Ein Buch, das ziemlich kurzweilig und unterhaltsam zu lesen ist. Aber leider ist das auch schon alles. Gemäss Koidl sind praktisch alle Männer Scheisskerle. Bereits auf der zweiten Seite verrät er: ja, es gibt deutlich mehr "gute" Frauen, als es "gute" Männer gibt (Zitat). Statistisch gesehen ist es damit klar, dass viele Frauen eben nur Scheisskerle bekommen.
Die Beispiele aus seinem persönlichen Umfeld lassen auf einen sehr speziellen Freundes- und Bekanntenkreis schliessen. Leider kennt er keinen (!!) einzigen treuen Mann. Dafür mehrere, die mit ihrem Porsche das Auto einer attraktiven Fahrerin rammen (von hinten natürlich - zwinker, zwinker) um sich mit dem Trockenblumenstrauss, den sie für diese Fälle immer im Handschuhfach bereit haben, bei der Frau zu entschuldigen und sich einzuschmeicheln. Hand aufs Herz: wie viele solcher Scheisskerle kennen sie?
Neben den vielen unmöglichen Männertypen (Betrüger, Serientäter, Bad boy, Sadist usw) beschreibt er auch den schlimmsten aller Männer: den Vater, der sehr viele Frauen zu dem gemacht hat, was sie als Erwachsene sind.
Fast alles, was ein Mann tun, deutet darauf hin, dass er fremdgeht. Z.B. übertriebene Eifersucht ist ein ziemlich sicheres Zeichen, dass er selber fremdgeht. Oder Männer, die oft ihre Liebe schwören, haben einen Fremdgehfaktor von über 90% (beides sind Zitate aus dem Buch). Die wichtigsten Lehren sind: es (oder er) ist viel schlimmer, als sie als Frau denken. Und: Tönt das Gegenteil von dem, was er sagt, völlig unglaubwürdig, kommt dieses Gegenteil der Wahrheit ziemlich nahe.
Koidl gibt auch "gute" Tipps, wie eine Frau den Betrüger überführen kann: Überprüfen von Kreditkarten- und Handyabrechnungen, Terminplänen, Spermaspuren auf der Hose usw. Tja, warum muss denn überhaupt noch was überprüft werden: alles sind wir ja Scheisskerle (und gehen fremd)!
Inhaltlich springt Koidl von einem Punkt zum anderen, es ist für mich kein klarer Aufbau zu erkennen. Zudem finde ich es etwas speziell, wenn auf Seite 163 (von 223) endlich erklärt wird: "Davon ... erzählt dieses Buch". Was wurde denn auf den ersten 162 Seiten erzählt? Oder auf Seite 15 beginnt Koidl drei Kraftfelder zu erklären, die in unser Leben hineinregieren. Er beginnt dann mit "zum einen", "zweitens" und dann kommt nichts mehr. Also bis drei zu zählen sollte doch nicht so schwierig sein?
Ein weiteres pseudopsychologisches Paar-Beziehungs-Therapiebuch, das vom Titel her deutlich mehr verspricht, als es zu halten vermag.
Mich würde noch interessieren, welche Automarke Koidl selber fährt und wo er seine Trockenblumensträusschen bereit liegen hat.