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Schatzkästlein des rheinischen Hausfreundes
 
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Schatzkästlein des rheinischen Hausfreundes [Gebundene Ausgabe]

Johann Peter Hebel
4.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Schatzkästlein des Rheinländischen Hausfreundes
OA 1811 Form Kalendergeschichten Epoche Klassik
Seit 1804 schrieb Johann Peter Hebel Prosastücke für einen bäuerlichen Kalender, den er ab dem Jahrgang 1808 als Der Rheinländische Hausfreund auch selbst herausgab. Der große Erfolg über das ursprüngliche Verbreitungsgebiet hinaus war Anlass für eine sprachlich leicht geglättete Sammlung in Buchform 1811.
Inhalt: Die gesammelten Beiträge des Werks decken das gesamte Spektrum des Kalenders ab: Rätsel, Lieder, Anleitungen für den bäuerlichen Alltag, Nachrichten aus der Welt, vor allem von den Napoleonischen Kriegen. Sie alle sind ebenso auf kunstvoll einfache Weise arrangiert wie die Erzählungen von Bauern, Handwerkern, Kaufleuten, Spitzbuben und Soldaten. Die bekanntesten sind Unverhofftes Wiedersehen (nach 50 Jahren wird im schwedischen Falun die unversehrte Leiche eines Bergmanns aus einem Schacht geborgen; seine greise Verlobte erkennt als einzige den Leichnam) und Kannitverstan, worin ein Tuttlinger Handwerksgeselle, der sich in Amsterdam nach dem Besitzer eines prächtigen Hauses und eines großen Schiffes erkundigt, immer zur Antwort erhält: »Kannitverstan«, also »Ich verstehe nicht«. Die Verwechslung, ein Herr Kannitverstan sei gemeint, hält sich, als der Handwerker angesichts eines Leichenzugs fragt, wer zu Grabe getragen wird, und dieselbe Antwort erhält.
Aufbau: Die Rührung, die den Handwerksgesellen gewissermaßen versehentlich überfällt, und die Moral, die der Erzähler daraus zieht, sind Beispiel für die Doppelbödigkeit in Hebels Erzählungen. Was auf ein eindeutiges Ziel hin erzählt zu sein scheint, wird bei näherer Betrachtung oft zum vertrackten Problem. Die Prosa von Hebel ist indes nur scheinbar naiv. Der Autor gibt sich als guter Kamerad, als »Hausfreund« des Lesers; das Wort hatte jedoch schon am Anfang des 19. Jahrhunderts seine zweifache Bedeutung.
Die Kalendergeschichten waren zunächst zum Vorlesen gedacht, etwa in einer größeren Abendrunde während handwerklich-bäuerlicher Tätigkeiten. Dementsprechend greifen sie Stoffe auf, die in derartigen Runden mündlich weitergegeben wurden. Hebel macht sie in der aufgeschriebenen Form zu Literatur, so wie es die Brüder R Grimm für die Märchen taten.
Wirkung: Ebenso wie der ursprüngliche Kalender hatte auch das Schatzkästlein des Rheinländischen Hausfreundes weit über das bäuerliche Baden hinaus Erfolg. Auf den »einfachen Ton« Hebels beriefen sich zahlreiche Autoren nach ihm. Einflüsse sind in den Erzählungen von Franz R Kafka zu finden und in Bertolt R Brechts Geschichten von Herrn K. Die Philosophen Walter R Benjamin und Martin R Heidegger beriefen sich auf ihn, Ernst R Bloch nannte Unverhofftes Wiedersehen die »schönste Geschichte der Welt« und Lew N. R Tolstoi soll die Erzählungen oft zur stillen Lektüre mit sich herumgetragen haben. H. Z. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

Pressestimmen

»Das handliche Manesse-Bändchen ist bestens geeignet für laute Flughäfen, zugige Bahnhöfe und heiße Strände.« (RBB Kulturradio Tipps Bücher für den Sommer )

»Heilsame Weisheiten aus einer letztlich heilen Welt« (Basler Zeitung, 16.04.10 )

»Kein Buch habe ich geschrieben, das ich nicht heimlich an seiner Sprache maß.« (Elias Canetti in "Die gerettete Zunge, Geschichte einer Jugend" )

Kurzbeschreibung

Literarischer Hochgenuss vom Erfinder der Minutenlektüre

Scherze und Schwänke, Kurioses und Grausiges, Rätsel und Sensationen – kein Zweiter vermochte seine Leser so abwechslungsreich zu unterhalten wie Johann Peter Hebel. Auf engstem Raum verdichtet sich hier Vergnügliches und Bedenkenswertes und macht die Minutenlektüre zum literarischen Hochgenuss.

Von 1808 an erschienen Johann Peter Hebels (1760–1826) weit verbreitete und ungemein populäre Jahreskalender, die er mit einer Vielzahl knapper, schalkhafter, unmittelbar aus dem Leben gegriffener Geschichten würzte. Die schönsten davon sind im berühmten «Schatzkästlein» versammelt, das Hebels Ruf als unerreichter Meister der kleinen Form begründete. Von Jean Paul und Johann Wolfgang Goethe über Lew Tolstoi, Walter Benjamin, Heinrich Böll bis hin zu Autoren der Gegenwart reicht die Gemeinde der Verehrer dieses im besten Sinne volkstümlichen Klassikers. Mit so unvergänglichen Geschichten wie jenen von Zundelfrieder und Zundelheiner oder «Kannitverstan» schuf Hebel Kleinode, die zum Grundbestand der deutschen Literatur zählen. In dieser von Werner Weber, dem Doyen der Schweizer Literaturwissenschaft, kundig zusammengetragenen Auswahl fehlen sie ebenso wenig wie das berühmte «Unverhoffte Wiedersehen», das Ernst Bloch kurzerhand zur «schönsten Geschichte der Welt» erklärte.

Unseren Band schmücken zahlreiche Holzschnitte, die einer Ausgabe des «Schatzkästleins» aus dem Jahr 1846 entnommen wurden.

Über den Autor

Johann Peter Hebel (1760-1826), in Basel als Sohn armer Dienstleute geboren, studierte Theologie und unterrichtete am Gymnasium in Karlsruhe. 1819 wurde er zum Prälaten der evangelischen Landeskirche ernannt und erhielt einen Sitz im Badischen Landtag. Mit seinen lebensnahen, hintersinnig humorvollen Geschichten schrieb er sich Generationen von Lesern ins Herz.
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