Ich bin durch Zufall an das Buch gekommen und da ich mich sehr für Fantasy begeistern kann, habe ich es gleich ausgelesen. Die Grundidee und Hintergrundgeschichte haben viel Potential, das aber leider von der Autorin nicht annähernd ausgeschöpft wird.
Jakob, der Vollstrecker der Dämonen, welche strikte Gesetze für den Umgang mit Menschen haben, verliebt sich in eine Menschenfrau. Das ist jedoch in jeder Hinsicht gegen das Gesetz, das Jakob als Vollstrecker wahren soll.
Neben einer Liebesgeschichte würde man hier vor allem Konflikte erwarten, die ja eigentlich logisch sein sollten. Die Exekutive der Dämonen bricht das Gesetz, das sie eigentlich wahren soll. Da sollten zumindest die Dämonen etwas irritiert sein. Sind sie aber nicht. Es wird noch nicht einmal erwähnt. Wenn überhaupt, sind sie verständnisvoll (obwohl eins ihrer Gesetze gebrochen wurde). Man könnte ja jetzt meinen dass das Gewissen von Jakob selbst vielleicht ein Thema ist, da er ja alles, woran er glaubt und was er jahrhundertelang vertreten hat (unter persönlichen Opfern, wie öfter erwähnt wird) über den Haufen wirft. Allerdings scheint ihn das auch kaum wirklich zu stören, oder sonst jemanden.
Auch die Menschenfrau, die offenbar nicht nur Mensch, sondern Halbdruidin mit erstaunlichen Fähigkeiten ist, scheint alles vollkommen locker zu nehmen. Ohne Zögern begleitet sie einen völlig Unbekannten und bleibt bei ihm. Sie wird sofort von den Dämonen akzeptiert und darf sich überall frei und uneingeschränkt bewegen, sogar geheime Archive der Bibliothek einsehen. Und natürlich findet sie binnen kürzester Zeit Dinge heraus, die kein Dämon, selbst bei intensiver Suche in mehreren Jahrhunderten finden konnte. Und natürlich hat sie ganz aussergewöhnliche Kampf- und magische Kräfte. Und sie kann die Zukunft sehen. Und die Gedanken von Jakob lesen. Und jeder liebt und achtet sie.
Wenn also nicht gerade alles wunderbar ist, alle sich lieben und ziemlich glücklich sind, dann haben sie Sex oder versuchen es. Zugegeben, gegen Ende wurde dann noch die beste Freundin der Halbdruidin von Nekromanten entführt, die sie jedoch retten konnte (was nur ein einziges Mal bisher überhaupt gelungen war!). Danach war wieder Sex angesagt und unbeschreibliches Glück und eine Schwangerschaft (was nach dem ganzen Sex ja eigentlich keinen mehr wundern sollte).
Wirklich schade, denn man hätte wirklich viel aus so einem Thema herausholen können. Nebenbei muss ich zugeben, dass ich durch die starken Twilight-Parallelen ziemlich genervt war (Jakob, Bella als Hauptpersonen, Prägung und eine Superheldin, die einfach alles kann und die alle lieben und die nie zurück schaut... nicht einmal ihre eigene Schwester oder ihre Katzen, die sie einfach zurück lässt ;))
Da ich gleich das 2. Buch auch noch hatte, kann ich aber sagen, dass es ein kleines bisschen besser wird.