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Schatzkästlein des rheinischen Hausfreundes
 
 
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Schatzkästlein des rheinischen Hausfreundes [Gebundene Ausgabe]

Johann Peter Hebel
4.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 288 Seiten
  • Verlag: Manesse (1. September 1950)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3717511823
  • ISBN-13: 978-3717511823
  • Größe und/oder Gewicht: 15,9 x 9,9 x 1,9 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 233.152 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Johann Peter Hebel
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Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Schatzkästlein des Rheinländischen Hausfreundes
OA 1811 Form Kalendergeschichten Epoche Klassik
Seit 1804 schrieb Johann Peter Hebel Prosastücke für einen bäuerlichen Kalender, den er ab dem Jahrgang 1808 als Der Rheinländische Hausfreund auch selbst herausgab. Der große Erfolg über das ursprüngliche Verbreitungsgebiet hinaus war Anlass für eine sprachlich leicht geglättete Sammlung in Buchform 1811.
Inhalt: Die gesammelten Beiträge des Werks decken das gesamte Spektrum des Kalenders ab: Rätsel, Lieder, Anleitungen für den bäuerlichen Alltag, Nachrichten aus der Welt, vor allem von den Napoleonischen Kriegen. Sie alle sind ebenso auf kunstvoll einfache Weise arrangiert wie die Erzählungen von Bauern, Handwerkern, Kaufleuten, Spitzbuben und Soldaten. Die bekanntesten sind Unverhofftes Wiedersehen (nach 50 Jahren wird im schwedischen Falun die unversehrte Leiche eines Bergmanns aus einem Schacht geborgen; seine greise Verlobte erkennt als einzige den Leichnam) und Kannitverstan, worin ein Tuttlinger Handwerksgeselle, der sich in Amsterdam nach dem Besitzer eines prächtigen Hauses und eines großen Schiffes erkundigt, immer zur Antwort erhält: »Kannitverstan«, also »Ich verstehe nicht«. Die Verwechslung, ein Herr Kannitverstan sei gemeint, hält sich, als der Handwerker angesichts eines Leichenzugs fragt, wer zu Grabe getragen wird, und dieselbe Antwort erhält.
Aufbau: Die Rührung, die den Handwerksgesellen gewissermaßen versehentlich überfällt, und die Moral, die der Erzähler daraus zieht, sind Beispiel für die Doppelbödigkeit in Hebels Erzählungen. Was auf ein eindeutiges Ziel hin erzählt zu sein scheint, wird bei näherer Betrachtung oft zum vertrackten Problem. Die Prosa von Hebel ist indes nur scheinbar naiv. Der Autor gibt sich als guter Kamerad, als »Hausfreund« des Lesers; das Wort hatte jedoch schon am Anfang des 19. Jahrhunderts seine zweifache Bedeutung.
Die Kalendergeschichten waren zunächst zum Vorlesen gedacht, etwa in einer größeren Abendrunde während handwerklich-bäuerlicher Tätigkeiten. Dementsprechend greifen sie Stoffe auf, die in derartigen Runden mündlich weitergegeben wurden. Hebel macht sie in der aufgeschriebenen Form zu Literatur, so wie es die Brüder R Grimm für die Märchen taten.
Wirkung: Ebenso wie der ursprüngliche Kalender hatte auch das Schatzkästlein des Rheinländischen Hausfreundes weit über das bäuerliche Baden hinaus Erfolg. Auf den »einfachen Ton« Hebels beriefen sich zahlreiche Autoren nach ihm. Einflüsse sind in den Erzählungen von Franz R Kafka zu finden und in Bertolt R Brechts Geschichten von Herrn K. Die Philosophen Walter R Benjamin und Martin R Heidegger beriefen sich auf ihn, Ernst R Bloch nannte Unverhofftes Wiedersehen die »schönste Geschichte der Welt« und Lew N. R Tolstoi soll die Erzählungen oft zur stillen Lektüre mit sich herumgetragen haben. H. Z. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

Pressestimmen

»Das handliche Manesse-Bändchen ist bestens geeignet für laute Flughäfen, zugige Bahnhöfe und heiße Strände.« (RBB Kulturradio Tipps Bücher für den Sommer )

»Heilsame Weisheiten aus einer letztlich heilen Welt« (Basler Zeitung, 16.04.10 )

»Kein Buch habe ich geschrieben, das ich nicht heimlich an seiner Sprache maß.« (Elias Canetti in "Die gerettete Zunge, Geschichte einer Jugend" )

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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von weiser111
Format:Taschenbuch
Der Begriff "Kalendergeschichten" steht normalerweise ja nicht für literarische Hochkaräter -- aber es gibt eine Ausnahme (Gut! Es gibt mindestens zwei Ausnahmen. Aber wir reden hier von der ersten), nämlich das "Schatzkästlein des rheinischen Hausfreundes" von Johann Peter Hebel. Der brave badische Pfarrer hatte Anfang des 19. Jahrhunderts jahrelang Kalendergeschichten verfasst: Geschichten für den Kalender, belehrende und belustigende aus dem Leben des einfachen Volks fürs einfache Volk; Geschichten, die bald weit über die Grenzen Badens hinaus bekanntwurden. 1811 redigierte Hebel daher seine Kalendergeschichten ein wenig und gab sie in Buchform heraus. Dieses Buch ist ein Dauerbrenner bis heute, und Geschichten wie die vom Herrn Kannitverstan oder vom Zundelfrieder, vom Mittagessen im Hof, vom Unverhofften Wiedersehen oder von den beiden Postillionen kennt heute fast jeder. Das Erstaunliche: Nicht nur diese Evergreens lohnen sich (wieder) zu lesen, sondern alles, was Hebel hier erzählt -- kein Wunder, dass Hebels Einfluss nicht nur auf Brechts "Kalendergeschichten" unübersehbar ist.
Hebels Erfolg hat gute Gründe: Im Gegensatz zu vielen volkstümelnden Zeitgenossen kannte Hebel nicht nur die Sprache der Bauern und Handwerker, er schrieb auch in ihr. Seine Geschichten und Anekdoten aus dem Badischen, aus der Zeit der Befreiungskriege und auch aus einem Orient, wie man ihn sich im Volk vorstellte, trafen und treffen bis heute haargenau den richtigen Erzählton, geradlinig und verschmitzt, bodenständig und weise. Kein Schwulst, keine künstliche Einfalt, kein Anbiedern, keine besserwisserische Überheblichkeit gegenüber dem vermeintlich ungebildeten Volk. Genau so erzählen Großeltern ihren Enkeln -- wenn die Enkel Glück haben. Hebel zeichnet seine Szenen, sein Figurenpanoptikum mit wenigen Worten, und er ist ein Meister der Pointe: So wie Alltagssituationen ganz schnell ins Groteske umschlagen können, so erzählt Hebel seine Geschichten: Er konzentriert sich aufs Wesentliche, lässt das Auge auf genau den entscheidenden Details ruhen, und steht immer auf der Seite des Menschlichen. Hebels Kunst besteht darin, einfach zu erzählen; eine große Kunst.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Günter Nawe "Herodot" TOP 100 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Mit einer schönen Neuausgabe des "Schatzkästlein des rheinischen Hausfreundes" ehrt der Manesse Verlag den alemannisch-deutschen Dichter Johann Peter Hebel aus Anlass seines 250. Geburtstags am 10. Mai 2010, dessen "Schatzkästlein" zu den unvergänglichen Schätzen deutscher Literatur gehört. Es hat neben den "Alemannischen Gedichten" den Ruhm seines Autors begründete.

"In Falun in Schweden küsste vor gut fünfzig Jahren und mehr ein junger Bergmann seine junge hübsche Braut...". Selbst, wer noch nie etwas von Johann Peter Hebel gehört haben sollte: diese Geschichte vom "unverhofften Wiedersehen" dürfte bekannt sein Ein schwedischer Bergmann verabschiedet sich von seiner Braut und fährt in einen Schacht. Ein halbes Jahrhundert später taucht er wieder auf - als frisch erhaltener Leichnam. Fünfzig Jahre hat die Braut ihm die Treue gehalten. Jetzt kommt sie als Greisin. Die Verlobte von damals erkennt in der jugendlichen Mumie ihren Bräutigam. Sie sinkt in die Knie - vor Glück über das "unverhoffte Wiedersehen".

Kalendergeschichten dieser Art - belehrende und unterhaltende - findet der Leser in diese Ausgabe: Scherze und Schwänke, Kurioses und Grausiges, Rätsel und Sensationen. Neben der schon genannten Geschichte "Unverhofftes Wiedersehen" - nach Ernst Bloch "die schönste Geschichte der Welt" natürlich auch und unter allen anderen "Kannitverstan" und die Erzählungen von den "staubigen Brüdern" Zundelfrieder und Zundelheiner und dem "roten Dieter". Sie und alle anderen sind ein "weltliterarisches Völklein", wie der Herausgeber Werner Weber in seinem Nachwort schreibt.

Die herrlichen Holzschnitte aus dem Jahre 1846 machen den zusätzlichen Reiz dieser schönen Ausgabe aus.
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16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Kalendergeschichten sind nicht unbedingt ein Genre, das den Autoren Jahrhunderte anhaltenden Ruhm verspricht. Dem Pastor Johann Peter Hebel ist es jedoch mit diesen Anekdoten und kleinen Geschichten gelungen, Literaturgeschichte zu schreiben. Über die Menge seiner Bewunderer läßt sich sagen, daß sie alle großen Literaten von Goethe bis Canetti umfaßt (letzterer, Literaturnobelpreisträger, widmet in seiner Autobiographie einige Seiten diesem seinem Lieblingsbuch). Was ist so besonderes an diesen meist nur eine oder zwei Seiten langen Texten? Da ist zum einen die Sprache. Wer diese Kalendergeschichten liest, fühlt sich sofort auf der großmütterlichen Ofenbank, wo dem staunenden Kinde die Wunder der großen weiten Welt geschildert werden. Zum anderen ist es die Vielfalt der vorgestellten Charaktere, die mit wenigen Sätzen treffend beschrieben werden; die grotesken, aber realistischen Situationen, die durch kleine Mißverständnisse entstehen und nicht zuletzt die Schlußfolgerungen, die der Autor aus dem Erzählten zieht. Die Geschichten nehmen oft bezug auf historische Ereignisse um 1800 (die Kalendergeschichten hatten schließlich auch einen Bildungsanspruch) und so lernt man zugleich etwas über diese Zeit. Was auch heute noch auffällt ist die humanistische Grundhaltung des Verfassers, die menschlichen Probleme und Schwächen der Reichen und Mächtigen werden ebenso thematisiert wie die Nöte der Armen. Mancher könnte vielleicht etwas angeödet sein von der mitunter altklugen Moral, ich fand sie jedoch hauptsächlich klug. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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