Die Forschung, die Amendt betreibt, ist zunächst einmal ungewöhnlich. Zwar gibt es einen Anhang mit Datenmaterial, aber die eigentlichen Aussagen werden in lebensgeschichtlichen Erzählungen verdichtet. Es ist dann nicht einfach, allgemeingültige Schlüsse zu ziehen und die Aussagen des Buches zu akzeptieren. - Das Buch zeigt anhand dieser Erzählungen Tendenzen auf, die im Zusammenhang mit Scheidungen immer wieder sichtbar werden. Wenn man das Buch in dieser Weise liest, stellt es eine große Bereicherung dar, denn bislang ist das Schicksal von Scheidungsvätern zumindest öffentlich selten thematisiert worden. Scheidungsväter empfinden sich als Verlierer und treten nicht an die Öffentlichkeit. Im Gegensatz zu einem geschiedenen Vater kann jede Mutter, der ihr Kind vorenthalten wird, mit breiter Unterstützung rechnen. Es bleibt zu hoffen, dass Amendts Buch einen Anstoß zu einer anderen Diskussion zur Scheidungsproblematik beiträgt und auch Männern zu ihrem Recht am Kind verhilft bzw. dass Kinder ihre Väter behalten.