Randal Keynes ist ein Nachfahre Charles Darwins und hat sich daran gemacht, neben bereits bekannten Werken (wie Darwins Autobiografie) auch neue Fundstücke (vor allem die besagte Schatulle der Tochter Annie) zu beschreiben und auszuwerten.
Dabei ist ein bemerkenswertes Buch herausgekommen, dass uns den (Familien-)Mensch Darwin (leider erst als Erwachsenen, wir erfahren kaum etwas über Kindheit, Jugend und Beagle-Expedition), sein Arbeitsstil und -umfeld, aber auch seine Ehe, seine Haltung zu Tieren, seine Ablehnung der Sklavenhaltung und seine wachsenden Zweifel an Gott vor Augen führen.
So umfassend -und dabei gelegentlich auch langatmig- Keynes Darwins Leben beschreibt, so kurz bleibt er bei der Beschreibung wissenschaftlicher Aspekte. Auch tauchen Familienmitglieder immer wieder auf und verschwinden, einige andere (der insgesamt zehn!) Kinder Darwins werden kaum mit Namen erwähnt, ein gliedernder Stammbaum o.ä. fehlt.
Ich möchte dieses Buch dennoch empfehlen: Lesern, die Darwins Leben und Werk bereits einigermaßen kennen und dieses Wissen nun um einen Blick auf den Familienmenschen ergänzen wollen. Dafür eignet es sich gut.