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Scheiß Leben. Roman
 
 
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Scheiß Leben. Roman [Gebundene Ausgabe]

Sami Tchak , Uta Goridis , Nicole Gabriel
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 301 Seiten
  • Verlag: Zebu; Auflage: 1., Aufl. (24. März 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3937663002
  • ISBN-13: 978-3937663005
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 12,6 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.295.227 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

literature.de, 11. Juni 2004

Scheiß Leben ist ein nachdenklicher und gleichzeitig überaus unterhaltsamer Roman, der sich mit authentischer Erzählstimme dem alltäglichen Leben der Einwanderer widmet. Auch wenn der Autor Franzose ist, so lässt sich seine Problematik doch ohne weiteres auf die Situation in anderen Ländern übertragen lässt.
[...]
Fazit: Intelligenter Roman mit hohem Unterhaltungswert

Kurzbeschreibung

Paris ist leider kein Fest fürs Leben, zumindest nicht für einen jungen Schwarzen, der in der Banlieue lebt. Sami Tchaks Romanheld beschließt deshalb, nach Paris Mitte zu ziehen, wo er sein Vorstadt-Image loszuwerden hofft.
Doch bis es so weit kommt, muss er erst einmal Ordnung in sein ramponiertes Leben bringen. Und so macht uns der Held in einer atemlosen Tour-de-force mit seiner Umgebung vertraut:
Mit einem wehleidigen Vater, der sich zurück nach Afrika sehnt, mit nymphomanischen Müttern, Schwestern und Cousinen, mit verkrachten Immigranten, einem abenteuerhungrigen Lehrer und einer fürsorglichen Polizistin. Frust bei der Arbeitssuche und Lust zu Dritt im Keller: Nichts wird ausgespart, das Leben ist ein rasendes Karussel, doch eine Perspektive bietet es nicht. Die Liebe zur Cousine ist es schließlich, die dem jungen Wilden den Weg aus dem Schlamassel weist.
Sami Tchak teilt in alle Richtungen aus, nichts ist ihm heilig, und ein befreiendes Lachen ist unausbleiblich.

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1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von H. P. Roentgen TOP 500 REZENSENT
„Doch was Papa betrifft, Allmächtiger, das ist ein anderes Paar Pantoffeln. Er hängt an seiner Rückkehr wie eine Wanze am Fell eines streunenden Köters. Unmöglich, sie ihm ausreden zu wollen, diese Rückkehr ins Land der Geburt [...]
So, und jetzt lassen sie mich bitte noch präzisieren, dass diese Rückkehr, an die sich Papa wie eine Fledermaus an einen Ast klammert, den Hintern in die Luft, die Schnauze nach unten, dass diese Rückkehr meines Fledermauspapas überhaupt nicht zu vergleichen ist mit der, die er im Gepäck hatte, als er nach Frankreich kam, mit seinen Träumen bewaffnet wie ein amerikanischer Alliierter, den man losgeschickt hat, damit er dem bösen Wolf die Fresse poliert. Früher war sie von der Sorte «In-die-Heimat-zurückkehren-und-meine-Träume-verwirklichen». Na ja, die Zeiten sind aus und vorbei. In puncto Pläne möchte mein Papa inzwischen nur noch in sein Dorf zurückkehren, um zu sterben, nicht, um dort noch ein bisschen zu leben, nein, nur um zu sterben wie die Wale, die sich, wenn es ihnen auf dem Grund des Meeres mulmig wird, an den Strand spülen lassen, wo sie dann erlöst werden von ihren Qualen wie von ihrem Leben."

Die Eltern des anonyme Ich-Erzähler stammen aus Mali, er selbst wurde in Frankreich geboren und ist Franzose. Jedenfalls steht das in seinem Pass. Aber er ist auch schwarz und demnach doch keiner. Jedenfalls nicht so richtig.

Wer aber glaubt, jetzt kommt das übliche Lamento, der irrt. Ganz im Gegenteil, der Erzähler spottet über Immigranten, die ständig ihr Schicksal bejammern und Weiße, die sie dabei unterstützen. Politisch höchst unkorrekt teilt er nach allen Seiten aus.

Und er hat Frauen im Kopf, nackte vor allem, Mösen und Brüste, er sieht sie überall und lernt schnell, dass politische Korrektheit auch da nichts hilft. So vögelt er mit seiner Schwester, erzählt von der Vergewaltigung der Cousine seines besten Freundes ohne die geringste Scham, die heute zu einer solchen Schilderung gehört, von schwarzen Frauen, die sich prostituieren und schwelgt in orgiastischen Bildern.

Manchmal wird das in der Mitte des Buches ein wenig eintönig, aber immer rettet ihn seine bildhafte Sprache, oft fühlte ich mich beim Lesen in ein Bild von Breughel versetzt. Obszön, komisch und völlig abseits der gewohnten Pfade, die sonst derartige Erzählungen aus dem Immigrantenmilieu kennzeichnet. Unbedingt lesenswert!

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