschaften unterscheiden, dennoch wird sie teils wie ein Wirtschaftsunternehmen geführt, das aufgrund seiner gefestigten finanziellen Stellung und dank der Finanzierung durch den italienischen Staat den Verlust von Gläubigen problemlos verkraftet, solange ihre Geschäftsfähigkeit nicht davon betroffen ist. Curzio Maltese bezieht sich nun ausdrücklich nur auf Italien, das eine schon allein geschichtlich einzigartige Beziehung zum Vatikan hat, der als Kirchenstaat lange Zeit gegen eine Einigung des Landes stand und in den Lateran-Verträgen später eine Art Opferstatus für sich reklamierte, die er vor allem durch seinen unverhältnismäßigen Einfluss auf die Politik des Landes mit finanzielle Entschädigungen in Verbindung brachte. Hinzu kommt natürlich auch, dass der Papst von Clemens VII. bis Johannes Paul I. über Jahrhunderte immer Italiener und oft Mitglied einflussreicher und somit auch politisch wirkender Familienclans war.

Fazit:
Interessante wenngleich eindeutig länderspefzifische Lektüre über die sehr unheiligen Geschäftsinteressen des Vatikans.
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20 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Die Finanzen des Vatikan 3. März 2009
Von Thorsten Wiedau HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Pecunia non olet - so könnte auch der neue Wahlspruch des Papstes lauten, wenn man sich in die Finanzgeschäfte des Vatikans, Dank des Buches SCHEINHEILIGE GESCHÄFTE von Curzio Maltese eingelesen hat. Eine sehr interessante Sammlung von Widersprüchen, eigenartigen Begebenheiten und einem Anspruch der weit über das Finanzgebaren einer Schweiz oder der Cayman Islands hinausgeht.

Darf man Kritik üben, natürlich darf man und auch der Papst darf davon nicht ausgenommen werden. Das Buch SCHEINHEILIGE GESCHÄFTE ist gut recherchiert, informativ und fast schon spannend wie ein Krimi, wenn man sich die ganzen illustren Investitionen und Erpressungen / Manipulationen so ansieht.

Wenn über eines im Vatikan und außerhalb nicht gesprochen wird, dann sind es die Milliardenbeträge, welche im System fließen und sich dort ständig vermehren.

Kann es angehen, dass der Vatikan keine Steuern auf Vermögen und Gewinne in Italien bezahlt? Wieso sind alle Geschäfte religiös, auch wenn ich in einem Hotel des Vatikan übernachte und der Eigentümer normalerweise Steuern dafür abführen müsste?

Wieso bedient sich der Vatikan auch an dem Geld Italiens, welches ihm nach der 8 Promille Regelung gar nicht zusteht? Wieso wird er zusätzlich mit weiteren Milliarden gefördert und unterstützt? Warum fließt nur der Anteil von 20% des Geldes tatsächlich in humanitäre Aktionen und der Rest wird verbraucht für Verwaltung und neue Investitionen auf den Finanzmärkten?

Fragen über Fragen auf die der Autor Curzio Maltese ein paar schlaue Antworten zu geben weiß.

Die Finanzen des Vatikans sind ein weites Feld von dem bei guter Dünnung eine reiche Ernte eingefahren werden kann, dies hat allerdings mit dem offiziellen Auftrag und den Werbespots der katholischen Kirche in Italien rein gar nichts zu tun.

Ein überaus spannendes und sehr informatives Buch.

Sehr empfehlenswert!
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