1947 wurde das Actors Studio von Elia Kazan, Cheryl Crawford und Bobby Lewis gegründet mit dem Ziel, einen Arbeitsraum für Schauspieler zu schaffen, in dem sie - ausserhalb von Produktions- und Präsentationszwang - ihre Fähigkeiten professionalisieren und vertiefen können. Ein Jahr später trat Lee Strasberg hinzu, der mit Kazan schon zuvor in den 30ern im Group Theatre für Furore gesorgt hatte: ein ganz neuer, in seiner selbstveständlichen Natürlichkeit vor dem Moskauer Künstlertheater (das in den 20ern Gastspiele in New York gab) in Amerika auf keiner Bühne gesehener Stil. Der 'Nachzügler' Strasberg sollte der Actors' Unit des Studios erst ihr eigenes Gesicht geben und Stars wie Marlon Brando, Paul Newman, Jimmy Dean und Marilyn Monroe hervorbringen. Der Ansatz Strasbergs ist - vor einem Streben nach der Kunst um der reinen Kunst willen - pragmatisch darauf ausgerichtet, wie der Schauspieler sein 'Instrument' - Körper, Geist und Gefühle - beherrschen lernen und jeden Abend auf neue das Unmögliche auf der Bühne geschehen lassen kann: aus sich heraus die Bühnenfigur darzustellen, so als ob er sie selbst sei; als ob es das Publikum nicht gäbe. An jedem Abend soll er sie wie neu entstehen lassen. Dieses Buch fasst einige der grundlegenden Aufsätze Strasbergs in einem Band zusammen. Einen einzigen grundlegenden Text aus der Feder von Lee Strasberg gibt es nicht, da seine wesentliche Arbeit im Actor's Studio und nicht am Schreibtisch stattfand. Der vorliegende Band bietet in seiner Gesamtheit einen guten Überblick über den Ansatz der Methode bzw. die 'Theorie' der Methode, soweit diese kohärent ausformuliert wurde. Zur Ergänzung und zur Information über die Arbeit mit einzelnen Schauspielern zu empfehlen ist darüber hinaus gehend das Transkript "Strasberg at the Actors Studio: Tape-Recorded Sessions".