Nun muß ich nach der Symphonie Fantastique schon die zweite Aufnahme von Gergiev in kürzester Zeit negativ bewerten. Aber das hat gute Gründe. Was bei dieser SACD massiv auffällt, ist ihr scheußlicher Klang. Was Celibidache im positiven Fall als Epiphänomene in der Wahrnehmung von Musik beschreibt, erfährt hier die gegenteilige Bedeutung. Durch Hall bzw. Echo gehen hier Töne ineinander über, die eigentlich getrennt wahrzunehmen sind. Bevor man die letzten Töne eines Taktes hört, fliegen einem schon die ersten Töne des nächsten Taktes um die Ohren. So ist diese SACD (fast) wertlos. Das ist auch im CD-Modus nicht anders. In einer Internet-Bewertung dieser CD lese ich - positiv gemeint - etwas von einem flauschigen Klang. Das ist ein Euphemismus sondergleichen, denn einen derartigen Mischklang habe ich noch nie gehört. Pauken erscheinen stark gedämpft, das Blech wirkt gehemmt, die Streicher merkwürdig unecht. Dazu gibt es reihenweise falsche Einsätze. Durch Gergievs völlig übertriebenes Tempo ist das vielleicht sogar verständlich. Wobei wir schon bei der Interpretation sind : Überhaupt nicht mein Geschmack. Wo man bei Reiner nach kurzer Zeit ob der Leidenschaft ins Schwitzen kommt, fange ich nach einiger Zeit an zu Gähnen. Aber das ist nur meine persönliche Empfindung. Alles in allem eine einzige Enttäuschung.