Wieder einmal muss Captain Sir Dominic Flandry vom imperialen Nachrichtendienst in den Einsatz - und diesmal wird er näher denn je an seine Grenzen geführt. Aufgrund seiner Verdienste für das Imperium eigentlich auf unbefristetem Urlaub, geht er den Hinweisen seines überraschend aufgetauchten Sohnes Dominic Hazeltine nach: Auf dem Planeten Diomedes wurden anscheinend Agenten von Dennitza aufgespürt (einer Sektoren-Hauptwelt am Rand der terranischen Einflusssphäre, nahe dem Erzkonkurrenten Merseia). Kossara Vymezal, die Tochter des dennitzanischen Gospodar Bodin, wird auf dem Sklavenmarkt feilgeboten. Flandry erwirbt sie und fliegt mit ihr nach Diomedes, um ihre unklaren Erinnerungen an die dortigen Ereignisse aufzuhellen. Bei ihrer Vernehmung wurde massiv gepfuscht, und Flandry verliert viel Zeit damit, Schichten und mehr Schichten von angeblichen Wahrheiten aufzudecken - bis sich eine Verschwörung offenbart, hinter der niemand anderes als sein langjähriger Gegner Aycharaych stecken kann...
In verschiedener Hinsicht markiert dieser Band einen Höhepunkt der Flandry-Reihe. Schauplatz der Handlung sind mit Diomedes und Dennitza gleich zwei Planeten, die stark der Erde ähneln; daher steht nicht so sehr eine fremde Umwelt und deren Bewohner im Mittelpunkt, sondern (auf beiden) das Zusammenspiel der menschlichen Einwohner mit den ortsansässigen Nichtmenschen. Die aufgedeckte Verschwörung ist deutlich verzwickter als je zuvor, und beinahe kunstvoll gelingt es Anderson, den Leser durch den Irrgarten aus verschlungenen (Halb-)Wahrheiten zu lotsen. Nicht zuletzt erreicht Flandrys charakterliche Entwicklung eine tragische neue Dimension, als er sich zu einer Handlungsweise gezwungen sieht, für die er sich selbst hassen muss. Fast ohne innere Monologe schafft der Autor eine beklemmende Atmosphäre, durch die der Held und Strahlemann als innerlich zerrissene Figur dargestellt wird.
Nach meiner Meinung klar der beste Flandry-Roman!