Motiv für den Erwerb des Buches war einmal kurz und bündig über den Iran informiert zu werden, über den ich bisher nur von Peter-Scholl-Latour und "Spiegel"-Artikeln einiges wusste. Diesem Anspruch wird das Buch im großen und ganzen gerecht. Man erfährt die Geschichte des Landes, wobei der Schwerpunkt auf die jüngere Geschichte gelegt wird, d.h. etwa ab 1828. Seit diesem Jahr sind die Grenzen des Iran unverändert. Der Expansionismus des Russischen Zarenreiches führte zur Abtretung Nord-Aserbeidschans, das sind die heutigen Republiken Aserbeidschan, Armenien und Arzach(Karabach). Der Hinweis auf Armenien fehlt völlig. Zwar ist dieses Land und Volk nicht Thema des Buches. Dennoch hätte ich mir diesen Querverweis gewünscht, denn die Abtretung (Ost-)Armenies vom Iran an Russland hat die unkomfortable Lage des Armenischen Volkes beiderseits einer Front im Ersten Weltkrieg verursacht und war so Voraussetzung für den Genozid in (türkisch West-)Armenien ab 1915.
Man erfährt von Irans Aufteilung in Interessensphären und Besetzung durch Russen und Briten, wobei von deren Erdölausbeutung der Iran fast leer ausging. Den Schah suchte Unterstützung bei den USA, wodurch er Briten und Russen zwar wieder los wurde, aber nach einem CIA-gestützten Putsch gegen Verstaatlichung zur Marionette Washingtons wurde. Das und Verschwendungssucht am Hof führten schließlich zur islamischen Revolution und Republik. Über das Schiitentum erfährt man, dass deren Geistliche sich vor Khomeini nicht berechtigt sahen zu herrschen, denn religiöse Herrschaft gebührte nur dem im Verborgenen lebenden 12.Imam, dessen Rückkehr wie ein Messias erwartet wird.
Das Leid der Opfer unter dem Schah und den Mullahs kommt m.E. zu kurz. Die gegenwärtige schlimme Lage (Armut, Drogen, Prostitution), die Einstellung des Volkes zu Religion und Staatsform sowie ein Ausblick runden das lesenswerte Buch ab mit dem Hinweis, es könnte bald zu einer Annäherung zwischen dem "Großen Satan" und dem "Schurkenstaat aus der Achse des Bösen" kommen.