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Schaut auf diese Stadt: Neue Geschichten aus dem barbarischen Berlin
 
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Schaut auf diese Stadt: Neue Geschichten aus dem barbarischen Berlin [Broschiert]

Claudius Seidl
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Produktinformation

  • Broschiert: 224 Seiten
  • Verlag: Kiepenheuer & Witsch (21. Mai 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3462037900
  • ISBN-13: 978-3462037906
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12,4 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 432.016 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Daran kann man sich einfach nicht gewöhnen! Berlin ist und bleibt eine Zumutung. Die Kassen sind leer, der Bürgermeister findet die Stadt trotzdem sexy, und was sich so Bohème nennt, ist in Wirklichkeit nur ein immerwährendes Praktikum. Klar, alles schaut auf diese Stadt: Schon weil Berlin nicht auf sich selbst aufpassen kann. Neue Geschichten aus Berlin, unserer barbarischen Hauptstadt. Im Sommer 2003 erschien »Hier spricht Berlin«: Die Berliner empörten sich, der Rest amüsierte sich über die kleinen, bösen Geschichten aus dem Alltag der sogenannten Hauptstadt - die Aufmerksamkeit war groß, der Erfolg war es auch. Seither sind drei Jahre vergangen, in denen viel geschehen ist und es immer noch so vieles gibt, worüber mit Berlin dringend mal gesprochen werden muss: Das Leben, Leiden und die Lächerlichkeit der Bundespolitiker zum Beispiel. Den regierenden Bürgermeister und seine Freunde. Den Mietmarkt und seine immer tieferen Abgründe. Das Geld, das manchmal zu Besuch kommt in die Bohème, und plötzlich kriegen auch linksradikale Künstler ganz leuchtende Augen. Die Wolfskinder vom Prenzlauer Berg, die direkt aus ihren Käffern ins große Jugenddorf Berlin ziehen und das für die Großstadt halten. Den Untergang der Dörfer Charlottenburg und Wilmersdorf. Die sogenannte Neue Bürgerlichkeit. Die Kampfradler. Die lokale Presse, die sich an Lokalchauvinismus von niemandem überbieten lässt. In kleinen Geschichten, in welchen es nicht groß um Meinung und Reflexion geht, sondern um Empirie und Anschauung, begegnen die Autoren diesem Berlin, diesem barbarischen Ort. Nur gut, dass sie sich dabei die gute Laune nicht verderben lassen. Denn gute Laune ist auch eine Form des Widerstands - gegen Berlin.?

Über den Autor

Claudius Seidl, geboren 1959, ist Feuilletonchef der »Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung«. Zuletzt erschien von ihm »Schöne junge Welt. Warum wir nicht mehr älter werden«. Weitere Titel bei Kiepenheuer & Witsch »Männer essen Fleisch, Frauen essen Gemüse«, KiWi 598, 2000. »Hier spricht Berlin - Geschichten aus einer barbarischen Stadt«, KiWi 799, 2003. Georg Diez, geboren 1969, ist Literaturredakteur der »Zeit«. Nils Minkmar, geboren 1966, ist Redakteur im Feuilleton der »Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung«. Peter Richter, geboren 1973, arbeitet als Autor und Kolumnist unter anderem für die »FAZ«, für »Monopol« und »Deutschlandradio«. 2004 veröffentlichte er »Blühende Landschaften. Eine Heimatkunde«. Zuletzt erschien von ihm »Deutsches Haus«. Anne Zielke, geboren 1972 in Dresden, aufgewachsen in der Bundesrepublik, wohnt in Berlin. Von ihr erschien bisher die Novelle »Arraia«.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert|Von Amazon bestätigter Kauf
Dafür dass dies kein "Berlin-Hasser-Buch" sein soll wird sehr unreflektiert und vor allem unwissend über die Stadt hergezogen.

Das Münchner Autorenkollektiv kann in seinen kurzen Geschichten keinen Charme oder Witz versprühen und schafft es nicht, zumindest den geringsten Anschein zu erwecken, dass sie auch nur irgendwie Ahnung von der Stadt hätten. Stattdessen blamiert es sich selbst. So schreibt denn der eine Autor, dass er nach einem Jahr Wohnen in Prenzlauer Berg noch immer keine Ahnung von seiner Umgebung hat und nicht weiß was da los ist (!). Das lässt nur den Rückschluss zu, dass er sich nicht dafür interessiert.

Die anderen Autoren schaffen es genauso, ihre Erlebnisse absichtlich und teilweise mehr als gezwungen negativ darzustellen. Beispiel: Im Kapitel "Licht" schreibt der Autor, dass das Berliner Licht ja doch so deprimierend sei. Er schildert malerisch die Stadtszenerie im Sonnenuntergang aber benont dann, dass es in Berlin ja doch alles so deprimierend und hässlich sei, egal wie schön es ist.

Schade. Berlin-Kritik ist immer sehr kurzweilig und interessant, wenn sie wenigstens fundiert oder einigermaßen clever ist. Die Autoren haben es leider versäumt, sich die Stadt, in der sie so ungern wohnen, mal näher anzuschauen und wenigstens zu versuchen, sie ein bisschen zu verstehen.

Das Buch könnte dennoch all denjenigen gefallen, die ihre Vorurteile über die Stadt bestätigt sehen wollen. Die, die allerdings ein bisschen kurzweilige Unterhaltung oder amüsante Berlin-Kritik suchen, sind damit schlecht beraten.

Empfehlung: "Ich bin kein Berliner." von Wladimir Kaminer.
Ich bin kein Berliner: Ein Reiseführer für faule Touristen
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9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert
Dies ist ein böses, kluges Büchlein, das ich vor ein paar Jahren vermutlich empört in die Ecke gefeuert hätte. Aber sieben Jahre Berlin machen, wenn auch nicht klug, so doch empfindlich für all das, was die Autoren hier zusammengetragen haben über die ewig im Roh- und Umbau befindliche Hauptstadt. Für ihre Bewohner, die selten aus dem eigenen Kiez herauskommen, jedoch gerne die Großartigkeit der "spannendsten Metropole der Welt" für sich in Anspruch nehmen - eine Übung, die leicht gelingt, wenn man das Universum jenseits von Charlottenburg und Friedrichshain nach Kräften ignoriert. Es geht um das ewige Chaos; die mit religiöser Inbrunst verfolgte "Jeder-macht-seins"-Mentalität; die Kampfradler; das notdürftig kaschierte Elend jenseits der In-Viertel, in denen sich nervöse Pseudohipster gegenseitig auf den Füßen herumstehen und manch andere Facette des selbstgenügsamen Berliner Betriebes.

Dabei ist dies nicht einfach ein Kübel Hauptstadt-Hass, den die Autoren hier ausschütten: Gerade zwischen den Zeilen der letzten Texte blitzt auch eine etwas verzweifelte, melancholische Zuneigung auf; wie zu einer Geliebten, die nachts aufgelöst nach Hause kommt, und man weiß, dass man sie besser nicht nach dem woher und warum fragt.

Auch lässt sich an der narzisstischen Hauptstadt als übergroßer Zielscheibe natürlich trefflich die Durchschnittlichkeit deutscher Politik herunterdeklinieren: das zerrupfte (Berlin-)Mitte als traurige Metapher für eine Politik, die sich die neue (gesellschaftliche) Mitte ausdachte, aber - wie Georg Diez schreibt - übersah, dass man aus einer Bande von Egoisten nicht einfach eine Schicht basteln und dieser dann gesellschaftliche Verantwortung zuschieben kann. Wir - so die ernüchternde Botschaft - sind alle ein bisschen Berlin; manch einer eben etwas mehr.

Kurz und traurig: Das glamouröse, "neue" Berlin, von dem die Presse gerne und hingerissen berichtet, wird vor allem von Lebenslügen zusammengehalten. Da wird pure Gammelei zur kreativen Improvisation, Kaltschnäuzigkeit zu Coolness und jeder noch so prekäre Müßiggang zum avantgardistischen Akt umgerubelt. Berlin ist subventioniertes Theater; tragisch, komisch, selbstverliebt. Wer das verstanden hat, wird sich mit der täglichen Inszenierung abfinden oder den Weg zum Ausgang suchen. "Schaut auf diese Stadt" eignet sich als Ausgangspunkt für beides. Kurzweil für einen Nachmittag, bevor man sich wieder unter die Wolfskinder der Kastanienallee begibt, wo es den Ernst des Lebens zu vermeiden gilt.
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8 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert
Ich kann mir keinen Bücherschrank vorstellen, in dem dieses Buch nicht stehen müßte. Es ist ein Buch für die Berliner - weil ihnen ja sonst niemand die ganze Wahrheit über ihre Stadt verrät (und sie selber anscheinend zu selten hinauskommen, um mal den Vergleich zu anderen Städten zu ziehen). Und es ist ein Buch für alle Nichtberliner: schon damit sie wissen, was ihnen alles nicht entgeht (und was dann eben doch). Es ist ein Meisterwerk der Fairness, es ist so objektiv, daß es kracht. Und außerdem ist es so wahnsinnig lustig. Mein Tip: erst von vorne bis hinten ganz lesen. Und dann nochmal. Auswendig lernen!
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